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BaukunstBau-Lexikon 1881

Geländer, n., im Niedersächs. Land, Läne, Glind, in der Schweiz Lander, im Mittellat. glandis, frz. barrière, barre d'appui, garde-corps, engl. railing, breast-work, span. baranda (im Mecklenburgischen heißt Glind jede Lattenarbeit), die aus Bretstreifen od. Latten gefertigte, 70—120 em. hohe Einfassung eines Ortes, über den man nicht hinaustreten soll. Uneigentlich nennt man auch so die von Holz, Stein und Eisen ausgeführten durchbrochenen Brüstungen (s. d. und d. Art. Balustrade). Für solche eiserne Geländer (s. d. Art. Gitter) finden sich einige hübsche Muster in F. Finks „Schule des Bauschlossers“ (1. Thl., Leipzig, Otto Spamer). Steinerne Geländer können aus Werkstücken oder aus Formziegeln gemacht sein, werden aber selten G., meist Brüstung oder Balustrade genannt. Hölzerne Geländer kann man auf verschiedene Weise konstruiren. a) Mit eingestemmten Füllungen, dann eigentlich nicht mit Genauigkeit unter die G. zu rechnen. b) Als Riegelgeländer. Säulchen (Gelünderpfosten) werden auf Schwellen oder in die Erde gestellt, oben durch einen Holm (Geländerholm, frz. barre d'appui, engl. bead-rail, railing-head) und zwischen diesem und dem Fußboden noch ein⸗ oder zweimal durch Riegel (Geländerriegel, engl. rails) verbunden. ) Kreuzbandgeländer. Statt der Riegel werden hier zwei oder mehrere sich durchkreuzende Bänder von Bretstreifen, Rundholz oder quadratischem Querschnitt verwendet. d) Schweizergeländer. Zwischen Holm und Schwelle werden aufrechte Latten oder Bretstreifen, glatt oder ornamental ausgeschweift, eingeschoben. e) Dockengeländer, s. d. Art. Balustrade u. Docke.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 413Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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