Gehirnknoten, soviel wie Gehirnbrücke, s. Gehirnkrankheiten. Als Centralorgan des Nervensystems wird das Gehirn fast bei allen, besonders akuten Krankheiten in Mitleidenschaft gezogen. Schon die Empfindung des Schmerzes wird erst durch das Gehirn vermittelt, und selbst bei schmerzlosen Krankheiten, sobald sie Teile befallen, die mit Nerven versehen sind, wird in den allermeisten Fällen eine Verstimmung nicht fehlen, die das Gehirn an der vollen Ausübung seiner Thätigkeit hindert, wenn sie auch durch die Energie des Willens überwunden werden kann. Zu deneigentlichen Gehirnkrankheiten rechnet man die Fälle, wo entweder anatom. Störungen der Gehirnsubstanz sich vorfinden oder wo die Funktionen des Gehirns in auffälliger Weise gestört sind, ohne daß ein Leiden eines andern Organs sich als Ursache dieser Störung nachweisen läßt. Zu den Symptomengruppen ohne anatom. Grundlage, mit vorwiegend geistiger Störung zählen die verschiedenen Geisteskrankheiten (s. d.), die Hypochondrie und die Hysterie und eine Reihe von Krankheiten, bei denen sich Störungen des Bewußtseins, der Bewegung und Empfindung bemerkbar machen. Es gehören hierher die Eklampsie und Epilepsie, der Veitstanz und Tetanus, die Katalepsie und Hydrophobie, die Zitterlähmung, die Ohnmacht und der Scheintod. Zu den sog. materiellen Gehirnkrankheiten, bei denen anatom. Störungen der Gehirnsubstanz vorgefunden werden, rechnet man die Blutarmut und die Blutüberfüllung des Gehirns, welche merkwürdigerweise häufig genug ganz ähnliche Krankheitserscheinungen, wie Schwindel, Kopfweh u. dgl., zur Folge haben, ferner die verschiedenen Formen der Gehirn⸗ und der Gehirnhaut-Sasgerulin (s. d.), die Gehirnblutungen mit ihren * gezuständen (s. Schlagfluß), die Gehirnerweing und Gehirnwassersucht (s. d.), die Gehirngeschwülste u. a. Gegen Verletzungen ist das Gehirn außerordentlich empfindlich; schon eine einfache Gehirnerschütterung (s. d.) kann schwere, selbst lebensgefährliche Symptome zur Folge haben.