FeedDachdekung
BaukunstBau-Lexikon 1881

Dachdekung, Dacheindeckung,‚ -Abdeckung, frz. toiture, couverture d'un comble, garniture de comble, engl. roof-covering, roofing, span. trastejadura. Hierzu Fig. 1279. schriften und anderen lokalen Umdie Wahl zwischen mehreren Arten der Dachdeckung ganz frei stehen und für solche Fälle sind Vorzüge und Nachtheile der in Wahl stehenden Deckungsarten genau gegen einander abzuwägen. Die nöthigen Hinweise in diesem Bezug sind nachstehend bei den einzelnen Arten gegeben. A. Harte Deckung. I. Ziegeldach, frz. Couverture, toiture en tuile, engl. tile-roofing, tiling. Ueber die Arten und die Bereitung der Dachizegel s. d. Art. Dachziegel. Nach der Art der Ziegel u. der Eindeckung wird das Ziegeldach verschieden benannt: 1. Deckung mit Biberschwänzen oder Dachtaschen. Ueber die Ziegel selbst s. Dachziegel I. 1—2. Die Eindeckung geschieht entweder trocken, was fast nur bei provisorischen Arbeiten gewählt wird, od so, daß die unterste u. oberste Schicht von innen und außen, die anderen Schichten nur von innen mit Kalk verstrichen werden. — Auch dies ist sehr unzuverlässig; besser ist es, die Ziegel in Kalk zu verlegen, wobei man allemal dem Ziegel, den man eben verlegen will, an der nach dem bereits liegenden Nachbarzugekehrten Seite Kalk giebt und ihn dann an den Nachbar anreibt und andrückt. Dabei muß, wenn nicht der größte Theil des Kalkes verloren gehen soll, unter die betreffende Kante des schon liegenden Ziegels eine Dachspließe gelegt werden, so daß sie zur Hälfte ihrer Breite unter den schon liegenden kommt, SIIoTHEK die andere Hälfte also dem eben hinzulegenden als Auflage darbietet. Noch besser ist die „böhmische“ Eindeckung, wonach auch der überdeckte Theil der schon liegenden Schicht oder Schär mit Kalk versehen wird, dessen vorquellende Theile nach dem Hinlegen u. Aufreiben jedes Ziegels mit der Kellenspitze abgeputzt wird. Auch hier sind Spließe nöthig, während sie bei trockener Verlegung deshalb weggelassen zu werden pflegen, weil sie das Verstreichen von innen verhindern, auch sehr schnell faulen würden a. Einfaches Ziegeldach oder Spließdach: Dachneigung mindestens 40, Lattung 19—21 em. von Oberkante zu Oberkante; auf jede Latte kommteine Reihe, Schär, Schicht Ziegel, frz lit, couche, und unter die Fugen werden Dachspäne (Spließen) gelegt; auf 1m. braucht man 5 bis 5½ m. Latten, 5—6 Stück Lattennägel, 30—35 Dachziegel und eben so viel Spließen. Gewicht pro qm. inel. Latten und Spließen 70 — 75 kg. Die Fußschicht oder Traufschär wird auf etwas enger Lattung, wobei die unterste Latte um die Ziegeldicke stärker sein muß, doppelt aufgehängt u. zwar mit Verband. Die weiteren Schären hängt man meist ebenfalls in Verband, doch oft auch ohne Verband mit fortlaufender Stoßfuge. Ersteres hat das Ziel, daß keine Stelle ohne Deckung sein soll, was aber nur erreicht wird, wenn die Lattungsweite nicht über die Hälfte der Ziegellänge beträgt. Dagegen hat es den Nachtheil, daß das von der längsten Stelle des Ziegels, also in der Mitte abtropfende Wasser auf die Fuge der nächsten Schär fällt; am besten ist es daher, den sog. halben Verband zu wählen, wonach die Ziegel nicht in der Hälfte, sondern nur um ein Drittel ihrer Breite gerückt werden, so daß nicht Fuge auf Fuge, aber auch nicht Fuge auf Mitte kommt. b. Doppeldach; Dachneigung mindestens 35°, Lattung 14— 15 cm. weit, wobei die obere Reihe Ziegel die untere mehr als zur Hälfte überdeckt und also die Dachspäne wegfallen können. Man rechnet auf 14m. Doppeldach 7-7½ m. Latten, 9—10 Stück Lattennägel, 45—49 Dachziegel. Gewicht pro qm. inel. Latten 90—100 kg. Verlegung in Kalk oder Cement ist der Verstreichung weit vorzuziehen. Die oberste u. unterste Latte tragen auch bei dieser Dachung zwei Reihen, welche man Doppelschichten nennt, auch die bberste Firstschär, die unterste Traufschär. Die Anbringung einer Saumlade (s. d.) unter der Traufschär ist sehr zu empfehlen. e. Kronen⸗ oder Ritterdach, schwedisches

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 100Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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