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Handwerk & GewerbeBau-Lexikon 1881

Bret, n., auch Prett, Planke, Diele, f., frz. planche, f., ais, m., engl. table, board, shelf, deal, plank, ital. tavola, asse, span. tablon, plancha, ripia, lat. asser. I. Bis zur Einführung des Metermäßes waren sie in der Regel 12, 14, 16, 18,20 Fuß lang; längere mußte man besonders bestellen, da die Zretmühlen nur selten darauf eingerichtet sind s.d. Art. Schneidemühle. Nach ihrer Stärke u. Breite unterschied man bis vor Kurzem: 1. In Nord⸗ u. Mitteldeutschland: Ausschußdiele, fehlerhaft und schwach, ohne bestimmtes Mäß; Herrenbret, Durchschnittsbret, Tafelbret, frz. Planche, f. ais m. de ½ pouced'épaisseur, engl. half-Plank, half-inch-plank, shelf; ½ Zoll stark, 6—8 Zoll breit, wahnkantig, ästig etc.; Schalbret, Beschlagbret, in den Marken Kistenbret, frz. planche de ½ pouce, engl. / plank, thin board, ½ Zoll stark, 68 Zoll breit, rein und gut, vollkantig; gemeines Bret od. Mittelbret, zolliges Bret, Bret im engsten Sinn des Wortes, in den Marken Schalbret, frz. planche de 1 pouce, engl. inch-Plank, board, 1 Z. starf, 8—10 3. breit; Spündebreit, frz, planche de 1½ pouce d'épaisseur, 1/¼/ plank, thick board, ½ Z. stark; hier und da wohl auch: halbes iglit / mothes 18815d1/0492 ek Heidelberg OFC Spündbret 1½ 3. stark, ganzes Spündbret, engl. 1¼al plank, /4 Z. stark; Nothholz (auf der Weser), eichene Dielen, NPM‚ 18—21 Z. breit, 6½ Fuß lang, . Z. dick, gewöhnlich zu B Sürgen verbraucht. — 2. In Süddeutschland: Halb⸗ fe holz, Dünnbret, österreich. Gemeinlade, Halbbret, 7½ 3.(1 stark, 14 F. lang; Sattelbret oder Mainbret, ¼¾ 3Z. stark,. D 12—14 F. lang; Schalbret, ¾ Z. stark, B. 1 Z. stark; de Bödstück oder ganzes B., Dickbret, österr. Banklade, / 3. stark. — 3. Die stärkeren Sorten heißen in Nord⸗ u. rc Mitteldeutschland Bohlen od. Pfosten, in Süddeuts chland be Dielen oder Zweilinge, wenn sie 2 Zoll, u. Dreilinge, wenn sie 3 3.stark sind; Schleifdielen, wenn sie 3½ Z. stark sind; E Stubendielen, 16 F. lang, 15 3. breit, 4½¼ Z. stark. In A München unterscheidet man: Tafelbreter, ½ Z. stark; ge⸗ ze meine B.er, 1 Z. stark; Falzbreter, 1½ 3. stark; Rähm⸗ * linge oder Riemlinge, 2 3. stark; Läden, über 2 Z. stark.tl In Preußen heißen die 2 Z. starken B.er Dielen, stärkere ä Planken. In Holland hat man noch geschilfte B.er, / li bis )½ Z. stark; noch schwächer sind die Fournierbreter. II. Seit Einführung des Metermäßes gelten folgende Benennungen und Mäße: Die Länge differirt von 3—7 ½ m. Bohle, 68—100 mm. stark; ganzes Spundbret, 50 mm. stark; halbes 40 mm. stark; Tischlerbret, 30 mm. stark: Schalbret, 20 mmm stark; Kistenbret, 15mm. stark. Die äußersten, aus einem Blockgeschnittenen Beer, welche auf einer Seite ganz baumkantig sind, heißen Schwarten, Schalen, die nächsten Schwart⸗ od. Endbreter, Ortdielen, Schmalbreter, Zaundielen, Schaldielen. Im Schiffsbau heißen die Bier Schiffsplanken, Caravellen od, Schnittbohlen, Karinbohlen, Säbelbreter od. bauchige Platten etc., die Mäße sind hierbei verschieden. III. Um Breter zu gewinnen, zerschneidet man die Bäume in sogen. Bretbänme, Bretklötze, Bretblöcke, auch Sägeblöcke gen., von 12, 14, 16 em. Fuß, neuerdings von 3, 4, 5, 6, 7½ m. Länge, und diese werden auf der Sägemühle od. auf einem Sägegerüst, Schneidrost, Sretrost, von den Rostschneidern mit der Schrotsäge in Bier zerschnitten. Bei Berechnung der B.er, die man aus einem Baum gewinnen kann, muß man den 8. Theil der Stärke auf die Sägeschnitte abrechnen. IV. Behandlung der Breter. Wenn die B.er aus der Mühle kommen, werden sie aufgeschränkt od. aufgestapelt (s. d.). Beim Aufstapeln thut man gut, sie zu hölzeln, d. h.durch Dazwischenlegen von Hölzchen den Luftzugang zwischen dieselben zu ermöglichen. Aber auch diese Vorsichtsmaßregel, vereint mit Abdecken oder sonstigem Schutz vor Regenwasser, verhindert das Verderben noch nicht vollständig. Um das leicht stattfindende Aufreißen der Bier, Pfosten u. Bohlen, bes. der buchenen, zu verhüten, verklebt man die Hirnseiten derselben mit Leinwand⸗ oder Papierstreifen; auch ist rathsam, die beim Hölzeln zwischen je zwei B.er zu liegen kommenden Bretstreifen(Stapelhölzer) ganz an das Ende herauszulegen, da das entgegengesetzte Verfahren das Aufreißen befördert; aus diesem Grund ist das Aufschränken der feuchten Ber im Dreieck, wobei die

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 480Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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