FeedAula od. Aule
BaukunstBau-Lexikon 1881

Aula od. Aule, f., griech. a, lat. aula, f., ursprünglich freier Platz an Gebäuden, Vorhof des griechischen Wohnhauses, s. Haus; später auf das Atrium (s. d.), dann auf Gerichtssitzungsplatz, Vorsäl, Empfangssal übertragen, in den altchristlichen Basiliken Theil der Vorhalle vor dem Mittelportal, später Platz für die Laien, Kirchenschiff, Langschiff; à. baptismalis, Baptisterium, a capitularis, Kapitelsal; a. redemtoria, Remter; jetzt in Schulen, bes. aber in Universitätsgebäuden der große, zu Feierlichkeiten, Festreden, Prüfungen etc. bestimmte Hauptsal, mit Rednerbühne, Katheder etc.; Aula augusta, der kaiserliche, Aula regia, der königliche Hof, d. h. der Palast mit allen Nebengebäuden. Auulaeum, n., gewöhnlich im Plural, aulaea, aulea, lat., griech. &νάα, Vorhang, Theatervorhang, Behänge, s. Antipendium. Aulaea suspensa, Baldachin aus Stoffen, von oben herab an den Zipfeln aufgehängtes Tuch, daher auch übertragen auf ein Kugelgewölbe, welches eigentlich für den durch dasselbe bedeckten Raum zu groß ist, so daß die Mauern Segmente davon abtrennen und es also die Gestalt eines an den Ecken aufgehängten Tuches in umgekehrter Stellung bekommt; s. böhmisches Gewölbe.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 191Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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