FeedFritsch (Gust. Theod.)
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Fritsch (Gust. Theod.), Naturforscher und Reisender, geb. 5. März 1838 in Kottbus, besuchte das Gymnasium in Breslau, studierte 1857—62 in Berlin, Breslau und Heidelberg erst Naturwissenschaften, dann Medizin und unternahm 1863—66 eine wissenschaftliche Reise nach Südafrika, wo ler vom Kap der Guten Hoffnung aus die westl. Provinzen, dann die östlichen, den Oranje-Freistaat und Natal, endlich die Betschuanenländer urchzog und im Lande Bamangwato unter dem 22.“ südl. Br. seinen nördlichsten Punkt erreichte. Nachdem er 1867 Assistent am Anatomischen Institut in Berlin eworden war, erhielt er 1874 eine außerord. Prosesur an der dortigen Universität; auch leitete er 1868 die Expedition zur Beobachtung der Sonnenfinsternis nach Aden und 1874 die zur Beobachtung des Venusdurchgangs nach Ispahan in Persien; an die erstere schloß sich eine archäol.⸗photographische Expedition nach Oberägypten unter Leitung des Prof. Joh. Dümichen, an die andere eine ausedehnte Tour zu zoolog. Zwecken nach Kleinasien. J. 1881—82 bereiste er im Auftrage der königl. kademie der Wissenschaften Agypten und die östl. Mittelmeerländer zum Studium der elektrischen Fische. F.s Studien und wissenschaftliche Arbeiten liegen hauptsächlich im Gebiete der vergleichenden Anatomie und wissenschaftlichen Photographie. Von seinen Werken sind hervorzuheben: „Drei Jahre in Südafrikar (Bresl. 1868), „Die Eingeborenen Südafrikaso (Bresl. 1873), aliber das stereoskopische Sehen im Mikroskopo (Berl. 1873), „Untersuchungen über den feinern Bau des Fischgehirnso (Berl. 1878)). weimar. Minister, geb. 22. März 1731 als Sohn des kursächs. Ministers Thomas Freiherrn von F., studierte in Leipzig und Göttingen, trat 1754 als Legationsrat in weimar. Dienste, wurde 1756 Wirkl. Hofrat und Geh. Referendar, 1762 Geh. Legationsrat, erhielt 1766 den Titel Geheimrat und trat 1772 als Wirkl. Geheimrat an die Spitze des weimar. Ministeriums. Er widerriet in dieser Stellung anfangs der Anstellung Goethes im Geeimen Consilium, ließ aber auf den Wunsch des erzogs Karl August seinen Widerspruch fallen und behielt sein Amt bis 1800. Er starb 13. Jan. 1814 zu Weimar. Von F.s Söhnen war der zweite, Karl Wilhelm, Freiherr von F. (geb. zu Weimar 16. Juni 1769, gest. daselbst 16. Okt. 1850), von 1815 bis 1843 ebenfalls weimar. Staatsminister, der dritte, Ludwig, Freiherr von F., geb. 2. April 1772 zu Weimar, nahm preuß. Militärdienst und starb als Major in Gumbinnen 28. Okt. 1808. Vgl. Freiherr von Beaulieu-Marconnay, «Anna Amalia, Karl August und der Minister von F.» (Weim. 1874).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 367Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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