Chlorgas wird Snn v Apparaten (s. Chlorkalk) entwickelt und durch töhrenleitungen, die aber nicht in die Flüssigkeit eintauchen, in den obern Teil des mißt, sind unter K aufzusuchen. Absorptionsapparates geleitet, wo es durch die mittels des Rührwerks in steter kräftiger Bewegung erhaltene Kalkmilch rasch absorbiert wird. Zur Be-d förderung der Reaktion bläst man anfangs asser-k dampf in die Kalkmilch, bis diese eine Temperatur von 50—60 C. erlangt hat, eine weitere Erwärmung ist nicht nötig, da der Prozeß, wenn einmal eingeleitet, unter Wärmeentwi 71— stattfindet. Gegen Ende der Operation erfolgt die Bindung des Chlors langsam; um hier kein Chlor zu verlieren und auch um durch dasselbe nicht belästigt zu werden, verbindet man stets mindestens zwei, häufig aber auch mehrere Absorptionsapparate so untereinander, daß das in dem ersten nicht aufgenom-t mene Gas in einen zweiten und eventuell von hier in den dritten Apparat strömen kann. Die beendigte Umwandlung erkennt man daran, daß der größere Teil des Kalkhydrats gelöst ist. Das Chlorgas strömt dann direkt in den zweiten Apparat, die Flüssigkeit des ersten wird in ein Klärreservoir abgelassen, um die Reste des Kalkhydrats sich absetzen zu lassen, worauf die klare Flüssigkeit, deren Volum vorher genau ermittelt ist, in eisernen Pfannen verdampft wird. In einer 77 der Lösung ermittelt man gleichzeitig al analytischem Wege den Gehalt an chlorsaurem Kalk und fügt eine diesem äquivalente Menge von Chlorkalium zu der kochenden Lösung. Das Chlorkalium setzt sich mit dem chlorsauren Kalk um und bildet chlorsaures Kali und Chlorcalcium, beide Salze sind durch Krystallisation leicht voneinander zu trennen. Die Lauge wird je na der Jahreszeit bis 38 oder 40* B. verdampft und wird dann in Krystallisierbehälter abgelassen, in welchen sie 12—14 Tage verbleibt, um dem chlorsauren Kali Zeit zu geben, möglichst vollkommen zu krystallisieren. Die von den Krystallen abgezogene Mutterlauge enthält das Chlorcalcium, aber auch außerdem noch chlorsaures Kali, doch ist dieser Anteil nicht zugute zu machen. Die Krystalle werden durch Waschen mit Wasser möglichst von anhängender Mutterlauge befreit, die dabei abfallenden Waschflüssigkeiten kommen mit der Rohlauge zur Verdampfung, die gewaschenen Krystalle werden in heißem Wasser gelöst und umkrystallisiert, nötigenfalls wird dies noch einmal wiederholt, bis das Salz frei von Chlorcalcium ist. Das chlorsaure Kali kommt teils in Form von schönen, farblosen, rhombischen Krystallen, die durch Absieben von den kleinern getrennt sind, teils als Mehl, hergestellt durch Mahlen der kleinen Krystalle zwischen französischen Mühlsteinen, in den Handel. Das chlorsaure Kali findet mannigfache Verwendung. In der Medizin dient es als Heilmittel gegen Mund⸗ und Magenkatarrhe, gegen Mundfäule, Skorbut, Speichelfluß und diphtheritische Prozesse, doch ist es innerlich nur mit Vorsicht und nur auf ärztliche Verordnung anzuwenden, da es in größern Mengen, namentlich bei Kindern, giftig wirken kann; in der Technik benutzt man es als Zündmasse in der Feuerwerkerei, zu gewissen Arten von Sprengpulvern, zur Fabrikation von übermangansaurem Kali, als Orydationsmittel in der Färberei, hier namentlich bei der Erzeugung von Anilinschwarz, im Laboratorium dient es zur Entpickelung von Sauerstoff, sowie als Oxydations? und Chlorierungsmittel. Bei mancher Verwendung, wie bei der Anfertigung von Feuerwerkssätzen ist Vorsicht geboten, da Mischungen von chlorsaurem Kali und Schwefel oder Schwefelantimon durch leisen Druck oder Stoß explodieren. Der größte Teil desschlorsauren Kalis wird in engl. Fabriken gen, 4).. [Chloride.)