Gélinier, m., frz., lat. gallinarium, Hühnerstall im alten fränkischen Wohnhaus, s. Haus. Eclivure, f., frz., Eiskluft (s. d.). Gelle, holzgelle, k., Flußschiff auf der Oberelbe mit spitzem Vordertheil. Auf dem etwas breiten Hintertheil sitzt eine Kajüte, das sogen. Roof; unter dem Halbdeck des Vordertheils ist ebenfalls ein Raum abgeschlagen, die sogenannte Pflicht. gelöst, adj., 1. (Bergb.) frz. Xhorré, von Gruben und Grubentheilen gesagt, s. v. w. trocken gelegt. — 2. (Bauk.) gelöster Dienst, s. d. Art. Dienst. CGéem. s.engl., der Edelstein. Gemach, nu., 1. jeder abgesonderte Raum, nam ein kleinerer, doch auch eine Gesamtheit zusammengehöriger Räume, also s. v. w. Appartement. — 2. (Schiffb.) s. v. w. Abtritt; Gemachpfeife, bleierne Abtrittsschlotte. HGemülde, n., frz. tableau, m.,engl. picture. Ueber ihre verschiedenen Gattungen s. d. Art. Malerei; über zweckmäßige Einrahmung und Aufhängung derselben s. d. Art. Bild und Bildergallerie. Ueber das Lackiren und Reinigen von Gemälden s. Folgendes: 1. Neue, frische G. überzieht manöfter vorläufig nur mit Eiweiß von einem Ei, das mit 60—80 g. Weingeist, worin! Drachme Zucker aufgelöst worden ist, gut zusammengeschlagen wird, und trägt diese Mischung mit einem zarten Schwamm auf das ö horizontal liegende G. auf. Gegen Angriffe der Fliegen schützt man diesen Ueberzug, indem man einige Tropfen ausgepreßten Knoblauchsaftes unter das Eiweiß mischt, oder auch nur das Gefäß, in welches man das Eiweiß zu Schaum schlägt, vorher mit Knoblauch ausreibt. Will man diesen Ueberzug wieder wegnehmen, um Lack aufzubringen, so überführt man das G. mit einem feinen Schwamm und warmem Wasser so lange, bis Schaum entsteht, und nimmt diesen mit einem andern Schwamm und reinem Wasser weg. Dies wiederholt man so lange, bis kein Schaum mehr wahrzunehmen ist. Auf diese Art werden auch andere in Wasser lösliche Ueberzüge, wie Gummi, Hausenblase etc., von Oelgemälden weggebracht. 2. Wenn an alten Gen der Lack beschädigt oder verunreinigt ist und weggenommen werdensoll, um einem neuen Platz zu machen, muß man sowohl die Zusammensetzung des alten Lackes, als auch die Beschaffenheit der Körper, welche die Verunreinigung veranlassen, genau kennen, um danach die Reinigungsmittel unter folgenden zu wählen: a) Destillirtes Wasser muß immer zuerst in Anwendung kommen, um Unreinigkeiten hinwegzunehmen, die schleimiger Natur sind, als: Leim, Honig, Zucker, Gummi, Eiweiß etc.; zugleich giebt es sichere Auskunft über das Dasein eines aufgetragenen Lackes u. über die Beschaffenheit vorhandener Unreinigkeiten, entstanden durch Harz, Fett, Oeldampf etc. b) Baumöl, Butter oder thierisches Fett zerstört alle Flecke, die von Pech, Harz, Wagenschmiere u. dergl. herrühren, und man kann sich dieser Mittel ohne Bedenken bedienen, da sie auf die Oelfarbe keine Wirkung äußern, wenn sie nicht zu lange auf dem G. bleiben. Man reibt damit das G. etwas und wischt es dann mit Leinen oder Fließpapier ab. Zuletzt kann man es mit warmem Wasser oder mit schwachem Seifenwasser, aber mit letzterem nur flüchtig, abwaschen. e) Holzasche, wirksamer Potasche, in Wasser aufgelöst, giebt ein gutes Auflösungsmittel für vielerlei Materien, welche die G. verunreinigen. Allein man muß sich desselben mit vieler Vorsicht bedienen, da es leicht die Oelfarbe angreift. d) Seife (Seifenwasser) ist zwar ein noch wirksameres, aber desto gewagteres Mittel, indem sie sich leicht mit dem Oel der Gemälde verbindet. Man darf sich daher ihrer nur bei einzelnen Flecken bedienen, welche auf keine andere Art aufgelöst werden können. e) Alkohol löst fast alle Harze auf, und ist daher ein wirksames Mittel, G. von solchen Lackfirnissen, die daraus zusammengesetzt sind, zu befreien. Aber er greift auch wesentliche Oele an und kann deshalb sehr schädlich werden, wenn sich der Maler derselben zum Einrühren der Farben bedient hat. Ehe man daher Alkohol als Reinigungsmittel anwendet, muß man sich in einem Winkel des Gemäldes durch eine kleine Probe von der Unschädlichkeit desselben zu überzeugen suchen. Behufs der Reinigung legt man das G. wägrecht, übergießt es mit Alkohol, läßt solchen einige Minuten darauf stehen, und schwemmt ihn dann mit reinem Wasser weg, ohne im geringsten zu reiben. k) Ebenso lösen alle ätherischen Oele, bes. Lavendel⸗, Rosmarin⸗ u. Terpentinöl, ingleichen die Aetherarten (s. d. Art. Aether) die Harze auf, deren man sich zu den Lackfirnissen bedient; mit ihnen muß man aber noch vorsichtiger zu Werke gehen, da diese Mittel weit schneller wirken u. selbst das trockene Oel der G. angreifen. In besonderen Fällen, wenn z. B. ein Kopal-Lackfirniß das G. bedeckt und weggeschafft werden soll, leistet der Aether die trefflichsten Dienste. g) Citronenessenz wirkt ähnlich wie Terpentinöl, aber ungleich stärker. Man darf sich derselben daher auch nur dann bedienen, wenn die Schmutzflecken allen anderen Mitteln wiederstehen. Die Flecken dürfen nur leicht damit bestrichen werden, und immer muß man Sorge tragen, daß man ja nicht mehr aufbringe, als die unreine Stelle nöthig macht. Soll die Wirkung der Essenz aufhören, so bringt man Baumöl auf die Stelle. — 3. Um die Farben alter, schwarz gewordener G. wieder zu beleben, schmilzt man 8 Th. Rindsnierenfett, setzt 4 Th. Nußöl und zuletzt 2 Th. Bleiweiß, ferner ½¼½ Th. Ocher, beide mit Nußöl abgerieben, hinzu und streicht diese Mischung noch lauwarm auf die Rückseite der Leinwand der G. Nach und nach verschwindet die Schwärze und die Gemälde sind erhalten und verschönert. — 4. Zum Neulackiren gereinigter Gemälde ist a) Terpentinöllackfirniß sehr gut, denn er ist farblos, vollkommen durchsichtig, geschmeidig und markig genug, um die Farben und die Leinwand hinlänglich zu tränken und geschmeidig zu machen, ohne eine zu starke Glasur zu geben. Die schicklichsten Harze aber sind Dammarharz, Mastix und Terpentin, denn sie geben, in reinem Terpentinöl aufgelöst, wenig Farbe, aber viel Geschmeidigkeit u. Weiche. b) Bester Lackfirniß für kostbare Gemälde: 120 g. reinen, hellen, gewaschenen Mastixharz zerstößt man zu feinem Pulver, vermischt es mit 5 g. in Stücke zerschnittenem Kampher u. 50 g. gepulvertem weißen Glas, schüttet es mit 360 g. rektifizirtem Terpentinöl in einen Kolben mit kurzem Hals, bewirkt die Auflösung in einem Sandbad und setzt dann 15 g. ausgelaugten cyprischen Terpentin, den man in einem kleinen Töpfchen hat zergehen lassen, hinzu. Den fertigen Lackfirniß läßt man erkalten, zieht ihn den folgenden Tag ab und seiht ihn durch Baumwolle. Dieser Lackfirniß paßt vortrefflich auf frischgemalte Bilder, von denen soeben das Eiweiß abgelöst worden ist; soll er auf alte, schon mit Lackfirniß überstrichen gewesene G. kommen, so kann man den Terpentin weglassen. e) Kopal-Lackfirniß für Gemälde. Man schmelze 1 Pfund des besten u. hellsten, in kleine Stücke zerschlagenen Kopals mit eben so viel zerstoßenen, ganz reinen Glases, gieße dann 1 heißes, gereinigtes Leinöl dazu und lasse es bis zur Klebrigkeitkochen. Hierauf wird das Schmelzgefäß vom Feuer genommen, und wenn die größte Hitze verflogen ist, wird 1½ J. eben so heißes, recht altes Terpentinöl unter stetem Umrühren langsamzugesetzt. d) Dammar-Lackfirniß für Oelgemälde. Man löst 1 Theil feingepulvertes Dammarharz ohne Beihülfe der Wärme in 2—2½ Th. hellem Terpentinöl auf und bestreicht damit sehr schnell die G. — Dieser Lackfirniß hat vor dem Mastixfirniß den Vorzug, daß er nicht gelb wird, fester haftet, ohne Zusatz von Bleizucker trocknet und sich ohne Schaden mit Wasser reinigen läßt. In 2 Th. Mohnöl bei ⸗40“ Wärme aufgelöst, giebt das Dammarharz einen guten Retouchir-Lackfirniß. e) Lackfirniß für Miniaturgemälde. Man schütte 18 g. weißen Ambra, 1 g. Kampher in ein Glas, welches gegen 215 g. Flüssigkeit fassen kann, gieße 90 g. rektifizirten Weingeist auf, verbinde die Oeffnung mit Blase, welche man mit einer Nadel durchsticht, u. setze das Gemenge 14 Tage lang in die Sonne oder auf einen mäßig warmen Ofen.