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VerkehrBau-Lexikon 1881

Gang, m., I. frz. couloir, m., s. v. w. Korridor oder k Galeric; s. d. betr. Art.; auch in Gärten s. v. w. Weg; sowohl in Gebäuden als in Gärten muß jeder G. minde stens für zwei Personen neben einander Raum bieten. — 2. (Mühlb.) Alles, was zum einmaligen Durchlaufen des Mehles gehört. Beim Staberzeug sind eben so viel Gänge; als Räder, beim Pansterzeug noch einmal so viel. — 3. (Schiffb.) frz. virure de bordages, engl.strakerstreak, ital. lare, span. bilada, Reihe von Planken, Berghölsern etc. Man unterscheidet besonders: Splißgang, engl. steeler, nach hinten und vorn spitz werdender G., veranlaßt durch die bauchige Gestalt des Schiffskörpers, auch wohl Aufbringer genannt. Zerbrochener Gang, frz. rabattue, engl. drikt, die obersten Gänge, welche blos am vorderen und hinteren Theil des Schiffes vorhanden sind. Breitlgang oder Bregang heißen die Plankengänge, welche sich zwischen dem Raaholz (auch gemalter Gang genannt) und dem obersten Bergholz befinden. Kielgang, die äußere Plankenreihe am Kiel. — 4. frz. pas, m., engl. thread, die einderselben ohne Fortschreiten. — 5. (Hüttenk.) s. v. w. Schlackentrift (s. d.). — 6.(Bergb.) frz. Hlon, m., veine, f., engl. lode, course. In den Gebirgsgesteinen treten häufig fremdartige Mineralpartien auf, welche man, in Bezug auf ihre Gestalt und Lage in dem Urgestein, entweder mit dem Namen Gänge, Nieren oder Lager bezeichnet. Mit Gang benennt man diejenigen in einem Gebirgsgestein vorkommenden fremden Mineralpartien, welche eine mehr oder weniger plattenförmige Gestalt besitzen, wobei die beiden größten Begrenzungsflächen der fremdartigen Mineralablagerung mit den Schichtungsflüchen des angrenzenden Gesteins nicht parallel laufen. Die Gänge können aus verschiedenen Mineralmassen, Gangmassen, zusammengesetzt sein. Je nach der Beschaffenheit dieser die Gänge zusammensetzenden Mineralmassen theilt man die Gänge in a) Schüttgäng ez diese bestehen gewöhnlich aus losen, mechanisch angeordneten Mineralmassen von kalksteinartiger, thoniger, breccienartiger oder ocheriger Beschaffenheit, sogenanntem Ausschramm. b) Gebirgsmassengänge bestehen aus krystallinischen Silikat-Gebirgsarten, wie Porphyr, Grünstein, Granit etc. ) Unter Gesteinsgängen versteht man diejenigen Gänge, welche aus krystallifirten, aber nicht als Gebirgsarten auftretenden Mineralien, wie Flußspat, Kalkspat, Schwerspat, Gips etc., zusammengesetzt sind. d) Erzgänge od. fündige Gänge enthalten in Schichten von anderen Materialien Schichten oder einzelne Partiem von Erzen, wie Bleiglanz, Pfahlerz etc. e) Gänge, die Erz zu enthalten scheinen, das aber nicht den Ausbau lohnt, heißen tauber Gang, frz. faille, 1., crain, m., engl. dyke. Nach Form, Nachbarschaft etc. unterscheidet man: aa) gewöhnlicher G., in Fig. 1813 punktirt dargestellt; Pb) Lagergang, dunkel schraffirt; oc) Kontaktgang, schwarz dargestellt, dd) über einander verlaufende Gänge, s. Fig. 1814; éee) Durchsetzung eines Ganges a durch einen andern, b, Fig. 18155 kl) Winkelkreuzgänge, a in Fig. 1816; gg) Schärkreuzgänge, b in Fig. 1816. Fig. 1817 giebt den Durchschnitteines Gangstückes, u. zwar bedeutet a das Salband, bdas Liegende, u Art. Gang 6. Fig. 1816. trieb. Eine Maschine ist im Gang, d. h. sie arbeitet (frz. aller, engl. to workk), sie ist in vollem G., frz. en pleine activité, engl. properly at work. — b) frz. allure, vitesse, engl. spéeed, velocity, s. v. w. Geschwindigkeitsgrad. —o) frz. jeu, engl. working, s. v. w. Art des Gehens, Spiel (ob leicht oder schwer, gelinde, streng, ruhig re.).

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 395Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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