Reiher, m. (Glas.), s. d. Art. Vorreiber. Reibesieb und Reibrgitter, u. (Hütt.), s. Aufbereitung. Reibewohl, m. (Werkz.), s. d. Art. Brustleier. Reibschiene, f. (Masch.), s. Friktionsband. Reibstein und Reibschale, Beibehammer und Reibepfanne, Reibewalze u. Reibebret, dienen, pärweise zusammengehörig, zum Zerreiben von Farben, Erzen etc.; f. auch Farbenreibmaschine. Neibung, k., Sriktion, k. (Mech.), srz. Krottement, m., engl. friction, rubbing, ist ein Bewegungshindernis, welches überall auftritt, wo ein Körper die Oberfläche eines andern berührt und sich auf derselben hinbewegt. Dieser Widerstand rührt von den Erhöhungen und Vertiefungen her, welche sich an den Oberflächen aller Körper befinden,. wenn diese auch noch so glatt erscheinen; die Erhöhungen des einen Körpers greifen in die Vertiefungen des andern ein, so daß der bewegte Körper zurückgehalten wird. Wesentlich verschieden ist die R. von der Adhäsion, dem Anhaften der Körper an einander, welche bekanntlich um so größer wird, je glätter die Oberflüche ist. — Man unterscheidet gleitende K., wenn die Bewegung des einen Körpers eine fortschreitende ist; Zapfenreibung, wenn sie eine Drehung um eine feste Achse ist, und walzende R. wenn die Drehung um eine fortschreitende Achse stattfindet. — Ferner unterscheidet man R. der Ruhe und der Rewegung. Erstere ist thätig, wenn der Körper aus dem Zustand der Ruhe in den der Bewegung übergeht; letztere findet in allen Momenten der Bewegung statt. I. Es haben sich folgende Gesetze ergeben: 1. Die R. ist proportional dem Normaldruck, mit dem beide Körper auf einander lasten. — 2. Sie ist unabhängig von der Größe der Berührungsfläche, da offenbar bei der Vergrößerung derselben eine größere Vertheilung des Normaldruckes stattfindet. — 3. Die R. ist wesentlich abhängig von der Beschaffenheit der Oberflächen; diese aber wird bedingt von der Kohäsion und anderen Eigenschaften des Stoffes beider Körper, vom Grad der Politur od. sonstigen Glättung (durch Schmieren) der sich berührenden Ebenen. — 4. Die R. der Ruhe ist größer als die R. der Bewegung; doch ist die letztere unabhängig von der Geschwindigkeit des bewegten Körpers. — 5. Die gleitende R. ist die größte, geringer ist die Zapfenreibung, am kleinsten die walzendeR. II. Gleitende K. Nach Obigem ist, wenn der Normaldruck N und die zum Forttreiben nöthige Kraft K heißt, der Quotient K/N= konstant; man nennt ihn den Reibungskoeffizienten. Natürlich ist die R. gleich der Kraft N. Der Koeffizient ist bei verschiedenen Körpern sehr verschieden u. muß durch Versuche ermittelt werden. Wenn ein Körper auf einer schiefen Ebene liegt, deren Neigungswinkel ist, so zerlegt sich sein Gewicht Vin zwei Komponenten, eine S G sin a, parallel der schiefen Ebene, und eine andere senkrecht dazu, cos &. Die erstere bringt die Bewegung hervor; aus der letzteren entspringt die R. K = Cos &, welche jene Bewegung hindert. Die Kraft, mit welcher der Körper auf der schiesen Ebene festgehalten wird u welche somit noch wirken müßte, wenn er sich eben bewegen sollte, ist also Diese Kraft ist Null, d. h. der Körper wird durch seine R. gerade noch im Gleichgewicht erhalten, wenn Solange die Neigung der schiefene Ebene kleiner als dies a ist, bleibt der Körper liegen; wird sie aber größer, so bewegt sich der Körper die Ebene hinab. Man nennt den so bestimmten Winkel, aus welchem sich der Reibungs-THEK BERG O Universitätsbiblioth koeffizent der Ruhe ergiebt, den Reihungs⸗-oder Ruhewinkel. Von Coulomb, Morin u. A. sind ausgedehnte Versuche über die Reibungskoeffizienten, sowohl der Ruhe als auch der Bewegung, für verschiedene Körper angestellt worden; s. nebenstehende Tabelle. Für Bewegung ist meist die R. größer von Metallen auf denselben Metallen als auf anderen, was zu beachten ist bei Maschinen, wo die R. möglichst vermindert werden muß, was auch durch Anwendung der Friktionsrollen geschieht, weil dadurch die gleitende in rollende R. umgeändert wird. Im übrigen kommt in der Architektur die R. der Ruhe bei weitem mehr in Betracht und muß in der Regel möglichst vergrößert werden. Ist irgend ein Körper, z. B. ein Pfeiler, von Pfund Schwere auf einer horizontalen Ebene aufgestellt, so wird er durch einen Druck, z. B. Gewölbdruck P, der, unter dem Winkel gegen die Horizontale geneigt, von oben herein wirkt, fortgeschoben, wenn P —1wird, wobei a der Reibungswinkel (s. oben) ist. III. Zapfenreihung. a) An liegendem Zapfen. Es sei eine Scheibe vom Radius E beweglich an einem Zapfen vom Radius r;, auf beiden Seiten hänge eine Last &, so ist das Uebergewicht P, welches erforderlich ist, um der R. Gleichgewicht zu halten, so daß bei der geringsten Vermehrung von P Bewegung eintritt, also: Die Größe (2 + ) nennt man den Zapfendruck, das Produkt . (2 + 6) r Mdas Moment der R. Unter Einsetzung von ⸗oge und Berücksichtigung der Umdrehungszahl u ist dann Po⸗ 22— wo d die Umfangsgeschwindigkeit des Zapfens bedentet. Die R. wird bedeutend vermindert durch Friktionsräder; auch ist sie bei ausgelaufenem Lager geringer als bei ringsum schließendem Zapfen. d) Bei einer stehenden Welle, z. B. einer Turbinenwelle vom Gewicht , findet eine R. zwischen der Basis des Zapfens u. dem Lager statt. Das Moment der R. ist für einen ebenen Zapfen mit dem Halbmesser r gleich M 2/8 1ꝙ für einen solchen mit zugespitzter Basis, wobei o den halben Zuspitzungswinkel bedeutet, ist M= 2/3 v 11 bildet der Zapfen eine Calotte mit dem Radius r und dem Centralwinkel 2 e, so ist Koeffizient der gleitenden R. einzuführen. IV. Die rollende oder walzende R. wächst mit dem Druch und ist abhängig vom Walzenradius. Für rollende R., bei Forkbewegung durch Zugthiere etc., sei nur Folgendes angeführt: a) ist eine Walze vom Radius r und Gewicht Qauf einer wägrechten Ebene fortzurollen, so muß die ziehende Kraft E sein, wenn k der Koeffizient der rollenden R. ist; K findet man aus kUr bg o, wobei der Neigungswinkel für eine Ebene ist, unter dem der Cylinder zu rollen beginnt. b) Ist eine Last über n Walzen fortzuschieben u. Pn die horizontale Kraft, welche die auf jede Rolle kommende Last En zu schieben vermag, so ist En 235 32 wobei k der Reibungskoeffizient zwischen Rolle und Unterlage, . der zwischen Rolle und Dast ist. o) Ist eine Last auf einem Wagen mit m Rädern fortzuschaffen u. nennt man Em die Horizontalkraft, welche die auf jedes Rad kommende Last Im fortzubringen vermag, so ist Pm 185 „Qm, wobeir der Radius des Zapfens, R der Radius des Rades, p der Reibungskoeffizient für gleitende R. und tfür rollende R. ist. Es bedeutet =, daß die beiden Körper mit den Fasern auf einander Gußeisen auf F od. wenig fettig Bronz geschmiert Schmiedeeisen auf Gußeisen trocken oder Bronze. wenig fettig Schmnedeeisen auf Sch miede⸗ trocken Bronze auf Gußeifen trocken Bronze auf Schmiedeeisen etwas fettig Bronze auf Bronze 4 trocken Gußeisen auf Pockholy geschmiert Schmiedeeisen auf Pockholz. fettig Gußeisen auf Eiche trocken Schmiedeeisen auf Eiche. mit Wasser Messing auf CEiche.trocken Weiches Holz auf Eiche trocken Gußeisen auf (Eisenbahn) Unteun auf Pockholz geschmiert Holz auf Metas trocken Hanfseil auf Eiche trocken Leder auf Gußeisen. flach trocken Leder auf Holz flach trocken Lederriemen auf Eichentrommel. trocken Giche auf Muschelkalk . .4 trocken Schmiedeeisen auf Ralk trocken Roggenstein auf Kalk mit Mörtel V. Beim Balaneiren auf Spitzen und Schneiden sollte eigentlich gar keine R.entstehen; doch theils sind die Spitzen nicht mathematisch genau, theils nutzen sie sich ab, je länger sie in Gebrauch sind. Nach Coulom b wächst bei Schneiden die R. etwas stärker als der Druck und ist abhängig von dem Grad der Zuschärfung; am kleinsten ist sie beim Grarutschen, , daß die Gleitung quer gegen die Fasern des einen Hirnholz auf Langholz gleitet. 0j,16 0,15 0j/14 0,055 0,19 0/18 0,55 0,35 0j20 0,07 0,/36 15 0,80 0j,52 0j,61 0j,51 0j,74 0j/27 0,64 0j,38 0/74⁴ nat, größer bei Achat, noch größer bei Glas und Bergkrystall, am größten bei Stahl. VI. R. der Seile. Wenn ein Seil über eine ebene Fläche hingezogen wird, so tritt das unter II. Gesagte in Kraft. Wird hingegen das Seil um Ecken herumgebogen, z. B. um ein festliegendes Prisma gelegt, so ist der zu Aufhebung der tsbibliothek Heidelberg wobei n die Anzahl, a die Größe der Ablenkungswinkel bedeutet. Dieselbe Formel gilt, wenn sich eine Kette um einen Cylinder legt, nur daß hier der Ablenkungswinkel an jedem Kettenglied ist, welcher aus der Länge Jeines Gliedes und dem Halbmesserer des Cylinders bestimmt wird durch die Gleichung sin /2 ½r. Ist ein Seil um einen festen Cylinder geschlungen und bedeutet 6 den mit Seil bedeckten Bogen für den Halbmesser 1, so wird W ., wobei e die Grundzahl der natürlichen Logarithmen ist. Diese Formeln modifiziren sich in der Fig. 2932. Alter deutscher Reichsadler. Fig. 2932 geben wir den alten Reichsadler, nach Einigen schon von den Karolingern als Zeichen des Anspruchs auf das ost⸗ und weströmische Reich geführt, nach Anderen als Bannerbild des römischen Reichs deutscher Nation erst seit Kaiser Sigismund zu Anfang des 15. Jahrh. bis 1806 im Gebrauch; erst in neuerer Zeit, d. h. etwa seit 1650, bekam er über den Köpfen die Krone mit zwei Infuln und in den rechten Fang das Seepter, in den linken den Reichsapfel. InFig. 2933 geben wir den neuen deutschen Reichsadler, der ja ziemlich oft von Architekten gebraucht wird.