FeedBeschlag
NaturlehreBau-Lexikon 1881

Beschlag, m., 1. franz. armature, f., engl. armature, auch Armirung, Armatur genannt, s. v. w. Beschläge (s. d.). Selten nennt man in der Praxis ein einzelnes Beschlägestück einen B., wohl aber versteht man unter „B.“ die Beschläge eines Gegenstandes in ihrer Gesamtheit. — 2. Geschlag in chemischem Sinn, frz. eflorescence, f., nennt man die krystallinischen Ueberzüge, welche z. B. an feuchten Steinen, Mauern etc. entstehen, wenn die Feuch-OTHHEK LBERG O Universitatsbibliothe abdunsten kann. An Backsteinen zeigt sich oft B., von aus krystallisirendem Bittersalz (schwefel-Magnesia); an Mauern zeigt sich als B. salpeters. d. Art. Mauersalpeter. B. auf der Kohle wenn gewisse Metalloxyde mit derLöthrohrflamme werden und sich an den kälteren Theilen der wieder ansetzen. Vgl. auch Art. Mauerfraß, Moder, — 3. B. eines Gefäßes, frz. Iut infusible, fire-lute, Schmelzüberzug, Email, auch provisori-Ueberzug über Gefäße u. Oefen, um sie vor zu starker des Feuers zu schützen; ein solcher B. für besteht aus zwei Theilen Ziegelmehl oder Lehm, Kohlenstaub u. Wasser; für Glas aus Lehm, Sand Kälberhären oder geschlämmter Kreide u. Thon, oder ᷓV. len Ueberzugs, frz. doublure, engl. ᷓV sheathing, Hning, aus irgend V einem Stoff, der aber nicht durch TNVöòDVTVòVINN II. In der Bedeutung eines theil⸗ ̃ss weisen Ueberzugs mit Aletall, meist (s mitEisen, frz.monture, f., ferrure, könnte sie eintheilen nach ihrem Zweck in B. und Zier-B., oder nach den an denen sie angebracht sind, in Holz-B. an Sparren, Pfählen etc.; Werkzeug-B., Thür-B., Schrank-B., Kasten-B. u. Zeug-B. an gehen- als Rädern, Wellen etc. Rufzählung der einzelnen B. unter diesen Abtheiwürde zu vielen Wiederholungen führen. Nur Andeutungen seien deshalb hier gegeben— Schutz-B. z. B. Gewändeecken, Radstößer, Eisbrecher. Kastenkarren etc.; Zier-B. Chatullen, Bücher etc. B.n, Verband-Ban, Armirungen gehören Anker, Klammern, Hirnringe, Zwingen, Schuhe Sparren, Balkenköpfe, Streben, Pfähle etc.), Bolzen, Bänder, Gebinde, Eckbleche, Schienen etc. iglit / mothes 18815d1/0364 Zu den Werkzeugs-Ban die Zwingen, Ringe, Reifen, Bunde, Bänder, Winkelbänder u. dgl. mehr. Zu den Thür-Bin die verschiedenen Bänder, Schlösser, Schlüssel, Krampen, Klinken, Dreher, Drücker, Klopfer, Knöpfe, Riegel, Winkelbänder, Schienen, Schraubenbolzen, Rollen, Ruder, Schilde, Schließbleche, Schließhaken, Gegengewichte, Thürzuwerfer u. dgl. mehr. Zu den Fenster-Bin ebenfalls verschiedene Arten der Bänder, Verschlußbeschläge, Dreher, Drücker, Knöpfe, Riegel, Winkelbänder, Schienen, Schilde, Schließhaken etc. Bei Schrank-Ben und Kasten-Ben kommen fast alle die bei Thüren und Fenstern verwendeten Beschlagtheile in Anwendung, außerdem aber noch Buckeln, Eckschienen, Füße, Knäufe, Henkel, Bügel etc. Das Zeug-B. für gehendes Zeug ist so manchfach, daß eine Aufzählung hier zu weit führen wurde; am häufigsten wiederkehrend sind Ringe, Zwingen, Achsstifte, Bolzen, Nabenringe, Radreifen etc. Da man nun im gewöhnl. Geschäftsgang in baulicher Beziehung unter dem Namen B. blos die B. für Thüren, Fenster, Fensterläden und etwa für Kasten und Schränke versteht, so sei nur betr. dieser hier noch Einiges angeführt. Man kann dieselben in folgender Weise eintheilen: A. Beschläge zu Befestigung der Fntterrahmen. (Futterbeschläge). Wenn man bei Fenstern od. Thüren, welche in Steingewände zu stehen kommen, bei Wandschränken u. dgl., die Bänder nicht direkt in dem Stein befestigt, sondern entweder wegen des bessern Verschlusses oder wegen des eleganten Aussehens erst einen Futterrahmen an die Steine anlegt, in den man dann die Flügel einsetzt, so macht sich eine Befestigung der Futterrahmen an dem Gewände nöthig, welche den Erschütterungen bei Bewegung der Flügel zu widerstehen im Stande ist und eine Dichtung der Fuge zuläßt. Bestehen die Gewände aus Hausteinen, so lasse man an dieselben keinen Falz zu Aufnahme der Futterrahmen arbeiten, weil dieser die Dichtung sehr erschwert (s. d. Art. Falz und Gewände), sondern man lasse den Anschlag (s. d. 2. und 3.) recht genau ebenen. Bei gemauerten Gewänden lasse man ihn vor dem Einbringen der Futterrahmen recht genau eben putzen. Trotz alledem wird aber der Futterrahmen nur dann vollständig dicht anliegen, wenn er mit einer gewissen Gewalt an die Anschlagsfläche des Gewändes angepreßt wird. Dies nun, sowie die eigentliche Befestigung, erlangt man durch die Futterbeschläge. In Fig. 534 —536 sind die gebräuchlichsten unter denselben dargestellt, und zwar 534 und 535 in ½, Fig. 536 in ½ der natürlichen Größe; A ist das Gewände. a das eigentliche Futterbeschläge besteht bei Fig. 534 u. 535 aus Schraubenbolzen, die mit dem aufgehauenen Ende in den Stein eingesetzt und verbleit oder verkittet werden und ganz trocken sein müssen, ehe man die Schraube anzieht. Dennoch riskirt man bei Fig. 534, daß sich der Bolzen herauszieht; auch bei Fig. 535 ist dies allerdings minder, aber ein Ausspringen der Steinecke sehr leicht möglich. Am sichersten, aber freilich«auch am wenigsten dicht, ist die Befestigung mit Bankeisen, die in die Laibungsmauer eingeschlagen werden, Fig. 536; etwas vermehren kann man die Dichtigkeit noch hier, wenn man zwischen au. das Mot hes, Illustr. Bau-Lexikon. 4. Aufl. I. Fenster beiserne Keilchen eintreibt. Manche rechnen auch noch die Deckleiste zu den Futterbeschlägen. B. Einhängungs⸗ oder Bewegungsbeschläge, franz. penture, f. engl. hinge, zur Verbindung der beweglichen Flügel mit den Futterrahmen oder Gewänden. Wo die Flügel sich drehen sollen, nennt man diese Beschläge Bänder oder Angeln; s. d. Art. Band und Angel, wo die verschiedenen Arten einzeln erwähnt sind. Die Art und Weise, wie Fischbänder an Futterrahmen und Flügel befestigt (angeschlagen) werden, erhellt aus Fig. 534, wo e den Dorn des Fischbands, k den untern Bandlappen, g den obern Bandlappen, h die Nietstifte bezeichnet. Fig. 537 zeigt ein Band für kleine Fensterflügel in größeren oder in Glasthüren, a ist das Rahmholz des großen Flügels, b das des kleinen, e das Band. Wenn die Flügel sich schieben lassen sollen, bestehen die Bewegungsbeschläge aus Schienen, Rollen, Rädern, Federn, Gegengewichten etc.; s. d. Art. Schiebefenster, Schiebethür, Fenster etc. O. Handhabungsbeschlü⸗ ge, frz. ferrure de maniement engl. handles, pl. Diese bestehen, ihrem Zweck angemessen, eigentlich nur aus Knöpfen, welche verschiedene Gestalt und Stellung haben, bei Fenstern gewöhnlich Aufziehknöpfe genannt; doch werden auch Handhaben und Bügel zu diesem Zweck angebracht; s. d. betr. Art. D. Verschlußbeschläge, Verschlüsse, frz. fermoir, mu, nfermeture, f. engl. shutting, closure. Dieselben sind sehr 3verschieden gestaltet. Bei Fenstern kommen zu diesem Zweck Sbibliothe& Heidelberg DFC und Espagnolettestangen; bei Thüren, Schränken u.Kisten die Schlösser u. Riegel mit zugehörigen Griffen, Klinken, Drehern, Schlüsseln, Schließblechen u. Schilden; s. d. betr. Art. E. Zierbeschäge, frz. ferrure décorative, engl. ornative furniture, faneymounting. Dieselben sind entweder verzierte Formen der wirklich aktiven B., wie deren schon in Fig. 408 und 409 S. 247 gegeben wurden, u. wie wir hier in Fig. 538 ein Bockshornband und in Fig. 539 das Ende eines langen Bandes aus dem Kölner Dom geben, oder sie sind zwar an ein aktives B. angefügt, aber eigentlich unnöthig, wie das in Fig. 540 dargestellte Klopferbeschläge aus Kloster Neuburg bei Wien, oder endlich sind sie rein ornamental, wie die Rosette Fig. 541, die übrigens auch als Unterlage für einen Knopf od. als Schild unter einen Kreuzgriff od. Keildreher dienen kann, od., wie das Eck-B. Fig. 542 u. einzelnen, hier blos flüchtig oder Art. Doppelfenster, Fenster, Schloß, Jalousie, Fensterladen, etc.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 352Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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