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BaukunstBau-Lexikon 1881

Draht, m., frz. fil m. de metal, engl. thread, wire, span. alambre, hilo. Ueber die Verfertigung desselben s. Drahtziehen. In der Baukunst kommt bes. D. von Eisen, Messing, Blei u. Zink, u. zwar sämtlich mit rundem Querschnitt, in Anwendung. Die Drahtsorten zerfallen nach der englischen und französischen Drahtlehre in 30 Nummern, kommen als Nummerdraht und als Banddraht in den Handel. Sie werden mittels eines Instrumentes gemessen, welches der Blechlehre (s. d.) ähnlich ist, und welches in Westfalen Drahtklinke, sonst Drahtlehre, Drahtmäß, frz. jauge, calibre, engl. wire-gauge, ital. cortella, f., genannt wird. In England mißt man die Drähte im allgemeinen nach der Birmingham-⸗Drahtklinke, welche mit der Blechlehre übereinstimmt; bis zu Nr. 1 der Blechlehre, also bis zu einem Durchmesser von 7,½ mm. herab, wird das Eisen noch nicht als D., sondern als Rundeisen betrachtet, u. von da ab hat man Drahtsorten, welche bis zu äußerst geringen Dicken, bis zu Nr.30 von 0,, 1um. Durchmesser, abwärts gehen. Diese englische Blechlehre gilt außer England meistens in Norddeutschland, Sachsen etc., und ist in Art. Blechlehre angegeben. Nach dem Material e. unterscheidet man z. B. Bleidraht, frz. fil de plomb, engl. Iead-wire, Eisendraht, frz. fil de fer, engl. iron wire; ferner gewalzten D., frz. fil Jaminé, engl. rolled wire, gezogenen D., frz. fil trefilé, fil tiré, cementirten D., frz. trait de cuivre jaune, trait cementé, engl. cemented oopper-wire ete. Der Eisendraht kommt in Ringen, angeblich von 2½ und 5 kg. (frz. useau, bobine, span. madejas) in den Handel. Der Banddraht ist gewöhnlich schlechter als der Nummerdraht, und je schwächer, mit um so mehr Bändern der Ring gebunden. Zum Berohren sollte man mindestens 4 Band, ca. 300 m. lang im Ring, nehmen, da 5 Band bereits zu schwach ist. Einen Ring rechnet man auf ca. 30 qm. Decke oder auf ca. 70 gm. Fachwand. (8. Arähtbrücke, f., s. Brücke u. Drahtseil.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 174Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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