FeedBrunnenmauern
TechnikBau-Lexikon 1881

Brunnenmauern aufeinen steigenden m. bei 1,m. Lichtenweite ist: bei 43 em. Stärke 3½ ehm. Bruchsteine, / ebw. Kalk od. ¼/ ebm. Cement; 520 Stück Ziegel große Form, ½ Cbm. Kalk oder ½/5 ebm. Cement; 560 Stück Ziegel kleine Form,. /½% bm. Kalk oder ¾35 ebm. Cement; von Formziegeln, große Form, 521 Stück, ½/) obm. Kalk, Cbm. Cement; von Formziegeln, mittlere Form, 616 Stück, 4%½% CDm. Kalk, ½5 obm. Cement. Bei 2m. Lichtenweite: von Bruchsteinen mit 43 em. Stärke, 4¼ ebm. Steine, 1¼ ebm. Mörtel od. / ebm. Cement; von Ziegeln, große Form, 700 Stück, /e obun. Kalk, /8 Cbm. Cement; von Ziegeln, mittlere Form, 820 Stück, ½3 ebm. Kalk od. ½8 bm. Cement; von Formziegeln, große Form, 704 Stück, ½ Cbm. Kalk oder ½ Cbm. Cement; von Formziegeln, mittlere Form, 825 St., ½ ebm. Kalk od./ Cbm. Cement. Nach Gestaltung des Oberbaues, sowie nach den verschiedenen Vorrichtungen zur Emporhebung des Wassers, theilt man die B. ein wie folgt: A. Schöpfbrunnen (Zieh⸗, Galgbrunnen), engl. Jrawwell. a) Radbrunnen, frz. puits àroue, wo das Wasser durch Treibung eines Rades (Brunnenrad) geschöpft wird, das in einen Drehling greift, der an einer Welle od. Rolle befestigt ist, worüber zwei Eimer an Ketten oder Seilen gehen. b) Ziehbrunnen mit Scheibe, Flaschenzug etc., frz. puits à poules; hier hängt an dem Holm eines hohen, aus zwei, oben durch eben jenen Holm verbundenen Säulen bestehenden Gerüstes oder sonstwie über der Brunnenöffnung ein Kloben, und über denselben läuft ein Seil od. eine Kette, an deren Enden die Brunneneimer angehängt sind und abwechselnd heruntergehen, welche aber auch in ähnlicher Weise nach dem Stockwerke eines Gebäudes hinaufgezogen werden können. e) Schwenge ·lbrunnen, frz. Puits à bras, àlevier (Plumpe), blos bei seichten B. statthaft, miteiner aufrecht stehenden Säule (Brunnensäule), auf welcher sich in der Brunnenschere mittels eines Bolzens ein langer Schwengel(Brunneuruthe, püttschwengel) bewegt. an dem Stangen, unten mit einem Eimer, in die Oeffnung des Bis hängen. Das Aufziehen des Eimers wird dadurch erleichtert, daß der Schwengel am hinteren Ende schwerer ist als am vorderen. d) Haspelbrunnen, v., puits à treuil, engl. windlass-well. Das Aufziehen der Eimer mittels eines Haspels ist zwar leicht, aber sehr zeitraubend. B. Pumpbrunnen, frz. Puits pompe, engl. Ppump-Well. Die in den B. eingelegte Hebevorrichtung, die Pumpe, frz. pompe, engl. pump,kann verschiedenerArt sein: a) Saugpumpe, eine 7—22 cm. weite Röhre, unten verschlossen, ist inmitten des B.s mittels einer Verzimmerung befestigt. In diese Röhre wird ein genau hineinpassender, hohl ausgedrehter Cylinder von Eichenholz eingestoßen, auf den eine Klappe (Ventil) von Leder genagelt ist, die das durch eine 55 cm. vom Grund in die Röhre gebohrte Oeffnung tretende Wasser in die Höhe läßt und sich dann schließt, so daß es nicht wieder hinab kann. Diese Klappe hat oben einen eisernen Bügel, woran sie bei vorkommenden Reparaturen herausgezogen wird. Oberhalb des Ventils bewegt sich in der Röhre an einer eisernen Stange (Ziehstange) ein durchbohrter und ebenfalls mit lederner Klappe versehener hölzerner Stempel (Pumpenkolben); auf die Hubhöhe desselben ist die Röhre mit Kupfer gefüttert. Wird nun der Stempel mit der Ziehstange durch den in einer Angel gehenden oder an ein Rad mittels Krummzapfens befestigten grunnenschwengel in die Höhe gezogen, so verdünnt sich die über dem Wasser befindliche Luft, das Wasser steigt in die Höhe, stößt die Ventilklappe auf, die sich, wenn das Wasser bis zur Stempelklappe gekommen ist, wieder schließt; durch wiederholtes Pumpen steigt das Wasser durch die Stempelklappe und so fort bis zum Ausfluß. b) Eine neuere Art von Pumpbrunnen sind die sog. samerikanischen, abessinischen Rohr-od. Rammbrunnen, welche sich bes. da empfehlen, wo schnelle Anlage eines B.s geboten ist; vorausgesetzt ist dabei, daß das Wasser sich nicht tiefer als 7—8 m. befindet oder doch soweit durch den Erddruck heraufgepreßt wird, weil sonst das Ansaugen desselben nicht mehr möglich ist. Die Anlage eines solchen B.s besteht darin, daß man ein dünnes schmiedeeisernes Rohr allmählich unter Zusammenschrauben bis zu gehöriger Tiefe in den Boden einrammt u. zuletzt oben mit einer kleinen Saugpumpe in Verbindung setzt. Die othek Heidelberg DFC Erfindung solcher Rammbrunnen soll schon 1831 von einem Techniker Heinrich Malm in Berlin, allerdings nur unter Anwendung hölzerner Röhren, gemacht worden, durch dessen Auswanderung nach Amerika gebracht u. dort vervollkommnet worden sein. Die Amerikaner nennen als Erfinder William Morton. Der Rohrbrunnen in seiner gewöhnlichen Anordnung ist nicht fähig, Felsen oder feste Gesteine zu durchbrechen, wohl aber vollkommen geeignet, in sehr harte u. dichte Bodenarten einzudringen; auch durch Kalkgerölle mit Kieselsteinen kann er hindurch gebracht werden, u. selbst wenn feiner Sand in der wasserführenden Schicht sich befindet, kann man denselben noch gangbar erhalten. Das erste Rohrstück wird miteinem spitzen Stahlschuh versehen und an das oberhalb der Erdoberfläche befindliche Rohrende ein Muff od. eine Kluppe befestigt, auf welche der Rammklotz aufschlägt, wobei man gleichzeitig das Rohr öfter etwas dreht; auf diese Weise kann selbst festes Gestein durchstoßen werden. Sobald ein Rohrstück bis aufeine gewisse Tiefe eingerammt worden ist, wird ein neues Stück angeschraubt und so langein dieser Weise fortgefahren, bis die wasserführende Schichterreicht worden ist, worauf häufig das Wasser sofort von selbst zu Tage tritt. c) Druckpumpe; eine solche besteht aus zwei, mittels einer dritten verbundenen Röhren. In der einen kurzen Röhre, in welcher sich das Ventil und der Stiefel mit dem Stempel befindet, tritt das Grundwasser heran; nachdem sich das Ventil geschlossen, drückt der Stempel das Wasser durch eine im Stiefel befindliche Oeffnung in die Verbindungsröhre und durch dieselbe in die andere Röhre (Steigröhre), in welcher es durch wiederholtes Pumpen bis zum Ausfluß in die Höhe steigt. Näheres s. im Art. Pumpe. C. Springbrunnen, frz. fontaine montante, engl.springwell, living fountain, span. chorrito, lat. silamus, ital. saltadero, kann ein natürlicher oder künstlicher sein. In bergigen Gegenden kann ein hochliegender Quell sich durch die Erde durcharbeiten bis zu einer niedrigen Stelle und dann aus einer Oeffnung vermöge des hydrostatischen Drucks in die Höhe springen,s. Artesischer B., od.das Wasser wird durch unterirdische Röhren in ein Thal geleitet, oder es wird ein Druckwerk errichtet, welches das Wasserzwingt, eine entsprechende Höhe anzunehmen; s. Springbrunnen. D. Sammelbrunnen, Cisternen oder Brunnenkessel müssen mindestens 1½½ m. unter der Erdoberfläche liegen u. werden in Lehm vermauert, die Lagerfugen durch Moos verdichtet. Dabei braucht man über obige Ansätze für den Mörtelbedarf auf jeden Kubikm. Mörtel ,½ ehbm. Lehm, ½/ ebm. dichtzusammengedrücktes Moos; hingegen bei Quellbrunnen, die in Kalkvermauertwerden sollen, auf 1C1böm. Mörtel ½/% Cbm. ungelöschten Kalk u. ½ obm. Sand. Ueber die bes. Einrichtung der Cisternen s.d.betr. Art. — 2.(Schiffb.) sv.w Brune (s.d.). — 3. frz.puits, m. engl.shaft(Kriegsb.), in Minen s. v. w. Schacht, d. h. der vertikale Niedergang beim Minenbau, der meist in Form eines Rechtecks niedergesenkt wird, um von der erreichten Tiefe aus die horizontalen Gänge fortzutreiben oder auch frische Wetter in bereits vorhandene Gänge zu bringen. — 4. Senkbrunnen, gründung. — 6. Weihbrunnen; in vielen katholischen Kirchen sind in der Kirche selbst oder im Kreuzgang besondere B. angelegt, um das Weihwasser zu schöpfen. Mehr s. in M. M. a. W. — 7. Reinigungsbrunnen finden sich in Vorhöfen der altchristlichen Basiliken und der Moscheen; vgl. M. M. a. W. — 8. Caufbrunnen (s. d.). Grunnenader,f. runnenarm, m., Wasserader in d. Erde.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 537Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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