FeedCötes-du-Nord
ErdkundeBrockhaus 1882

Cötes-du-Nord, ein nordwestl. Departement Frankreichs, bildet einen Teil der Bretagne (s. d.), wird im N. vom Kanal und auf den Landseiten von den Departements Ille-Vilaine im O., Morbihan im S. und Finistere im W. begrenzt, umfaßt 6885,82 akm und zählt (1881) 619632 E. (gegen 630957 im J. 1876 Abnahme 1/8 Proz.). Die Oberfläche besteht zum sechsten Teil aus Bergland, das in den südl. Montagnes d' Arrée und du Mens bis zu 391 maufsteigt, den Küsten ein felsisiges, zersplittertes Ansehen verleiht und aus Granit⸗ und Thonschiefermassen besteht, deren Inneres dem Bergbau auf Eisen und Blei Gelegenheit gibt. Unter den kurzen, aber schiffbaren Küstenflüssen sind Guer oder Léguer (70 km), Trieux (72 km) und Gouét (48 Km), Arguenon (50 km) und Leff (50 km) am bedeutendsten, auch im äußersten Osten auf kurze Strecke die Rance mit einem Teile des bei Dinan mündenden, 84 km langen Kanals der den und Rance (20 kKm im Departement). Im Süden genießt das Departement durch den Blavet und den Oust den Vorteil einer 48 Em langen Strecke des großen Kanals von Nantes nach Brest. In den Bergrevieren werden Flachs und Hanf gebaut starke Viehzucht und reger Bergbau, nament ich auf Eisen, betrieben; in den Küstenebenen und geschützten Thälern gedeiht neben den gewöhnlichen europ. ermißt, sind unter K aufzusuchen. Getreidearten der Mais, der jedoch nicht immer zur Reife kommt, und viel Obst, namentlich Apfel und Birnen zur Bereitung des Cider und Poiré, welche den Wein ersetzen. Die See bietet Muscheln und Fische der verschiedensten Art und in größter Menge dar. Die Industrie ist hauptsächlich auf Erzeugung von sog. Bretagneleinwand gerichtet, daneben auch noch auf die Produktion baumwollener und wollener Stoffe, Hüte, Leder, Pergament, Papier, Salz, mit welchen Gegenständen wie mit den Produkten des Ackerbaues, der Viehzucht und Fischerei starker Handel getrieben wird. Das Departement hat zur Hauptstadt St.⸗Brieue und zerfällt in die 5 Arrondissements St.⸗Brieue, Dinan, Loudéae, Lannion und Guingamp, in 48 Kantone und 389 Gemeinden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 631Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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