Mauer, k., frz. mur, m., engl. wall, lat. muras, ital muro, ein Körper, von Steinen in gewisser Stärke u. Höhe aufgeführt, mit oder ohne Mörtel. I. Eintheilung der Mauern. &. In Bezug auf bestimmung und Stellung: a) Umfassungsmauer; diese schließen einen Anbedeckten oder bedechten Raum e ein; im ersteren Fall heißen sie auch wohl Einfriedigungen; im letzteren, alsobei Gebäuden, auch Hauptmauern, u. werden wiederum getheilt in Vorder⸗, Hinter⸗ und Seiten⸗, auch Giebelmauern; b) Mittelmauern, rz. murmédian „moyen, d. h. diejenigen, welche in Gebäuden mit der vordern oder hintern Hauptmauer parallel laufen, in der Mitte die Balken unterstützen u. gewöhnlich die Schornsteineu. Feuermauern enthalten; e) Scheide- oder Schiedmauern, welche einen Raum in mehrere Abtheilungen theilen; diese können Quermauern oder Langmauern sein; d) gemeinschaftliche Min, franz. m. Commun, m. mitoyen, engl. common wall; e) Grund⸗ und Futtermauer, auch anlehnende M., franz. 3 adossé, genannt. () freistehende M., m. detaché. B. Hinsichtlich der Bauart: a) durchbrochene M., die Thür- und Fensteröffnungen haben; b) volle od. ununterbrochene, auch blinde M. genannt, frz. mur orbe, engl. dead wall; c) auf Bogen ruhende heißen schwebende, frz. . en Pair, engl. spandrel-wall; d) einhäuptige M., frz. m. aligné d'un coté seulement, engl. oneside-worked wall; e) M. aus lauter Binderschichten, franz. m. de parpaing, engl. perpend-wall; f) trockene, kalte M. s. maceria I. 2c., mischte M.; darüber s. Näheres 5 dem Art. Mauerverband. D. Nach der äußeren Form: a) ebene, gerade M. mit senkrechten Wee b) ebene Böschungsmauern mit geneigten Häuptern; o) windschiefe Böschungsmauern; d) geförmige oder konische M., Weun M. bäti paré paulées, engl. slovenly built wall; g) blinde, fensterlose M., franz. mur orbe, engl. dead wall; h) ausbauchende, bauchige M., franz. mur bouclé, gauchissant, engl. battering, shrinking wall, s. ausbauchen u. Bauch; i) M.mit Balkenlöchern, franz. mur coupé; k) gezinnelte M., s. Zinne; ) fluchtlose M., frz. m. bati par épaulées, engl. slovenly pbuilt wall; mn) unterspülte, oder sonst im Fundament entblöste M., Irz. m. déchaussé, engl. barebased wall. II. Die Festigkeit einer M. wird durch das Material, das Verhältnis der Stärke zur Höhe und durch ihre Konstruktion (s. d. Art. Mauerverband) bedingt. Die Mauerstärke (s. d.) hängt daher vom Gremd, der Höhe, dem Material, dem Seitendruck, der zu tragenden Last, der Entfernung von anderen Min etc. ab. So z. B. erhalten bei ö gleicher Höhe 3 al und Quadermauern eine weit geringere Stärke als Bruchstein⸗ und Lehmmauern. Es wird in der Regel jede M. senkrecht aufgeführt, nur die Futter⸗ und Huinnudeen erhalten auf der einen Seite eine Böschung oder Einziehung von unten nach oben. An hohen Min bei Gebäuden macht man eine ähnliche Einziehung der Standfähigkeit wegen, aber nicht in schräger Linie, sondern bei jedem Stockwerk in Mauerabsätzen, frz. liarcement, retraite, engl. sett off, von 10—15em., auf welchen die Balken ruhen. Große Lagerhaftigkeit der Mauersteine, gut bindender Mörtel und eiserne Anker vergrößern die Standfestigkeit der Men, auch das Ueberbinden der Fugen und das schichtenweise Mauern; überhaupt ist der Mauerverband hierauf nicht ohne Einfluß.