FeedKompaß
TechnikBau-Lexikon 1881

Kompaß, m. frz. Compas, m. (de mer, de route), engl. Compass, ., Instrument, um vermittels einer beweglichen Magnetnadel die Richtung nach Norden und danach auch die übrigen Weltgegenden zu bestimmen. Die größere Art wendet man auf Schiffen an, sie heißen daher Seekompaß, frz. C. de mer, engl. mariner's C., sea-c.; beim Feldmessen, bei Aufnahme von Bauplätzen und Abstecken der Gebäude, bei denen es auf ein Innehalten von Richtungen nach den Himmelsgegenden ankommt, wie z. B. namentlich der Kirchen, genügen kleinere, sog. Boussolen. Von den Boussolen unterscheidet man Feldmesserboussole, frz. C. d'arpenteur, engl. surveyor's 0., Markscheiderboussole, auch Hängekompaß, Hängezeug gen., srz. pocbe demineur, engl. miner's C., Circumferenter-dial, Schiffer⸗„Orientir-und Handboussolen. Die Feldmesserboussole ist meist in Verbindung gebracht mit einem Visirlineal Und wird dann wie ein Menselblatt auf ein gewöhnliches Meßtischstativ aufgeschraubt. Die Magnetnadel giebt ummittelbar den Winkel an, um welchen der magnetische Meridian von der Visirebene abweicht; da man aber die umgekehrte Abweichung haben will, so erhält die Boussole eine entgegengesetzt laufende Eintheilung. Sie hat vor anderen Instrumenten den Vortheil, daß man sie nicht im Scheitel des zu messenden Winkels aufzustellen braucht, sondern auch von den Schenkeln desselben aus gemessen werden kann. Die Abweichung (Deklination) der Nadel ist gewöhnlich gegen 8 Uhr morgens am kleinsten, gegen 1Uhr mittags am größten, des Nachts fast Null. v. Wo.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 205Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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