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BaukunstBau-Lexikon 1881

Fußboden, m., frz. aire, f.engl.flooring, lat. solum, n. Man kann denselben auf sehr verschiedene Weise herstellen: A. Direkt auf dem Erdboden, auf Gewölbe oder überfüllten Balken. a) Aus gewöhnlichen Mauerziegeln, frz. aire en brique, engl. brick-floor; diese werden entweder in Kalk oder Cement oder auch trocken verlegt und dann die Fugen mit Sand, besser mit Kalk, noch besser mit Cement ausgefüllt; jedenfalls verlege man sie lieber auf die hohe Kante als auf die flache Seite; s. übrigens Al coltello und Pflaster. b) Aus Steinplatten, frz. dallage, engl.stone-table-flooring. Man kann dazu verwenden Sandstein, Granit, Lithographirsteine, Schiefer, Marmor etc., u. zwar verlegt man sie entweder als größere u. dann auch stärkere Platten, oder in kleinen u. schwachen Stücken, in Damenbret⸗ VU7 mumuster od. sonstigen einfachen Formen, oder nach bestimmten Dessins zurecht gearbeitet, was sich dann schon der Mosaik nähert; vgl. auch unter e. c) Aus gebrannten Thonfliesen, frz. carrelage, m., engl. flag-flooring. Dahin gehören auch die Fußbodenplatten von Ziegelmasse, sowie von sehr hart gebrannter, halbgeschmolzener Steingut⸗ und Klinkermasse, ferner die emaillirten, glasirten Fliesen, Porzellanfliesen etc., die glatten und gerippten Mettlacher Platten und dergl. mehr, deren so oft neue auftauchen, s. d. Art. Fliese. d) Aus irgend welchem Gußwerk; s. d. Art. Aestrich, Béton 3, Kalkgußfußboden etc.; hierhin gehört auch der unter g beschriebene. e) Aus kleinen Steinstücken, lat. tesserae, frz. pavé de marquetterie, engl. tesselated pavement; s. Mosait. Eine Unterart hiervon, die sich dem Gußwerk nähert, ist die Battuta, auch Terrazzo genannt, s. d. betr. Art. Die große Beliebtheit, welche diese Fußbodenart erlangt hat, hat, verbunden mit dem Umstand, daß in vielen Orten keine terrazzeri zu haben sind, dazu geführt, daß einige Fabriken, z. B. Mascha in Prag und Dresden, Platten von terr1azzo fertigten, die man als Plattenfußboden verlegt. f) Aus größeren unregelmäßigen Steinstücken; s. d. Art. Pflaster. g)y Russischer Fußboden. Man ebnet zuerst den Grund, wenn er aus Erde besteht, dadurch, daß man Steine hineinstampft. Man siebt darauf frisch gelöschten Kalk durch, mischt doppelt so viel gewaschenen Sand dazu, feuchtet diesen mit etwas Rindsblut an, trägt ihn auf u. stampft ihn fest. Soll der letzte Auftrag sehr fein werden, so wird noch der zehnte Theil Roggenmehl dazu gesetzt, Alles mit einer Kelle aufgetragen und geglättet. Ebenso kann man auch künstliche Platten sertigen. h) in neuerer Zeit werden nach dem Vorgang der Thonwarenfabrik von thek Heidelberg DFC Minton zu Stoke upon Trent (in England), auch in vielen deutschen Fabriken sogenannte enkaustische oder besser Mosaikfliesen zu Wand⸗ und Fußbodenbekleidungen geliefert. Sie bestehen aus einem Thonkörper, auf welchem Reliefverzierungen aus feinem gefärbten Thon angebracht sind. Die Schwierigkeit der Herstellung liegt darin, die Thone so zu verbinden, daß sie beim Trocknen und Brennen den innigen Zusammenhang behalten. Sch-. Fig. 1795. Fig. 1796. Fig. 1797. B. Auf Balken od. hölzernen Lagern, u. zwar: a) Bretfußboden, franz. plancher, sol planchéié, engl. boarded floor, plank-flooring, boarding-floor, lat. plancatum, besteht aus einzelnen Bretern, die entweder blos gefügt oder gespündet sind, er kann gehobelt od. rauh sein. b) Aus einzelnen Pfosten, ebenso behandelt. e) Aus meisten im Gebrauch; s. Bret, Diele und bedielen. d) Aus Tafeln mit Friesen, engl. cased floor; s. Friesfußboden. e) Aus Parkettplatten; s. Parkett. Die Sorten a2—d fertigen gewöhnlich die Zimmerleute, doch auch hier u. da, 3z. B. in Oesterreich, die Tischler. Weiteres s. in d. Art. abtäfeln, Balkenlage, Balkenstärke (Tabelle auf S. 239 im 1. Band), ferner d. Art. bedielen, Diele, Bohlenbelag, Decke etc. O. Behandlung der verschiedenen Fußböden, beim Vorarbeiten, Verlegen etc. Außer den in den sub A u. B angezogenen, sowie in vielen anderen Artikeln gegebenen Regeln geben wir hier noch folgende Vorschriften: Anstrich hölzerner Fußböden. a) Man nimmt zu dem Fußbodenanstrich auf 3 J. Leinöl 90 g. Silberglätte und 100 g. Siccatif. Beim Anstrich ist darauf zu sehen, daß der Firniß immer sehr heiß und so flüssig wie Wasser sei. Durch Beimischung von Siccatif ergiebt sich der Vortheil, daß derselbe in 24 Stunden schön glänzend und fest getrocknet ist. b) Die einfachste, dabei aber sehr dauerhafte Oelung von Fußböden ist eine Tränkung mit ganz heißem Leinölfirniß, die aber nur bei vollständiger Trockenheit des Holzes gelingt. e) s. d. Art. Anstrich 59 ff. d) s. d. Art. Beize O. im 1. Band. Sehr beschmutzte hölzerne EIDOELBERG O Universitatsbi

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 386Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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