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AllerleiBau-Lexikon 1881

Gymnastum, n. 1. Die Griechen nannten so die Bildungsanstalten, auf welchen ihre Jünglinge zwar auch in den Wissenschaften, bes. aber in körperlichen Nebungen unterwiesen wurden. Fig. 2067 stellt das G. zu Hierapolis dar, welches Leake entdeckt hat. A sind bedeckte Gänge, B eine Säulenhalle, O Säle für die Aufseher etc., D das Ephebeion zu den Turnübungen der Jünglinge, E das Eläothesion zum Salben, F das Konisterion zum Bestreuen des Körpers mit Sand oder Staub für den Ringkampf, G ein kaltes Bad, K das Sphäristerion oder Korhkeion zu Ballspielen, IAuskleideraum, I, M. N. O das laue und warme Bad, P ein Portikus, ebenfalls Portiken zu den Freiübungen im Winter, K Garten zu den Freiübungen im Sommer, S und UTheile der Rennbahn. — 2. Die Römer behielten den Namen und Zweck des Ges bei. Fig. 2068 giebt den Grundriß eines römischen Ges nach den Ruinen des zu Ephesus unter Kaiser Hadrian erbauten. A Kryptoportikus, B Palästra, Ringplatz, O Ephebeum, D, D Auskleideräume, Eläothesium und Conisterium, E anhe F, G kalte, H, I, L, Mwarme Bäder 0 Zubehör, K das Sphäristerium. — 3. Jetzt heißt G., frz. Iycée, collège, die höhere Schule, Lateinschule; die Einrichtungeneines diesem Zweck dienenden Gebäudes sind fast die gleichen wie in allen Schulgebäuden; s. daher d. Art. Schule. Einige Abweichungen werden dadurch hervorgebracht, daß in manchen Gymnasien das Internat besteht, alle Schüler Wohnung erhalten, in anderen nur einige, die sogenannten Alumnen, für welche dann meist neben den Schulgebäuden ein besonderes Wohnhaus, Alumneum, errichtet wird. Bei beiden Arten muß mindestens ein Lehrer, gewöhnlich der. Direktor oder Rektor selbst, Dienstwohnung erhalten. Im andern Falle wohnen gar keine Schüler in der Anstalt, sind alle Extraner; dann braucht meist nur für den Aufwärter oder Hausmeister Wohnung beschafft zu werden. Neuerdings fehlt nie eine Turnanstalt. Meist muß auch für ein Carcer gesorgt werden. Im übrigen s. Schule.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 551Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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