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BaukunstBau-Lexikon 1881

Dach, n., frz. toit, m., engl. roof, ital. tetto, span. techo, lat. tectum, griech. e, ν miederdeutsch Dake, Thak, im allgemeinen oberste Bedeckung eines Gegenstandes, besonders der obere Aufsatz auf einem Gebäude, der den inneren Raum desselben vor der Witterung schützt. In der Hauptsache besteht das D. aus zwei Theilen. a) Die Deckung, Dachung, auch wohl schlechthin Dach gen.,frz. toiture, couvertureé, garniture de comble, f., engl. roofing, roofing-eovering, ital. coopertura, span. oubierto, techumbre, der Ueberzug, welcher das Eindringen des Regens etc. verhindert, wozu auch die Vorrichtungen zu Befestigung des Deckmaterials, also die Dachbelattung oder Dachverschalung, gerechnet zu werden pflegen. Das Nähere darüber s. in d. Art. Dachdeckung. — b) Das Dachwerk, die Dachkonstruktion, das Dachgestell, Dachgerippe, n., auch wohl, obgleich ungenau, das Dachgespärr, der Dachstuhl gen., frz. Comble, m.chlarpente du toit, charpente des fermes, engl. trusses pl., Poops, pl., of a voof, carcass, ital. seggiola, span. armadura, waderaje, lat. materiatio, d. h. die Konstruktion, welche jenen Ueberzug trägt. Erst durch die Vereinigung dieser beiden Bestandtheile erreicht das D. seinen praktischen Zweck. Durch die Beschaffenheit der Deckung sowie durch die Mäße und die sonstige Konstruktionsart des Gebäudes wird die Konstruktionsweise des Dachwerks bedingt; diese bedingt wiederum, vereinigt mit dem Deckungsmaterial, der Lage und Grundgestalt des Gebäudes, die Form des D.s. A. Dachformen. Die ästhetische Stellung des Dis ist lange, bes. im ersten und zweiten Drittel unsers Jahrhunderts, total verkannt worden. Man betrachtete es lediglich als nothwendiges Uebel, berücksichtigte es gar nicht u. gab der Façade also ganz selbständig ihre Formen, so daß das D.unorganisch u. daher unschön darauf saß, während es doch als integrirender Theil des Gebäudes zu betrachten, auch von allen stiltragenden Völkern ästhetisch durchgebildet worden ist. Ein tüchtiger Architekt muß fähig sein, das D. nicht als Hindernis, sondern als Faktor bei der schönen Gestaltung der Gebäudeformen zu behandeln. Jedes Diwird gebildet durch eine, meist aber durch mehrere,‚ steiler od. flacher gestellte, jedenfalls aber mit Dachneigung, Abfall, peute, engl. piteh, versehene Flächen, Dachflächen,

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 84Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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