Balken, m., Zalche, f., aohien m. in Bayern u. Tirol: engl. beam, balk, baulk, lat. trabes, ital. trave, span. trabe, 1. Nichttechniker pflegen so jeden vierkantig behauenen Stamm, Baum etc. zu nennen. — 2. In der Mechanik und Maschinenkunde jeder längliche Körper von beliebiger Längengestaltung und Querschnittsform, auch von beliebigem Material, der irgend etwas zu halten oder zu tragen hat. — 3. (Hüttenw.) Balken eines Hohofens, franz. pont, autel, m., engl. bridge, s. v. w. Feuerbrücke (. d.). — 4. In der Zantechnih wird die Benennung ausschließlich angewendet auf wägerecht liegende, auf beiden Enden, öfter auch dazwischen unterstützte, annähernd od. ganz prismatis che Körper, die dazu dienen, eine Oeffnung od. einen Raum zu überdecken, resp. einen darauf ruhenden Sbibliothek Heidelberg Fußboden zu tragen. Mehre Balken neben einander bilden ein Gebälke od. eine Balkenlage (s.d.). Man unterscheidet: I. Nach der Lage in den Geschossen: Kellerbalken, Geschößbalken, Dachbalken, Kehl-u. Hain⸗ oder Hahnbalken. A. Kellerbalken, frz. poutre de cνe, engl. cellar-beam; s. darüber den Art. Balkenkeller. B. Geschoßbalken, frz. poutre d'étage; diese bilden die Untergebälke, Geschoßgebälke, Stockwerksgebälke od. Zwischenbalkenlagen. Ihrer Funktion nach zerfallen sie in a) Bundbalken, Wandbalken, franz. poutre d'un assemblage, poutre portante une charpente, in welche sich die Säulen und Bänder einer Fachwand einzapfen; b) Giebelbalken, welche unmittelbar an den Giebelmauern anliegen; 6) Streichbalken, Streif-(Scheide-) oder Ortbalken, welche neben die massiven Scheidungen oder Umfassungen zu liegen kommen u. etwas weniger Stärke als Wand⸗ und Giebelbalken erhalten; d) Bindebalken, franz. solive de toute portée, engl. bind-beam, s. d. Art. Binderbalken; e) leere Balken, Leerbalken, poutre ou solive de remplissage, engl. common beam, welche außer dem Tragen des Fußbodens keine weitere Funktion haben. C. Dachbalken, m., frz. poutre de ferme, engl. 1OOfbeam, in den oberen oder Dachgebälken hat man a) Dachbéeam, auf welche sich direkt das Bindergespärre(Dachbin-Sev sd 5.0, indtrelt also alle zum Quer-⸗ und Längenverband des Dachwerkes bestimmten Hölzer aufsetzen, und welche meist zugleich als Zugbalken frz. entrait, tirant, m., engl. tie-beam, auch verhüten, daß der Sparrenschub sich den Mauern mittheile. Sie werden dann auf Zerreißen u. Zerbrechen zugleich in Anspruch genommen u. dienen dazu, den Schub in vertikalen Druckzu verwandeln; damit dieser nun nicht blos auf die unmittelbar unter ihnen befindlichen Theile der Mauer wirke, legt man sie auf Mauerlatten. Mehr darüber s.unter Balkenlage u. Dach. 5) Leerbalken liegen, wöste vorhanden sind, gleich den Binderbalken auf den Mauerlatten, haben aber außer dem Fußboden blos das einzelne über ihnen stehende Leergespärre zu tragen. c) Gratbalken, frz. Coyer, engl. arrisbéeam, und Kehlbalken, besser Einkehlbalken, frz. eoyer de noulet, engl. valley-béam, liegen schräg in der Balkenlage (s. d.) und empfangen die Grat- resp. Kehlsparren. d) Stichbalken, m., franz. blochet, m., solive retroussée, engl. dragon-pieéce, hammerbeam, Gratstichbalken, frz COyer retroussé, engl. hammer-arrisbeam, und Stichbalken des Gratbalkens, Gratbalkenstich, franz. embranchement m. du coyer, engl. arrisbeam-brace, sind sämtlich kurze Balkenstücke, welche an einem Ende in einem durchgehenden B. oder einem Wechsel eingezapft u. blos am andern Ende auf die Mauerlatte (s. d.) od. den Wandrahmen (Pfette) aufgekämmt oder aufgedollt sind, und in welche, so wie in die ganzen durchgehenden B. die Sparren, sich die Schifter einsetzen. D. Kehlbalken od. Stuhlbalken, frz. second entrait, petit entrait, entrait supérieur, engl. collar-beam, sind solche, welche, auf dem Dachstuhl ruhend, mit den Sparren verbunden sind und zusammen die Kehlbalkenlage bilden, also im Dach selbst ein Geschoß abtheilen, dessen Fußboden sie tragen. Man unterscheidet hier wie bei den Dachbalken: a) Kehlbinderbalken, b) Kehlleerbalken, e) Kehlgratbalken, d) Kehlstichbalken, frz.entrait retroussé, engl. hammer-collar-beam, u. Kehlgratstichbalken od. Stuhlgratstichbalken; diese kämmen sich auf den Stuhlrahmen u. verzapfen sich in den Sparren. Sind mehrere dergl. Kehlbalkenlagen, also mehrere Dachbodengeschosse, über einander gestellt, so heißen E. die dem First zunächst liegenden hahnenbalken, Hain. balken, Spitz od. Kathenbalken, frz. kaux entrait, engl. topbeam. Auch ihnen entsprechen Stich⸗ u. Gratstichbalken; diese kämmen sich auf den obersten Stuhlrahmen und verzapfen sich mit den Sparren. OELBERG O Universitatsbibli II. Nach spezieller Funktion oder Lage, ohne A. Pollbalken oder Durchbalken, frz. poutre ou solive passante, die durch die ganze Gebäudetiefe durchgehen; sie sind entweder ganze B. oder gestückte, gestoßene B., und theilen sich wiederum ein in: a) Binderbalken, Zug⸗