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TechnikBau-Lexikon 1881

Dampf, m., frz. vapeur, f., engl. steam, lat. vapor.2 eigentlich jede in gasförmigen Zustand übergegangene Flüssigkeit. Gewöhnlich versteht man aber unter D. den l Wasserdampf, der dadurch entsteht, daß das Wasser Wärme aufnimmt. Verdampfung des Wassers findet zwar immer statt, aber um so langsamer, je niedriger die Temperatur 9 ist. Doch wird sie auch bei niedriger Temperatur vermehrt, wenn der Luftdruck entfernt wird, der auf der Wasserfläche 1 lastet; geschieht dies im geschlossenen Raum, so wird der l entstehende D. diesen mit seiner Spannung derart ausfüllen, daß der Atmosphärendruck wieder hergestellt wird, vorausgefetzt, daß die Temperatur des Wassers nicht sinkt, wozu aber Wärmezuführung nöthig ist. Bekanntlich benutzt man den Druck, den der D. auf die ihn um⸗ Demderatur Pro gebende Wand ausübt, den Dampf⸗ in gresston druck, zu Erzeugung von Bewegun⸗ Grad C. gen. Bleibt der D.mit Wasser in Berührung, ist also noch Wasser 50 5 vorhanden, das in den gasförmigen 55 5 Zustand übergehen kann, so be⸗ 6⁰ 5 stimmt die Temperatur allein beem 65 5 Di die Dichtigkeit u. die Spannung 7⁰ 5 od. Expansivkraft (s. d.), während 7⁵ 5 die Größe des Raumes, in welchem 8⁰ 5 sich der D.entwickelt, keinen Einfluß 8⁵ 5 hat. Solcher D., der je nach der 9⁰ 5 Temperatur, bei der er erzeugt 9⁵ 5 ward, eine ganzbestimmte Dichtig⸗ 100 5 keit u. eine proportional zu dieser 112½512/½5 stehende Expansivkraft (Span⸗ 121½,0 97⁴⁵ nung) hat, heißt gesättigter Dampf. 128,3 7/40 frz. vapeur saturée, engl. satura- 135,0 6½h0 ted vapor, u. nimmt bei einer A⸗ 140%½5½9 mosphäre Spannung einen etba 145½28 4,30 1700mal so großen Raum ein, als 149,5 4/25 eine Wassermenge von gleichem 158,%½45 380 Gewicht. Ist aber der Dampf nicht 156,0 3½55 mehr in Berührung mit Wasser, u. 160½7 3wird dann die Temperatur weiter 168½48 3721 erhöht, so wird dieselbe Menge D,, 166,56 308 wenn sie die gleiche Spannung be⸗ 169%½43 2,37 halten soll, entweder einen größern 172402,67 Raum einnehmen oder die Span⸗ 17us 505 nung wird bei demselben Raum 181,½0 565 des Dis proportional mit der Tem 186,55 4,25 peratur wachsen. Es gilt dann das 190,6 ½%7 nung immer weiter erhöht werden 200,0 336 kann, weil er mit keiner Wasser⸗ 203,9 3,09 flüssigkeit mehr in Berührung steht, 206,,58 heißt überhitzter Dampf, frz. vapeur 209,½4 261 surchauffée, engl. superheated 212½4 250 steam. Die nebenstehende Tabelle enthält die Beziehungen zwischen Temperatur (beim 100theiligen Thermometer), Spannkraft (gemessen durch die Höhe einer Quecksilbersäule, auf die Temperatur O‘ reduzirt, in om.) u. Dichtigkeit von Wasserdämpfen, welche nur so viel Wärme enthalten, als zu ihrem Bestehen erforderlich ist. Man sieht daraus, daß die Lemperatur des gefättigten D.s um so langsamer für gleiche Spannungszunahme wächst, je höher die Spannung überhaupt ist. Der D. spielt in der neueren Technik eine so große Rolle, daß es die Aufgabe dieses Lexikons überschreiten hieße, wenn wir die Lehre vom Die, die verschiedenen Verwendungen desselben u. anderes darauf Bezüg-HEIDOELBERG O Universitats liche nur einigermaßen eingehend behandeln wollten. Wir müssen den Leser auf die sehr zahlreiche Spezialliteratur, die den D. behandelt, hinweisen. So viel in die Aufgabe des Lexikons fällt, s. in den folg. Art. Schπ0.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 123Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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