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BaukunstBau-Lexikon 1881

Areuatio, lat., Wölbung, bes. das Mäß der Wölbung, von arcuare, einwölben. Arcura, f. lat., Iombard., arcora, n., pl.,d. Gewölbe, die Arkade, als Mehrheit v. Bögen; vielleicht hängt unser Wort Erker (s. d.) damit zusammen. Arcus, m., lat., Bogen (s. d.), a. Choralis, die Chorschranken — Arcus ferreus, eiserner Spriegel. Ardoise, f., frz., Schiefer; a. tégulaire, Dachschiefer, ardoisé cartelette, gespaltener Dachschiefer. Arée, m., frz., s. Ar. „Area, f., lat., frz. aire, f., engl. area, Stammwort von Ahre (s.d. unter 2.), Ohr, Ehre, ursprünglich; J. jeder freie, nicht bebaute od. bepflanzte Platz, der keine ausgesprochene Bestimmung hatte. Daher bes. Bauplatz (bei Vitruv). — 2. Vorplatz vor einem Haus, Exerzirplatz, Platz vor einem Tempel etc.; a.sepulturae, Begräbnisplatz. — 3. Hof im Haus; a. claustri, Kreuzgarten. — 4. Gartenbeet Dreschtenne. — 5. Auch für arena (s. d.). — 6. (Geom.) der Flächeninhalt, bes. die Bodenfläche. Arekapalme, k., 1. die westindische Kohlpalme (Areca oleracea L. s. Oreodoxa oleracea Marr., Fam. d. Palmen), eine der höchsten Palmen, wird über 50 m. hoch, ist in Westindien einheimisch. Ihr Holz ist sehr hart, aber nur dünn; in ihrerHeimat verwendet man die Stämme gern zu Dachrinnen, nach Europa kommt das Holz dagegen nur in so kleinen Mengen, daß es höchstens zu Spazier⸗ u. Ladestöcken benutzt werden kann. — 2. Die asiatische Arekapalme (Areca catechu L.) ist in Südasien und auf den Gewürzinseln einheimisch, wird aber mehr wegen ihrer Nüsse, die man mit dem Blatt des Betelpfeffers kaut, als wegen ihres Holzes beachtet. WM7. Arena, f., frz. arene, f., engl. arena, vom lat. arena, f., Sand. 1. Der mit Sand bestreute Platz in der Mitte des Amphitheaters und Cirkus (s. d. Art.). Daher auch in neuerer Zeit als Benennung auf diese Gebäude selbst übertragen, bes. auf die unbedeckten od. nur leicht überdachten Schauhäuser für Kunstreiter, Seiltänzer etc. — 2. Vitruv braucht das Wort, außer für Sand, auch für den Abputz mit Kalksand, den er außerdem arenatum opus nennt; s. Arenatum. Arenarium, n., lat., Sandgrube. Arenatio, f., lat., Auftrag eines feinen Mörtels, also Tünchung. Arenatum, n., lat., im weiteren Sinn dreischichtiger Putz, im engeren Sinn die letzte Schicht, Tünchschicht, aus Meeressand u. eingesumpftem Kalk bestehend. aréner, v. n., saréner, v. L., frz., sich senken. Arengapalme, oder Zuckerpalme, f. (Arenga saccharifera, Fam. d. Palmen), bildet einen bis 1½5 m. dicken und 18 m. hohen Stamm. Sie ist in Südasien einheimisch. Areola, f., lat., Fußbodenplatte; Feld im Fußboden. Aréométre, m., frz., etc., f. Aräometer etc. Areotektonik f., veralteter Ausdruck für Angriffskunde, die Lehre von den Angriffen auf Festungen und den dazu nöthigen Ingenieurarbeiten. Arété od. spalio, lat., (Kriegsb.) Weidengeflechte mit Thierhäuten bedeckt, deren man sich bei den Belagerungen im Alterthum bediente, um unter ihrem Schutz Löcher in die Stadtmauer zu arbeiten. Aréte, f., engl. arris, scharfe Kante, Grat, daher. 1. (Kriegsb.) aréte du glacis, Glaciskrete; a. du chemin couvert, Kamm eines bedeckten Weges. — 2. a. de comble, engl. hip, Grat eines Walmdachs. — 3. a. de voute, engl. groin, Grat eines Gewölbes; a. de lunette, der Kappengrat, voute d'aréte, Gratgewölbe, Kreuzgewölbe. — 4. Engl. edge, Kante eines bearbeiteten Steines, Holzes etc.; vive arétée, die scharfe Kante; a. abattue, Fase, Schmiege. — 5. a. de l'enclume, Amboßrand. — 6. a. de poisson, s. Fischgrätenverband. Arétier, m., frz., 1. Gratsparren. — 2. Eckstab, Gratstab der Fialenriesen und durchbrochenen Thurmhelme. — 3. a. de plomb, Gratwulst von Blei. — 4. a. de voùte, Gratrippe. Arétière, f., frz., Deckschicht, Kalkleiste oder metallene Deckplatte auf dem Grat; tuile arétière, Gratziegel.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 155Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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