Attika (grch. 3 Arrren, welcher Name Küstenland zu bedeuten scheint), die südöstlichste Landschaft des mittlern Griechenland, das Verbindungsglied zwischen dem Balkanlande und dem Archipelagus, ist eine Halbinsel von etwa 2200 gkm Flächeninhalt, welche im N. an Böotien, im W. an Megaris angrenzt, an den übrigen Seiten vom Meere bespült wird. Der größte Teil derselben wird von Gebirgen eingenommen, die fast uo Kumt aus Kalkstein und Marmor bestehen und heutzutage zum größten Teile kahl sind; nur die höhern Partien des Kithäron und des Parnes sowie die nordwestl. Abhänge des Pentelikon sind mit Kiefern⸗ und Tannenwald bedeckt. Die Basis des ganzen Gebirgssystems bildet der Kithäron (jetzt Elatea, das Tannengebirge, genannt, in seinem höchsten Punkte 1411 m über dem Meere), welcher durch seinen Hauptzug die Landschaft A. von Böotien, durch eine Verzwei-Rera gegen S., die nach zwei auffallenden Spitzen erata (die Hörner) genannt wird, von Megaris scheidet. Mit den südöstl. Ausläufern des Kithäron hängt der bis zur Höhe von 1413 m sich erhebende Parnes (jetzt Ozea) zusammen, dessen nordöstl. Verzweigungen, die 621 mit verschiedenen Einzelnamen benannt werden (Beletzi, Armeni, Mavrovuno, Zastani, Stavrokoraki, Kotroni), sich bis an die Ost⸗ *„ der Landschaft erstrecken und diesen Teil derselben zu einem echten Berglande (Diakria oder Epakria bei den Alten genannt) machen. Eine südl. Possin 0 des Parnes ist der weit niedrigere Agaeos, in seinem südlichern Teile, wo er der Insel Salamis gegenüber ins Meer vortritt, auch Korydallos (jetzt Skaramanga), in der Mitte, wo ein die Ebenen von Athen und Eleusis verbindender Engpaß durch ihn hindurchführt, auch Pökilon (ietzt nach dem die Stelle eines alten Apollotempels einnehmenden Kloster Daphni Daphno-vuno) genannt. m NO. wird die Ebene von Athen durch den Briettos oder, wie er nach einer an seinem südl. Abhange gelegenen Ortschaft dest Renteih genannt wurde, das Pentelikon (noch jetzt Menteli) begrenzt, eine 1110 m hohe Bergpyramide mit ausgedehnten, noch jetzt mit Erfolg betriebenen Marmorbrüchen, welche einen nicht nur zu Bauten, sondern auch zu statuarischen Werken vorzüglichen weißen Marmor von sehr feinem Korn und gelblichem Sti πνn Ein ungefähr 4 km breites Thal trennt den südl. Fuß des Pentelikon von einem langen, fast ganz aus bläulichgrauem Marmor, der im Altertum vielfach, besonders zu architektonischen Zwecken, benutzt worden ist, bestehenden Gebirgszuge, dem 1027 m hohen Hymettus (jetzt Trelovuno), der von Baumwuchs fast ganz entblößt, dafür aber mit zahlreichen duftigen Kräutern bewachsen und daher reich an wilden Bienen ist, die einen trefflichen, sehr gewürzigen Honig liefern. Die Ostküste der Landschaft (bei den Alten Paralia genannt) wird von niedriern Hügelreihen durchzogen, die sich südlich vom Hymettus, wo die Halbinsel immer schmäler wird, zu einem zusammenhängenden Gebirgszuge, dem Lauriongebirge, vereinigen, das in einem steil gegen das Meer abfallenden Vorgebirge, dem Kap Sunium, endet, auf welchem noch jetzt ansehnliche Ruinen eines Tempels der Athene sich erheben, von dessen Säulen das Vorgebirge jetzt von den Schiffern Kap Kolonnäs genannt wird. Das Lauriongebirge war im Altertum durch seinen Silberreichtum für A. von hoher Bedeutung; doch wurden die anfangs sehr ergiebigen Gruben so eifrig ausgebeutet, daß man schon bald nach Christi Geburt den Betrieb derselben einstellen mußte. Erst in der neuesten Zeit hat man nicht ohne Erfolg versucht, die von dem alten Betriebe noch vorhandenen Schutt- und Schlackenhaufen nochmals zu verwerten. Diese Gebirge treten teils unmittelbar bis an das Meer hinan, teils hat sich an ihrem Fuße an-Bralleancese Land in größerer oder geringerer Breite angesetzt, welches Strandebenen bildet, in denen im Altertum zahlreiche Ortschaften lagen. Die bedeutendste unter denselben ist die Ebene von Marathon an der Nordostküste, eine ungefähr 9 kKm lange und 2 —4 km breite Niederung mit einem ausgedehnten Sumpfe im NO., welche 490 v. Chr. der Schauplatz der Niederlage des Perserheers war. Größere Ebenen, die sich entweder von der Küste aus weit ins Innere der Landschaft hineinziehen oder ganz vom Meere abgesondert sind, hat die Landschaft nur drei: 1) die Ebene von Athen, oft auch nur adie Ebener (Pedion) genannt; 2) die kleinere, durch das Agaleosgebirge von der athenischen getrennte Thriasische Ebene (so benannt nach einer alten Ortschaft Thria); 3) die Ebene zwischen dem Hymettus und den niedrigern Bergzügen der Ostkuste die mit der athen. Ebene durch das Pentelikon und Hymettus scheidende Thal zusammenhängt. Die Bewässerung der Landschaft ist eine sehr spärliche. Die bedeutendsten Bäche sind noch die beiden der athen. Ebene: der am südwestl. Fuße des Pentelikon bei der baumreichen Ortschaft Kephisia entspringende, durch verschiedene Zuflüsse vom Parnes Phiee Ke 77 der die Ebene in südwestl. Richtung durchsli t und westlich von der Stadt in zahlreiche Kanäle zur Bewässerung der Gärten und Baumpflanzungen abgeleitet wird, und der Ilissus, der, vom nördl. Fuße des Hymettus herkommend, an der Ost⸗ und Südseite der Stadt vorüberfließt und sich südwestlich von derselben im dürren Boden verliert. Außer diesen sind noch der gleichfalls Kephissus genannte Bach der Ebene von Eleusis, der die Ebene von Marathon durchschneidende Gießbach von Gnos (so benannt nach einer nördlich von Marathon gelegenen alten Ortschaft) und der weiter südlich an der Ostkuüste, bei der alten Ortschaft Araphen lietzt Raphina) vorüberfließende Erasinos zu erwähnen. Der Boden des Landes ist fast durchgängig ein leichter, ziemlich dürrer und steiniger Kalkboden, der wenig für Weizenbau, besser für Gersten⸗ und Weinbau, besonders aber für den Olbaum und Feigenbaum geeignet * daher Ol und Feigen im Altertum und noch heutzutage die Hauptprodukte des Landes und Gegenstände der Ausfuhr waren und sind. Auch die Viehzucht ist noch jetzt bedeutend, und im Altertum genoß die Wolle eines vorzüglichen Rufs. Die Gebirge liefern, abgesehen von den jetzt erschöpften Silberadern des Laurion, trefflichen Marmor, der Erdboden an mehrern Stellen, besonders auf der südöstlich vom Hafen Piräus und der Bucht von Phaleron sich hinziehenden, im Vorgebirge Kolias (jetzt Hagios Kosmas) endenden Küstenstrecke, sehr der 3 Töpferthon, daher die Töpferei ein Prot er Industriezweig im alten Athen und ihre Produkte die Gegenstände eines sehr ausgedehnten Handels waren. Die Bewohner der Landschaft gehörten im Altertum, Borzeit von einigen pelasg. Elementen der grauen Vorzeit und den zahlreichen, später in Athen sich dauernd aufhaltenden Fremden, dem ion. Stamme an, und zwar rühmten sie sich, Autochthonen, d. h. eine ureinheimische Bevölkerung zu sein, deren Urväter unmittelbar aus dem Boden des Landes entsprossen, weil sie seit den I. Zeiten in ununterbrochenem Besitze desselben geblieben waren. Wie alle ion. Völker, lasen sie ursprünglich in vier Stämme oder Klassen (Phylen): die Geleontes (die Thertanch, oder Adeligen), die Hopletes (die Kriegerkaste), die Agikoreis (Ziegenhirten und Hirten überhaupt) und die Ergadeis (Ackerbauer). Nach der Überlieferung bestanden in der ältesten Zeit 12 selbständige Städte oder Gemeindeverbände nebeneinander im Lande, teils einzelne, noch später fortbestehende Ortschaften, wie Cecropia (das spätere Athen), Eleusis, Dekeleia und Aphidna (diese beiden im Norden des Landes), Brauron (in der Mitte der Ostküste), Thorikos (im südlichsten Teile der Ostküste), hisa, (von unbekannter Lage), Sphettos und Kephisia, teils Vereinigungen mehrerer Ortschaften, wie die Epakria (das nördl. Ner Städte eine Tetrapolis v (Verbindung von vier Städten) in der Ebene von Marathon und eine «Tetrakomias (Vereinigung von vier Dörfern) im südlichsten Teile der athen. Ebene. Diese 12 Gemeinden Drup durch uen m zu einem polit. Ganzen, dessen Hauptstadt Athen wurde, vereinigt worden sein. Die Gliederung des Volks nach den vier Phylen blieb sowohl unter den Königen, als auch unter den Archonten (s. d.). Auch der Gesetzgeber Solon (s. d.) hob diese Gliederung nicht auf, sondern stellte nur neben sie, teils um den Einfluß der alten ere Berteikungde zu mindern, teils um eine gerechtere Verteilung der Staatslasten herbeizuführen, eine Einteilung der gesamten Bürgerschaft in vier Vermögensklassen. Erst . auf und ieh die altion. Stammeseinteilung in A. auf und etzte an die Stelle derselben eine neue Gliederung des Volks in 10 Phylen, welche nach altatt. Heroen (Eponymen) benannt wurden. Jede dieser Phylen erhielt eine bestimmte Anzahl Gemeinden (Demen) zugeteilt, die in verschiedenen Teilen der Landschaft lagen. In der Regel bildete jede nicht ganz unbedeutende Ortschaft einen besondern Demos, größere wie die Stadt Athen und die Stadt Brauron der Ostküste, waren in mehrere Demen geteilt. Die Zahl der Demen war zu verschiedenen Zeiten ver11 um den Beginn der 96 tl. Zeitrechnung oll sie 174 betragen haben; durch Schriftsteller und 94 al, sind die Namen von etwa 180 derselben berliefert, aber von vielen freilich ist die Lage nicht mehr zu bestimmen. Verzeichnisse derselben geben: Leake, »Die Demen von . (übersetzt von Bestermann, Braunschw. 1840); Roß, Die Demen von A. und ihre Verteilung unter die Phylen⸗ (herausg. von Meier, Halle 1846); H. Gelzer im ng zu C. Fr. Hermanns „Lehrbuch der griech. Staatsaltertümers (5. Aufl., Heidelb. 1875). Die Gesamtzahl der bürgerlichen Bevölkerung hat nach Schätzung in der Blütezeit des Staats, Köpfe, die der Schutzverwandten (Metöken) gegen 40000 Köpfe betragen. Daneben aber stand eine Sklavenbevölkerung von etwa 400 000 Köpfen, sodaß die Haft des L der freien und unfreien Ein500000 M des Landes sich bis auf mehr als 500000 Menschen erhob. Eine Vermehrung der 10 Phylen um 2 neue fand 307 v. Chr. statt. Dieselben wurden aus Schmeichelei für Demetrius Poliorketes nach ihm und seinem Vater Antigonus Antigonis und Demetrias benannt. Doch wandelte man den Namen der erstern um 265 v. Chr. zu Ehren des ägypt. Königs Ptolemäus II. Philadelphus in Ptolemais, den der letztern um 200 zu Ehren des Königs Attalus I. von Pergamum in Attalis um. Endlich wurde unter dem Kaiser Hadrian noch eine 13. Phyle Denwer gt und diese nach diesem großen Wohlthäter der Stadt Athen Hadrianis benannt. In politischer Hinsicht war A. im Altertum die am meisten konzentrierte Landschaft von ganz Griechenland. Die Hauptstadt war nicht nur der Sitz der Regierungsbehörden, sondern auch der Gerichte und der Volksversammlungen, in deren Händen seit den demokratischen Reformen, die von Kleisthenes begonnen, von Perikles vollendet worden, die souveräne Entscheidung über alle Staatsangelegenhaunth 185 ie e und für die Geamtheit der griech. erhältnisse bestimmende Rolle, welche Athen und mit ihm das attische Land und Volt in der polit. und Kulturgeschichte Griechenlands spielt, kann nur im Zusammenhange der Gewpuchte Griechenlands überhaupt ihre richtige Würi finden. (S. Griechenland.) (Bd. 1, Lpz. 1862), C. Curtius, «Erläuternder Text der 7 Karten zur Topo raphie von Atheno (Gotha 1868); E. Curtius und J. A. Kaupert, «Karten von Attika » (eft 2, Berl. 1881). „Inm jetzigen Königreich Griechenland bildet A. im Verein mit Megaris, Böotien und den Inseln Salamis (jetzt vom Volke nach ihrer Gestalt 4 die Brezebo, Kuluri, genannt) und Agina die Nomarchie Attika und Böotien. Dieselbe umfaßt in den fünf Eparchien A., Agina, 199 185 Lebadia und Megaris 6426 qkm mit (1879) 185 364 E.; die Bevölkerung der Eparchie A. allein (mit e der iche Bevölkerung äftigt sich hauptsächli mit Ackerbau, Weinbau und Viehzucht. In der Ebene von Athen sind noch jetzt ausgedehnte Ölbaumpflanzungen; außerdem sind der Tabak⸗ und der Seidenbau nicht unbedeutend. dem Hauptgesimse sich erhebender Aufsatz, meist eine e kurzerer Wandpfeiler, die man auf das Gebält einer Säulenreihe stellt. Dem System des och. Säulenbaues Bonenbaues 2 findet er nur m System des röm. Bogenbaues Anwendung, besonders über gewölbten Thoren und Triumphbogen, wo er zum sesten Abschluß der Masse und zur Aufnahme von Inschriften dient. ber 5. Abkunft, folgte 433 n. 3—91 mit seinem Bruder Bleda seinem Oheim Rugilas (Ruas) in der Pannonie über die hunn. Scharen in den Ebenen annoniens. Die Brüder begannen ihre 7½0 damit, daß sie dem schwachen oström. Kaiser Theodosius II. neben andern Vorteilen die Erhöhung des bisherigen Jahrgeldes achdem . 444 dcn auf das Doppelte abtrotzten. Nachdem A. 444 den mildern Bleda durch Meuchelmord beseitigt, vereinigte er allmählich die meisten hunn. Stämme, welche früher hunter eigenen Häuptlingen gestanden hatten, zu einer einzigen großen Heeresmasse. Der 5, da seiner gewaltigen Persönlichkeit war so groß, daß sich der Glaube an seine höhere Berufung und Unüberwindlichkeit verbreitete, den er durch das Voreben, das Schwert des Kriegsgottes gefunden zu haben, schlau zu nähren wußte. Durch Waffengewalt oder den Schrecken seines Namens vereinigte er die styth. und german. Völkerschaften von der Wolga bis tief nach Deutschland hinein zu einem riesigen Völkerbunde, * Glieder, so 15 Cprache nach Gesetzen und Sitten, Abstammung und Sprache sie auch waren, ihn als ihren Herrn ehrten und 06. iden, Rugier, Heruler, Longobarden, Thüringer, zwischen Wolga und Don seßhaften Acatziren (Chazaren), ein Volk türk. Ablanft. Selbst die er solll Eer durch einen siegreichen Feldzug gedemütigt haben, doch vermochte er seine Herrschaft unter ihnen wenigstens nicht dauernd zu begründen. Im Besitze einer e ungeheuern Heeresmacht schien das Oströmische Reich eine leichte Beute. Kaiser Theodosius II. suchte die Macht A.s zunächst dadurch zu brechen, daß er die Chazaren zur Empörung reizte. Aber A. unterdrückte schnell den Aufstand und stellte nun an Theodosius die härtesten Forderungen. Als diese Scharen die wurden, überschwemmte er mit seinen Scharen die illyr.⸗thraz. Halbinsel, drang bis in die Nähe von Konstantinopel vor, zerstörte 70 Städte und führte unermeßliche Beute und eine roße Menge Gefangene über die Donau weg. heodosius „ in einen e nachdem er drei Schlachten verloren, in einen Vertrag willigen, worin er an A. das südl. Uferland der Donau von Singidunum bis Naissus überließ und ihm einen jährlichen Tribut von 2100 Pfd. Goldes bewilligte. Seit der kräftige Marcian Herr des östl. Reichs geworden war und eine entschlossenere Sprache gegen A. zu Waten begann, nahm dieser seine Richtung gegen Westen. Geiserich, der König der Vandalen, der den mit Rom verbündeten König der Westgothen, Theodorich, schwer beleidigt hatte und dessen * fürchtete; soll A. zu einem onde nach die Sowe aufgereizt haben. Kaiß so Balenria, die Schwester des weström. Kaisers Valentinian III., welche wider ihre Neigung von ihrer Mutter zur Ehelosigkeit bestimmt war, dem A. heimlich ihre Hand angetragen, der röm. Hof aber dessen Werbung und seine Ansprüche auf einen Teil des Reichs als Mitgift abgewiesen haben. A. brach 451 an der Spitze des gesamten Heerbannes der unnen und der ihnen unterworfenen Völker aus einem Hauptsitze in der Gegend des heutigen Tokay auf und zog ——— Noricum, Vindelicien und Alemannien, die Streitkräfte dieser Völker zum Anschluß zwingend. Dann überschritten die Hunnen den Rhein und erfüllten das Land bis zur Loire mit Raub, Mord und Verwüstung. Schon lagerte A. vor den Mauern von Orléans, als der weström. Deal Aêtius (s. d.), dem es gelungen war, die estgothen, Franken, Sachsen, Alanen und andere Völkerschaften zu vereinigen, mit seinem buntge⸗ . Heere Heranrückte. Auf die Kunde davon hob A. die Belagerung von Orléans auf und zog sich über die Seine Uchhe n der Catalaunischen Ebene, wahrscheinlich bei Chälons an der Marne, trafen die Heere aufeinander. Schnell durchbrachen die Hunnen die Mitte des röm. Heers, wo die unuverlässigen Alanen standen, und drängten dann, ich zur Linken wendend, auch die Westgothen zurück, deren König Theodorich selbst im Kampfe fiel. Schon schien der Sieg dem A. gewiß, als Thorismund, Theodorichs Sohn, sich mit solchem Un estüm auf das vorausgeschrittene und entblößte itteltreffen der Hunnen warf, daß sich diese bei einbrechender Nacht in ihre Wagenburg zurückziehen mußten. A. hielt seine Lage für so gefährlich, daß er aus Sätteln und eß, um Decken einen Scheiteraufen auftürmen ließ, um äußerstenfalls in den lammen zu sterben. Aber seine Gegner begnügten ich mit dem Resultat der Schlacht und ließen ihn ungehindert über den Rhein zurückgehen. Die erlittene Niederlage hatte die Macht A.s keineswegs gebrochen. Aufs neue warb er um die Hand der Honoria und brach, als sie ihm abermals verweigert wurde, schon im — Frühjahr (452) durch die Alpenpässe in Oberitalien ein. Aquileja, adua, Vicenza, Verona, Bergamo und andere tädte gingen in Flammen auf, und bald war ganz Oberitalien in Laurt Gewalt. Schon erwartete Rom das eindliche eer vor seinen Thoren, als A. plötzlich Italien verließ. Dieser unerwartete Entschluß war, wie die Legende berichtet, der von einer Er⸗ .— des Petrus und Paulus unterstützten Beredsamkeit des röm. Bischofs Leo, welcher mit einer Gesandtschaft in A.s Lager erschien, zu danken; doch mögen Mangel an Lebensmitteln, ausgebrochene Seuchen und die Bedrohung der Heimat durch Truppen des Ostreichs A. Bald⸗ schon zur Umkehr geneigt denem! haben. Bald nach der Rückkehr starb A. in seinem pannon. Standlager, nachdem er eben zu seinen zahlreichen Weibern noch die schöne I. dico geheiratet (454). Als am Morgen nach der Aichterf die Hofleute und die Krieger, durch das ichterscheinen ihres Herrn beunruhigt, in sein Zelt drangen, fanden sie Ildico verschleiert bei dem Leichnam A.s sitzen. Im Schlafe soll ihm nach überreichem Weingenuß eine Ader geborsten sein; daß Eane ihn ermordet Leich scheint eine unbegründete age zu sein. Sein Leichnam wurde in drei Särge, von Gold, Silber und Eisen, eingeschlossen; die Ge⸗ ö fangenen, die das Grab gemacht hatten, wurden getötet. Einer in Ungarn weitverbreiteten Sage nach soll der Sarg in dem Boden der aus ihrem Bett geleiteten und dann wieder in dasselbe zurückgeführten Theiß begraben worden sein. A.s äußere Erscheinung und ganzes Wesen zeigten entschieden das Gepräge des mongol. Volksstammes dem er angehörte. Er wird geschildert als ein Mann von kurzem, unförmlichem Wuchse und breiten Schultern, auf denen ein dicker Kopf mit flacher Nase und tiefliegenden kleinen Augen saß; der Blick seiner Augen aber war durchdrin end und schwer zu ertragen. Sein Gang war stolz, feine Stimme stark und wohltönend. Das Reich, welches er gegründet, zerfiel ebenso schnell, als es entstanden war, aber in Sagen und Liedern lebte die Erinnerung an den gewaltigen Eroberer, bei den german. Völkerschaften Etzel (s. d.), auch die Gottes⸗ * genannt, noch lange fort. gl. Joh. von Müller, A., der Held des 5. Jahrh.⸗ (Wien 1806); Klemm, «A. nach der Geschichte, Sage und Legendey (Lpz. 1827); Haage, «Geschichte A.so (Celle 1862); Thierry, Histoire d'A. et des successeursy (4. Aufl., Par. 1874; deutsch von Burckhardt, 4. Aufl., 2 Bde. Lpz. 1874).