FeedJuno (Myth.)
Sagen & MythenBau-Lexikon 1881

Juno (Myth.), auch here, Saturnia, Ammonia gen., Tochter des Saturn und der Rhea und Gemahlin ihres Bruders Jupiter. Personifizirt den Stolz, die Pracht, die Eifersucht; ist ferner Göttin der Ehe, der untern Luftregion etc. Schutzgöttin aller Frauen; nach diesen verschiedenen Deutungen ihres Wirkungskreises hieß sie Here, Aphrodite, Theleia, Zychia, Juno regina, pronuba, Lavinia, sospide, quiritis, sispina, Lucina, martialis, moneta ete. Danach sind auch die Darstellungen verschieden Am häufigsten erscheint sie als königliche Here in vollstündiger Gewandung, mit blosem Haupt und Scepter, oft auch mit verschleiertem Haupt, auch wohl ohne Scepter, dann also rein matronal. Charakteristisch ist ein strenger Ausdruck, ernstes, in sich abgeschlossenes Wesen, mit Willen zurückgehaltenes Feuer der Leidenschaft. Sie erhält stets reichliche Gewandung; den νοα (odius, Korb) als Symbol der Fruchtbarkeit, Diadem oder Stirnbinde, auch wohl einen Polos (Nachbildung der Erdscheibe) auf dem Kopf, sowie einen Myrtenkranz oder mit Sternen besäeten Schleier. Geheiligt war ihr der Pfau. Aupiter (Mythol.), bei den Griechen Zeus genannt, äolisch deve. Dieser Name ist aus 9eos, Nelos entstanden und gleich dem lateinischen deus, divus, dem littauischen diewas, dem altitalischen Diovis, Jovis, aus dem sanskritischen devas mit der Wurzel div herzuleiten u. bedeutet demnach der „Lichte, Leuchtende“. Damit hängt Jupiter, Dit pater, „Vater der Götter“, zusammen. Er galt als Vater der Götter und Menschen, als ewiger Sohn der unendlichen Zeit, des Kronos, als aller Dinge Anfang, als Allherrscher, oberster der Götter, bes. als Herrscher im Reich der Lüfte; daher führte er als Attribut den Blitz, das Symbol der Atmosphäre. Man betrachtete den Charakter des Zeus als Inbegriff aller Vollkommenheit und Majestät, Weisheit, Kraft und Stärke. Daher vermählte er sich mit der Themis (Satzung des Rechtes) zu Erzeugung der drei Parzen (s. d.) und der Horen Eunomia (Wohlordnung), Dike (Gerechtigkeit) und Eirene (Frieden), die im Wechsel der Stunden und Jahreszeiten walten, anderseits auch alles Geistige zu Gedeihen und Reife bringen. Er vermählte sich ferner nach Hesiodmit Metis (Weisheit), die er in sein Inneres aufnimmt, dann mit Eurynome (der weithin waltenden Naturfülle, Tochter des Wassers) zu Erzeugung der Persephone, des alljährlich aus der Unterwelt hervorsprossenden Frühlings, mit Mnemosyne, dem Gedächtnis, zu Erzeugung der Künste u. Wissenschaften, der Musen, mit Leto, der Verborgenheit dunkler Nacht, zu Erzeugung der Sonne und des Mondes, endlich mit Here, d. h. mit dem Stolz, der irdischen Pracht, zu Erzeugung der ewigen Jugend, Hebe, und des Kampfes, Ares; aus seinem Haupt entspringt Minerva (Weisheit u. Tugend), seine Lieblingstochter. Mit Maja (dem Zauber der Einbildungskraft) erzeugt er den Hermes, der für das individuelle Wohl der Menschen sorgt; Baechus ist sein Sohn als Darstellung der Naturverklärung und Begeisterung, Herakles als Personifizirung der aus Verschmelzung göttlicher u. menschlicher Natur hervorgehenden Heldenkraft. Zeus selbst wurde in der alten Zeit immer als älterer Mann, bärtig, langhärig dargestellt, aber die langen Häre sind perückenartig geordnet, auch wohl in Zöpfe geflochten oder durch Schleifen aufgebunden, durch einen Kranz oder durch Tänien zusammengehalten. Die Bekleidung war in der Frühzeit griechischer Kunst meist kurz, bestand oft blos im Chimation, später war sie lang und reich. Phidias, der das Zeusideal für die Kunst vollendete, stellte ihn im Tempel des Zeus zu Olympia als Sieger und Siegesverleiher thronend dar, oberhalb nackt, unten bekleidet (Nebel des Ida), mit dem Oelkranz auf den wallenden Locken, unter den buschigen Augenbrauen fest, aber mild hervorblickend. Auf seiner Rechten hielt er die Nike, die ihm eine Siegertänie reichte; die Statue war mit Elfenbein, Gewand und Sandalen mit Gold bekleidet; auf der einen Säule der Thronlehne standen drei Horen, auf der andern drei Grazien. Er soll überhaupt ruhig, mild, doch ernst dargestellt werden; sein Scepter sei nicht Herrscher⸗„ sondern Hirtenstab. Er wurde auch vielfach sitzend od. stehend abgebildet, in den Händen Blitz und Hasta, manchmal einen Adler neben sich. Auch giebt man ihm Widderhörner und dann heißt er Jupiter Amun; die Pelasger verehrten ihn zuerst unter der Form eines spitz zulgufenden Steins. Heilig war ihm die Eiche. Man giebt ihm einen Eichenkranz, eine Aegis oder auch einen Wolkenschleier als Regengott, oder ein Wolfsfell (arkadischer Hirtenbeschützer), einen Modius (Zeus Serapis, Reichthumsförderer) etc. Aupiterschnitt, m. (Zimm.), frz. trait m. de Jupiter, engl. straight urse With scarf and key; . d. Art.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 129Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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