Aula (grch. &νν), der offene, von Wohnräumen oder bei größern und prächtigern Anlagen von Säulenhallen umgebene Lichthof, welcher, ungefähr dem röm. Atrium mit dem Impluvium entsprechend, den Mittelpunkt des griech. Wohnhauses bildete. Bei den Römern wurde seit der Kaiserzeit das Wort A. für die Paläste der Fürsten sowie fur die Hofhaltung derselben gebraucht. In den kirchlichen Sprachgebrauch fand das Wort a Eingang als Bezeichnung für den Vorhof der Kirchen, und später wurde — das Schiff der Kirche als die ganze Kirche auch A. genannt. Endlich 68 der Name A. auf die großen, zu öffentlichen Ver sammlungen, Feierlichkeiten, Disputationen, Redeakten, Prüfungen u. dgl. bestimmten Säle in Universitätsgebäuden, Gelehrtenschulen u. s. w. über.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 226Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei