grünes, arsenikgrünes Kupferoxyd; sehr dauerhaft; als Oel⸗ und Leimfarbe anwendbar; giftig, schwierig anzureiben; bes. zum Lasiren zu gebrauchen. e) Das englische und ungarische Berggrün, Braunschweiger G., basischkohlensaures Kupferoxyd, ist bes. als Oelfarbe geschätzt, hält sich in der Luft besser als im Zimmer, verschwindet auf nassen Kalkwänden, wird an Luft und Licht dunkler und muß deshalb mit Bleiweiß versetzt werden. 4) Grüne Kreide, arsenikfreie Kupfergrünfarbe. Gepulverte Kreide, in einer neutralen und eisenfreien Auflösung von Kupfervitriol erhitzt, wird so g. gefärbt und stellt ein Gemenge von schwefelsaurem Kalku. basisch-schwefelsaurem Kupferoxyd dar. Durch Kochen mit vielem Wasser wird der schwefelsaure Kalk entfernt. Am wohlfeilsten kann man sie mit Kupfervitriol u. pulverisirtem Dolomit darstellen; IBLIOTHEK sie ist etwas heller als Schweinfurter G.; s. auch d. Art. Chlorit. Die natürliche grüne Kreide ist eine dichte Kreideart, die durch Glühen roth wird; s. d. Art. Kreide. g) Elsners G. Zu einer Kupfervitriollösung wird eine mit Leim geklärte Gelbholzabkochung gesetzt, dann mit 10—12 Proz. Zinnsalz (salzsaurem Zinnoxydul) versetzt und aus dem Ganzen durch Zusatz eines Ueberschusses von Kali oder Natronlauge alles aufgelöste Kupfer gefällt. Der Niederschlag, ausgewaschen u. getrocknet, ist bläulichgrün, durch mehr Gelbholz gelber. h) Zinnkupfergrün, zinnfaures Kupferoxyd. 125 Th. Kupfervitriol in Wasser gelöst u. mit einer Lösung von 59 Th. metallischen Zinns in Salpeter-Salzsäure vermengt. Durch Zusatz von Aetznatronlauge im Ueberschuß wird ein Niederschlag erzeugt, den man auswäscht und trocknet. Oder: 100 Th. f alpetersaures Natron (Chilisalpeter) mit 59 Th. metallischem Zinn in einem hessischen Tiegel geglüht und die erkaltete Masse in verdünnter Aetzlauge aufgelöst; die Lösung läßt man abklären und verdünnt sie mit Wasser. Mit derselben wird eine kalte Lösung von Kupfervitriol versetzt, wodurch ein rothgelber Niederschlag entsteht, der beim Auswaschen und Trocknen grün wird. Oder: Man erhitzt Weißblechabfälle mit kaustischem und salpetersaurem Natron; mit der so erhaltenen Lösung von zinnsaurem Natron fällt man eine kalte Lösung von Kupfervitriol und wäscht den Niederschlag aus. ) Bremer G., auch Bremer Blau (s. d.) genannt, ist Kupferoxydhydrat. E Mineralgrün, Neuwieder G., Berggrün sind basische Verbindungen des Kupferoxyds mit arseniger Säure. II. Titangrün. Iserin oder Titaneisen wird geschlämmt, 1 Gewichtstheil mit 12 Gewichtstheilen sauren schwefelsauren Kalis im hessischen Tiegel geschmolzen, der erkaltete geschmolzene Rückstand mit Salzsäure bei 50 C. behandelt und heiß filtrirt, das Filtrat eingedampft, bis Tropfen auf Glas erstarren; der in der Schale erstarrte Brei mit einer konzentrirten Salmiaklösung übergossen, gut umgerührt und filtrirt; die zurückbleibende Titansäure mit verdünnter Salzsäure bei 50—60 C. digerirt und die saure Lösung nach Zusatz einer Blutlaugensalzlösung zum Kochen erhitzt. Der Niederschlag, das Titangrün, wird vorsichtig bei 100 C. getrocknet. III. Grüne Erde, verwitterter Augit, ist fett u. seifenartig, graulich-gelbgrün, kommt dem Töpferthon in der Farbe sehr nahe. Die damit verwandte g.e Veronesererde ist in ihrem natürlichen Zustand graulichblaugrün und behält diese Farbe, reibt sich unter allen farbigen Erden am leichtesten, besitzt kein großes Färbevermögen und deckt daher schlecht, ist jedoch dauerhaft und trocknet in Oel gut. IV. Chinesisches Grün, frz. vert de Ohine, wird aus den Beeren des grünfärbenden Wegdorns (Rhamnus chloroforus Decne, Fam. Wegdorngewächse, Khamneae R. Br.), eines in China kultivirten Strauches, bereitet. Eine zweite Sorte kommt von Rh. utilis Decne. V. Rinmanns Grün, s. d. Art. Kobaltgrün. VI. Smaragdgrünes Chromoxydhydrat, frz. vert de Guignet, auch Mittlers, Pannetiers, Plessy's G. genannt, dient besonders als Glasfarbe. VII. Grün zum Anstrich künstlicher Blätter. 3 kg. Gelbbeeren werden in 1 Eimer Wasser bis zu Eimer eingekocht, beim ersten Aufsieden 250 g. Alaun, nach dem Erkalten 3 kg. Berliner Blau, 250 g. Kupfervitriol od. Indigokarmin zugesetzt. Die so erhaltene Farbe wird mit dem Schwamm aufgetragen oder die Blätter hineingetaucht. VIII. Nicht giftiges Pflanzengrün, Chlorophill. 27 Gewichtstheile frisches Gras oder starkgrüne, zarte Pflanzen, Algen etc., mit 112 Gewichtstheilen warmen, schwach alkalischen Wassers ausgezogen und Rückstand in 110 Gewichtstheilen Natronkauge von 10½ B. digerirt, 26 Stunden später abgegossen, mit Salzsäure siothek Heidelberg DFC versetzt, bis blaues Lackmuspapier geröthet wird. Die sich ausscheidenden Flocken, getrocknet, bilden eine dunkelgrüne, erdige Masse. Dieses Chlorophyll löst sich nicht in Wasser, wohl aber in Weingeist, Aether, Oelen, Alkalien und konzentrirter Schwefelsäure; ist aus Schwefel⸗ und Salzsäure durch Wasser wieder niederschlagbar. Chlorophylllösung in Weingeist, mit essigsaurer Alaunerde oder mit alkalihaltigem Alaun versetzt, giebt eine grüne Lackfarbe. JX. Alle Arten der aus Gelb und Blau zusammengesetzten Gie besitzen keine Festigkeit, ausgenommen diejenigen aus Kobaltblau od. Ultramarinblau mit Neapelgelb oder mit Chromgelb. Die blauen Farben hierzu sind aber zu theuer und das Neapelgelb besitzt zu wenig Färbevermögen. Man wendet daher häufig eine Mischung von Chromgelb und Berliner Blau an. X. Chromgrün oder grüner Zinnober, s. d. Art. Chromgelb. XI. Grüne Saftfarben werden entweder aus blauen und gelben gemischt, oder aus Pflanzen mit natürlich g.en Säften bereitet. Leicht herzustellen sind folgende Farbemittel: a) kg. noch grüne, zu Anfang September gesammelte Kreuzbeeren läßt man mit eben so viel Wasser zweimal aufwallen und preßt sie dann aus. Nach 24 Stunden wird der Saft durch ein wollenes Tuch geseiht und in einem blanken Kupferkessel zu Honigdicke verdampft. Unter stetem Umrühren werden nun 160 g. gepulverten Alauns zugesetzt und abgedampft, bis die Oberfläche anfängt eine Haut zu bekommen; damit die Masse nicht einen Stich ins Gelbbraune bekommt, setzt man dem dicklichen Saft 2¼ bis 3½ g. verdünnte Indigoauflösung zu. Das Abdampfen geht fort, bis einige aufeine kalte Fläche gebrachte Tropfen die trockenen Finger nicht fürben; dann wird der noch warme Saft in starke Rindsdärme gefüllt, verbunden, anfangs in der Sonne, spüter im Ofen vollkommen getrocknet. Die Masse wiegt etwa 1,30 Kg., wird an der Luft nicht feucht und glänzt gummiartig auf Papier. d) Von den Blüten der Schwertlilien wird das dunkelste Blau abgeschnitten, die Blumen in einem Mörser zerstoßen, etwas Alaun zugesetzt, der Saft durch nasse Leinwand ausgepreßt und in Muscheln getrocknet. e) Weinsteinsaures Kupferoxydkali giebt eine blaugrüne Saftfarbe. Man nimmt dazu 30 g. Grünspan, kocht diese mit 11 g. Weinsteinrahm mit Wasser unter Umrühren in einem Gefäß von Glas oder Steingut, dampft die Auflösung zur trockenen Salzmasse ab und löst sie beim Gebrauch mit Gummiwasser. d) Krystallisirter Grünspan, aufgelöst und mit Weinstein versetzt, oder Grünspan mit Zucker aufgelöst geben g.e Saftfarben. e) Grüne Farbe aus Artischocken; f. d. betr. Art. XII. Grüne Schmelzfarben, s. Email. Grüne Schmelzfarben für Glasmaler gewinnt man aus Kupferoxyd, Antimonoxyd oder Chromoxyd, Thonerdehydrat mit Zinkoxyd, auch Kupferoxyd, Manganoxyd und Eisenoxyd. Alle Farben werden mit Krystall geschmolzen, abgeschreckt und gerieben Auch kann man Kupfervitriol in kochendem Wasser auflösen, versetzt diese Lösung mit Borax und läßt niederschlagen, worauf man zu dem Niederschlag Krystall und Mennige zumengt, schmelzt und abschreckt. Senle. XIII. Grüne Holzbeizen, s. Beize im 1. Bd. XIV. Grüner Anstrich für Jalousien, Geländer etc. Mineralgrün und Bleiweiß in Terpentin gerieben. Man mische eine beliebige Quantität von dieser Mengung mit ein wenig Terpentinfirniß für den ersten Anstrich; zum zweiten Anstrich muß man der Farbe so viel Firniß zusetzen, daß sie einen guten Glanz erhält. Will man sie heller machen, so setzt man ein wenig Berliner Blau zu. XV. Grüne Beize auf Elfenbein, s. Beize im 1. Band. XVI. Grüne Bronzefarbe, s. Bronze u. bronziren. Srund, m., 1. (Bauw.) frz. terrain, m., s0l, m., engl. ground, soil, auch Grundboden, Baugrund genannt. Der Erdboden, auf dem man bauen will; s. d. Art. Boden und Baugrund. Guter Boden, auf den ohne weiteres gebaut werden kann, muß gleichmäßig dicht, fest, nicht rutschig sein; ganz schlechter muß ausgewechselt werden; auf ausgefüllten Boden kann man nur breitgelagerte, niedrige Bauten setzen; s. übr. d. Art. Grundbau. — 2. frz. fondement, engl. basement, foundation-walling, f. v. w. Grundgemäuer, Fundament. — 3. (Vergold.) f. v. w. Goldgrund, s. d. Art. Vergoldung. — 4. (Wasserb., Seew.) frz. fond, m., engl. bottom, ground, s. v. w. Boden eines Flußbettes, Teiches, Meeres. — 5. s. v. w. Hintergrund. „Hrunda, f., lat., ital. gronda, Ueberkragung des Dachfußes, auch Wetterdach. racinal, dormant, engl. ground-beam, ground-timber, dormer, sleeper, unterste Schwelle einer Fachwand, die direkt auf dem Erdboden od. blos auf der Gründung steht. — 2. G. des Trempels; s. d. Art. Schleuse. — 3 G. eines Krahns, frz. racinal, engl. sole, s.d. Art. Krahn. — 4. G. einer Wassermühle, frz. palplanche, f., engl. saddlebeam-sill, s. Fachbaum.