Attika, k., lat., attica, f., frz. attique, m., engl. attic, attie story. In manchen Fällen ist man durch praktische Rücksichten od.ästhetische Nothwendigkeit gezwungen, über dem Gebälk einer Säulenordnung noch einen wandähnlichen Aufbau anzubringen; man macht denselben ungern höher als ½ der darunterstehenden Säulenordnung und giebt ihm, wenn er sehr niedrig ist, die Form eines Stylobates, wenn er etwas höher ist, die einer Pilasterstellung mit sehr leichtem Gesims. Diese Pfeiler heißen dann (obwohl ungenau) attische Pfeiler, der Aufbau selbst aber, wenn er undurchbrochen oder blos in den Feldern zwischen den Pfeilern mit durchbrochenen Ornamenten versehen ist, eine Attika. Stehen wirkliche Fenster in den Feldern, so hört das Ganze auf, eine A. zu sein, obgleich es eine Zeit gab, wo man gerade dies eine A. nannte und die Fenster attische Fenster; der Engländer nennt die betr. Zimmer attios. Sind die Felder ganz durchbrochen, so ist es gar keine Attika OTHHEK LBERG O Universitatsbibliott mehr, sondern Brüstung, Geländer re. Die Franzosen unterscheiden: attique continu, fortlaufende A.; a. interposé Zwischengeschoß, Mezzanine; a. Circulaire, s. v. w. Tambour einer flachen Kuppel; a. de cheminée, s. Kaminfries; a. de comble, A., die zugleich als Brüstung eines flachen Daches dient; kaux a., Untersockel unter dem Säulenstuhl einer sehr hoch stehenden Säulenordnung, damit der Sims der darunter stehenden Säulenordnung den Stuhl nicht verdecke. Eine niedrige A. auf Thürverdachungen nennen die französischen Tischler acrotère. nuttische Bauweise, k. Die ionische Bauweise als Zweig des griechischen Baustils erlitt in Attika einige nicht sehr wesentliche Abänderungen, besonders in Folgendem: ster, oroisée f. at-Vitruv oben enger als unten, s. Figur 271; ein Fenster v. Erechtheion nebst Details. 2. attischer Sänlenfuß, spirae atticae, auch attische Base, s. Fig. 272 u. 273 hatte keinen besonderen Plinthus, sondern die obersteStufe des Tempels trug direkt den Säulenfuß; Dieser gab die Grundform für alle mittelalterlichen Säulenfüße, die mannigfache Modifikationen derselben zeigen. 3. attischer Pfeiler; dieser Ausdruck wird, wie der: attisches Fenster oft mißbräuchlich angewendet (s. d. Art Attika); der echte attische Pilaster wich von dem ionischen anderer Provinzen nicht wesentlich ab. 4. attische Thüre, frz. atticurgue, f. Vitruv sagt, sie sei nach gleischen Verhältnissen wie die dorische Thür zu machen; die Chambranlebreite aber ile zu theilen u. dann so zu architraviren, HUIN daß jede der3 Platten 2 Theile breit werde, der letzte Theil aber für Karnies und Blättchen übrig bleibe; der Thürflügel soll einflügelig sein und sich nach außen öffnen. Die Thüre des Erechtheion Fig. 274 folgt dieser Vorschrift allerdings nicht genau.