beschlagen, 1. akt. Z., franz. embattre, armer, ferrer, fretter, garnir, engl. to arm, to furnish, to mount, to bind with iron-work, to cloud, mit Beschlägen (s. d.) od. mit Beschlag (s. d. 1 u. 3) versehen; s. auch beschienen. — 2. intr. Z., frg. suer, engl. to grow mouldy, von Wänden s. v. w. schwitzen, bei Temperaturwechsel etc.; s. Beschlag 6. — 3. intr. Z., frz. se moisir, se chancir, tomber en efflorescence, engl. to effloresce, von Mauern, einen Beschlag (s. d. 2.) bekommen. — 4. akt. Z., franz. doubler, revétir, engl. to sheathe, to line, mit Beschläge (s. d. I.) versehen, auch verdoppeln, verhäuten * „Gauarrir, carrer, Fig. 544. Beschlagen des Holzes. 4. Beschlagen des Holzes. Außer dem in dem Art. behauen unter 2 im allgemeinen Gesagten ist hier in Bezug auf das eigentliche Verfahren Folgendes zu bemerken. Nachdem man, je nach dem vorhandenen Vorrath von Stämmen und nach der aus der Zeichnung ausgezogenen Holzliste, mit Umsicht beurtheilt hat, zu welchem Zweck dieser oder jener Stamm am vortheilhaftesten zu verwenden und wie er der ihm so gegebenen Bestimmung gemäß zu beschlagen ist, wird der Stamm auf die Haubänke gebracht (aufgebänkt). Nun wird er von allen Seiten betrachtet, um zu sehen, nach welchen Seiten derselbe am vortheilhaftesten zu beschlagen ist. Nachdem man ihn so gedreht hat, daß die gedachten Ebenen, die durch das Beschlagen an ihn gebracht werden sollen, lothrecht, resp. wägerecht stehen, wird obenauf ein kleiner Span wägerecht abgehauen (der Stamm wird geschaut), dann wird er so gewendet, daß diese Schauung lothrecht steht und derselben parallel auf der andern Seite die Stelle, mit der er auf die Bank zu liegen kommt (das Lager), etwas tiefer eingehauen. Jetzt wird der Stamm auf dieses Lager gelegt (er wird gelagert), dann aber abgeschnürt (s. d. Art. abschnüren 1), nachdem man etwaige Aststücke, Rinde, Beulen etc. abgeputzt hat, hierauf mit Klammern befestigt u. eine Seite desselben gestochen (s. d. Art. Einstich). Die zwischen den Einstichen stehen bleibenden Theile werden othek Heidelberg dem die beiden jetzt lothrecht stehenden Seiten auf diese f Weise beschlagen sind, wird der Stamm gewendet, mit der i weniger guten Seite nach unten, die obere Seite in Wäge r gebracht und nun auf der obern Seite das Abschnüren,‚ 2 dann das Einstechen etc. wiederholt, und so auf den beiden n andern Seiten beschlagen. Man sieht leicht ein, daß bei diesem Verfahren das Rechtwinkligwerden des Quer-r schnitts lediglich davon abhängt, daß der Arbeiter beim h Abschlagen der Hauspäne und beim Abbeilen die Seite weder unterhaut (nach unten zu viel wegnimmt) noch überhaut (nach unten zu viel stehen läßt); auch darf nicht über die Schnure hauen, d. h. an einer Stelle zu viel Holz wegnehmen. Bei akkurater Arbeit nun wird Gestalt u. Mäßtdes Querschnitts durch die Abschnürung bedingt,‚ d die nach folgenden Regeln vorzunehmen ist. 0 1. Beschlagen eines quadratisch vollhantigen Balkens ans einem Rundstamm. Soll aus einem runden Stamm ein vollkantiger Daen balken b. werden, so findet man die Größe der Seite des Quadrats, wenn man nach Fig. 544 den Wipfeldurchmesser ab mit 5 multiplizirt und das Produkt durch 7 dividirt; der uotient giebt die Seite 6 d des Beschlages. Um die Wipfelstärke eines Stammes zu suchen, der einen bestimmten quadratischen Beschlag gestatten soll, hat man die Seite des Balkens d mit7 zu multiplizi ren u. das Produkt durch 5 zu dividiren. 2. Beschlag eines vollkantigen Balkons von größter Tragfähigkeit. Der stärkste aus einem Rundstamm herstellbare vollkantige Balken ist ein solcher, dessen Breite sich zur Höhe verhült wie 5 zu 7; s. d. Art. Balkenstärke II. Will man nun die Wipfelstärke A Fig. 545 eines Baumes annähernd wissen, aus dem ein bestimmter hochkantiger Balken von größter Tragfähigkeit geschlagen werden kann, so multiplizirt man die Höhe des Balkens mit 5 und dividirt das Produkt durch 4. Will man dagegen wissen, wie breit der hochkantige Beschlag von einem bekannten Wipfeldurchmesser wird‚ so hat man den Durchmesser mit 4 zu multipliziren u. das Produkt durch ? zu dividiren. 3. Beschlag eines quadratisch baumkantigen Zalkens. Aus Mangel an starken Stämmen oder aus Ersparnis wird in vielen Fällen statt des vollkantigen Beschlags der baumkantige (s.d.) angewendet. Will man nun wissen, wie stark ein quadratischer u. nicht zu sehr baumkantiger Beschlag aus einem Baum von bekanntem Durchmesser werden kann, so multiplizirt man den Durchmesser des Wipfelendes à d Fig. 546 mit 6 und divirt das Produkt durch 7. Will man aus d.gegebenen Stärke des quadratisch baumkantigen Balkens den Wipfeldurchmesser ad des erforderlichen Stammes finden, so hat man die Seite à c Fig. 546 mit 7 zu multipliziren u. das Produkt durch 6 zu dividiren. 4. Beschlag eines hochkantig baumkantigen Balkens. Soll ein hochkantiger Balken bei dem Verhältnis der Breite zur Höhe wie 5 zu 7, ohne zu großen Schaden seiner Tragfähigkeit, aus einem Stamm baumkantig b. werden, so findet man die Höhe des Balkens, Fig. 547, wenn man den Durchmesser des Wipfelendes c d mit 10 multiplizirt und das Produkt durch 11 dividirt. Die Breite a b ergiebt sich aus dem Verhältnis wie 5 zu 7. Ist der Durchmesser eines Stammes zu bestimmen, aus dem sich ein bestimmter hochkantig-baumkantiger Beschlag herstellen läßt, so hat man die Höhe des gegebenen Beschlags mit 11 zu multipliziren und das Produkt durch 10 zu dividiren. Da nun die Splinttheile, also hier die baumkantigen Stellen, der Einwirkung der Witterung schlecht widerstehen, so pflegt man Verbandstücke, die nach einer Seite ins Freie kommen, so zu b., daß diese Außenseite möglichst vollkantig ist und weniger Splint zeigt, indem man beim Beschlagen von dieser Seite des Stammes mehr Holz wegnimmt, als von den anderen, also dem Kern näher rückt. Bei vielen Verbandstücken sucht man zwei gegen einander rechtwinklige Seiten auf diese Weise als gute Seiten herzustellen, die man dann beim Abbinden als Bundseite (s. d.) benutzen kann. Bei ovalem Querschnitt des Baumes wird der Stamm das erste Mal hoch gehauen, d. h. der größte Durchmesser wird lothrecht gestellt beim Lagern. Krumme u. sehr abschüssige Stämme werden in der Regel zu mehreren kürzeren Verbandstücken verwendet und zu diesem Behuf zuvörderst abgelängt (s. ablängen), dann aber, ohne den Stamm zu zersägen, jedes Stück desselben Fig. 548. Beschlagen der Steine. nach dem ihm zugehörenden Querschnitt behauen; die beim Zusammenstoß dieser verschiedenen Querschnitte entstehenden Absätze heißen Gesprenge. B. Beschlagen der Hausteine (s. d.). Nachdem der Stein aufgebänkt worden ist, macht der Steinmetz zunächst an einer der langen Seiten des Lagers einen Schlag von der Breite des Schlageisens; ist derselbe so weit geebnet, daß ein darauf gelegtes Richtscheit überall gut anschließt, so wird ein Richtscheit à b Fig. 548 aufgestellt u. ein anderes Richtscheit d auf der gegenüberstehen⸗ den Seite des Steines so einvisirt, daß a b und ed in eine Ebene fällt; nun wird nach C d eine Linie, Fig. 549. Beschlagen der Steine. dann auch die Linie à c u. bd am Stein angerissen und nach allen drei Linien Schläge geführt, dann aber der zwischen den nun in einer Ebene liegenden 4Schlägen stehende Bossen abgespitzt und charrirt, während man durch Auflegung des Richtscheits zuweilen die Arbeit prüft. Ist so die erste Lagerfläche geebnet, so wird der Stein derart umgekantet, daß jene Fläche lothrecht steht, an der obern Kante derselben eine Linie angerissen u. nach derselben ein Schlag de Fig. 549 gehauen. An diesen wird nun das Winkeleisen mit einem Schenkel angelegt u. nach dem andern db ein Schlag, dann aber rechtwinklig zu der dadurch gewonnenen Kante de der Schlag de gearbeitet und so fort. — Dieses Verfahren genügt natürlich nur zu Bearbeitung rechteckiger Steine. Sind die zu bearbeitenden Flächen gebrochen od. gekrümmt, so bedient man sich zu Bestimmung der Form dieser Flächen der Lehrbreter od. Schablonen (s.d.), man bretet den Stein ab; vgl. Art. abbreten. Ms.)