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NaturlehreBau-Lexikon 1881

Broyon, m., frz., I. die Lehmpatsche, Kalkkrücke. — 2. Der Farbläufer, Läufer, Reiber. Vruch, m., I. frz. rupture, cassure, brisure, f. engl. fracture, breach, ist in eigentlicher Bedeutung der Zustand u. die Handlung des Brechens (s. d.). Ueber die Größe der Kraft, welche an Gegenständen von verschiedenen Stoffen einen B. herbeiführt, s. Art. Festigkeit. — 2. Die Fläche, welche durch das Zerbrechen eines Gegenstandes sichtbar wird; bes bei Mineralien u. Metallen wird die Beschaffenheit des B.s als bes. wichtiges Merkmal angeführt. Man unterscheidet bes. faserigen, sehnigen B., frz. Cassure d fibres, c. fibreuse, engl. fibrous fracture; muscheligen B., frz. c. conchoide, engl. conchoidalf.; splitterigen B., frz. C. A éclats, engl. splintery f.; bei Metallen: feinfaserigen B., frz. o. à fines fibres, engl. f. with fine fibres; grobfaserigen B., frz. c. à grosses fibres, engl. f. with coarse f.; körnigen, griesigen B., frz. . grenue, c. à graines, engl. granular f.; feinkörnigen B., frz. C. à grains fins, engl. f. with fine grains; grobkörnigen B., frz. C. à gros Rrains, engl. f. with coarse grains etc. — 3. Die Stelle, wo ein Gegenstand zerbrochen ist od. eben zerbrechen will, vgl. Bruchort. — 4. Der Ort, wo man aus einem Gegenstand etwas herausbricht, z. B. die Oeffnung im Meiler, wo die fertigen Kohlen herausgenommen werden, die Oeffnung od. Vertiefung in der Erdoberfläche, in flachem Boden oder an einem Bergabhang, wo Steine, Kalk, Erze etc. gebrochen werden. — 5. frz. brisure, k., brisis, m., engl. break, bend, der Ort, wo etwas zusammengelegt od. gebogen ist, od. dieKante zweierzusammenhängenderFlächen, 3. B. der B. einer Blechtafel, eines Daches, einer Hausfront od. Mauerflucht, s. Brechung 6—8. — 6. frz. débris, die abgebrochenen Theile, also die Bruch stücke, z. B. einzeln liegende Steine, die in einer Bergart gefunden werden; diejenige Menge von Ziegeln, die man bei der Veranschlagung als während der Arbeit zerbrechend annehmen muß. — 7. Gesamtheit von Gegenständen, unter denen die Mehrzahl zerbrochen ist; daher z. B. ein Stück Wald, in dem durch einen Windbruch die großen Bäume umgestürzt sind, und welches sich dann in der Regel mit Unterholz bestockt; daher übertragen auf — 8. Sumpfstelle mit Unterholz bewachsen, frz. marécage, m. — 9. frz. fraction, nombre rompu, engl. fraction, broken number, in der Rechenkunst die Darstellung der Division zweier Zahlen, wobei an Stelle des Doppelpunktes der Bruchstrich angewandt wird. Die Zahl oberhalb des Bruchstrichs heißt Zähler, die unterhalb der Nenner; bei einem B. soll der Zähler in so viel gleiche Theile getheilt werden, als der Nenner Einheiten hat, und es ist dann ein solcher Theil der Bruchwerth. Meist sind die Zähler u. Nenner ganze Zahlen; sind sie es nicht, so lassen sich die Brüche so umformen, daß dies stattfindet. Beim echten B. ist der Nenner größer als der Zähler, beim unechten der Zähler größer als der Nenner. Gemischte Brüche sind die Summe einer ganzen Zahl mit einem B., z. B. 1/¾ sie lassen sich auch leicht in unechte umformen. Da Brüche zugleich Zahlwerthe sind, so spricht man auch von benannten u. unbenannten Brüchen, je nachdem die Einheit ein Gegenstand ist oder abstrakt genommen wird, s. auch Bruchrechnung. B. heißt in der Arithmetik überhaupt jede Division zweier Größen; Quotient ist insofern allgemeiner, da er auch eine ganze Zahl od. einen ganzen Ausdruck mit begreifen kann. Auch hier spricht man vom Zähler u. Nenner, die gleichbedeutend sind mit Dividend u. Divisor. Ueber die verschiedenen anderen Arten, wie Dezimalbruch, Kettenbruch etc., s. d. betr. Art.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 488Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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