FeedKanaldämmen
VerkehrBau-Lexikon 1881

Kanaldämmen od. Kanalbrücken geführt werden (l. Brücke); dieselben erhalten wasserdichte Seitenmauern, Kanalborde. Man richte auch den Kanalzug so ein, daß der entstehende Erdabtrag dem nöthigen Erdauftrag möglichst gleich werde. Bei niedrigem Kanalufer erhalten die Dämme Nanalhünke auf ihrer Krone, bei' größerer Höhe außer Bermen an beiden Seiten einen 2, —3, m. breiten Ziehpfad, Leinpfad; Kanalstollen erhalten oft behufs Kostenersparung nur auf einer Seite einen 1, —1, m. breiten Treidelweg. Wenn man auf Höhen Wasser findet, um die Schleusen zu speisen, und in den dazwischen liegenden Tiefen Gelegenheit geboten ist, das überflüssige Wasser zu entfernen, so kann man den K. auch bergauf und bergab führen. Dieses Entfernen des Wasserüberschusses, das Wasserlösen, geschieht durch Ueberfälle, frz. dCéchargeoirs, die durch den Damm durchgeführt, überlegt oder überwölbt und mit bebohltem Vorherd und Abschußboden versehen oder abgepflastert werden; besser sind Grundablässe mit Grundschützen. Den K. kreuzende Bäche werden entweder durch Syphons (f. d.) boder durch Siele (s.d.) unter dem K. durchgeleitet, oder über demselben auf Brücken übergeführt. Beides ist aber thunlichst zu vermeiden. Reinigung u. Tiefermachung des Kis kann man erreichen durch Schöpfbühnen an der Mündung, durch Wasserflügel, Rührstangen, Rauschflügel und durch Ausbaggerung; s. d. betr. Art. Für den Beharrungszustand (s. d.) des K.s sorgt man durch die Zuleitung der nöthigen Wasserergänzung. ad b) Wasserleitungen als Gräben dienen gewöhnlich zu Herbeischaffung des Wassers behufs Bewegung von Umtriebsmaschinen, zu Versorgung der Städte mit Wasser etc. Sind dieselben aus Holz oder Eisen zusammengesetzt, so führen sie gewöhnlich den Namen Gerinne; Aquä dukte (s. d.) heißen sie, sobald das Wasser mittels Brücken über Vertiefungen hinweggeleitet wird, und Röschen, wenn die Weiterführung des Wassers in einem Tunnel unterirdischerfolgt. Das relative Gefälle der Gräben wählt man gewöhnlich zwischen ,33 und 0, e (s. d. Art. Mühlgraben). Plötzliche Veränderungen in der Richtung und dem Querschnitt sind unbedingt zu vermeiden. Die Form des letzteren ist gewöhnlich ein Paralleltrapez, bei Gerinnen aber ein Rechteck (seltener Halbkreis), wobei die mittlere Tiefe /3 bis ½¼ der mittlexen Weite deträgt. Die Böschungsanlage ist je nach Dichtigkeit des Bodens gewöhnlich 1—2fach, bei trockenem Mauerwerk „fach, bei solchem in Mörtel ½s8fach. An Thalgehängen hin lassen sich die Gräben so führen, daß der Abtrag an derselben Stelle wieder als Auftrag benutzt werden kann. Der Wasserleitungskanal muß von Zeit zu Zeit geschlämmt oder gereinigt werden, bes. von (langfaserigen) Wasserpflanzen (Algen), welche den Wasserspiegel nicht unwesentlich erhöhen können. Er erhält ferner Schützen, Fluter etc., welche den Wasserstand reguliren. ad c) s. d. Art. Röhrenleitungen. (v. W.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 146Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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