Palme, f. 1. Palmbaum, m. (Bot.), frz. palme, engl. palmtree. Die Palme diente mehrfach als Symbol des Jahrescyklus „des Sieges, des Friedens, des Todes (ewigen Friedens), boch auch, da man glaubte, daß sie gleich dem Phönix aus der Asche neu auswachse (die P. heißt griech. potbi), die Unsterblichkeit und Auferstehung, daher Attribut der Märtyrer, Sinnbild der Freiheit etc. Vgl. auch d. Art. Baum 6. — 2. Palme od. Palm, m., franz. empan, In., palme, paume, f., engl. palm, span. u. ital. palmo, lat. palmus, Spannenlänge, Handbreite, Längenmäß in Italien. Es hielt z. B. in Genua 0, m., in Neapel auf Sizilien 0,581 M.; s. Elle und Mäß. Bei den alten Römern hielt der pahmus minor, Handbreite, frz. paume, f., 4 digiti, die Breite von vier Fingern, hleß bei den Griechen Dochme u. Palaiste u. maß 0, M.; s. d. Art. Mäß. Der palmus major, Spanne, franz. empan, maß 12 digiti; palmipes hieß ein Längenmäß, aus dem p. u. dem geometrischen Fuß zusammengesetzt 20 digiti, s.d. Art. Mäß Die P. diente bis vor Kurzem zur Bestimmung der Dicke für Schiffsbauhölzer, 10 Fuß vom Stammende hereinwärts zu messen. Eine P. hielt in Hamburg 42 in Holland u. Norwegen 39,, Par. Linien. Die Palmblätter u. Palmzweige kommen 1. gemalt od. in Relief als Verzierungen an Gesimsgliedern, Kapitälen etc. vor. Ein Beispiel der Behandlung in der Antike 1 Fig. 2751. Von der 6 ehandlung im romanischen u. byzantinischen Stil geben die beiden Märtyrer symbolisirenden) Palmen neben dem Kreuz in Fig. 2752 eine Vorstellung. Im gothischen Stil wurden sie wieder etwas naturgetreuer gebildet. — 2. An eisernen Gittern aus dem 18. Jahrh. führen diesen Namen gewisse, allerdings mehr Federwedeln als Palmblät⸗ Fig. 275L. tern ähnliche Bündel von schmalen, in Wellenform od. flammenähnlich gekrümmten Streifen. — Ueber die technische Verwendung s. d. Art. Palmenholz.