FeedSprengbrüme
AllerleiBau-Lexikon 1881

Sprengbrüme, k. s. Brücke und Sprengwerksbrücke. sprengen, trs. Z., 1. engl. to strut, S. der Balken. Eine Balkenverstärkung, bei Ueberdeckung tiefer Räume durch Balken, kann auf verschiedene Weise geschehen: 2) durch Krümmen eines Holzes; s. d. Art. Balken 3.V. a. Kann man kein krumm gewachsenes Holz bekommen, so krümmt man es künstlich, s. d. Art. Balken V. 3. e. 2. u. 5. Art. Krümmung des Holzes. Durch diese künstliche Krümmung wird die Tragfähigkeit nicht sehr vermehrt, da zwar die Fibern bei senkrechter Belastung nach den Seiten hin gewölbartig wirken, aber durch das Krümmen etwas aus ihrem natürlichen Zusammenhang kommen. Auch übt ein solcher Balken viel Seitenschub, darf daher nicht eingemauert werden. b) Aus mehreren Stücken; s. Balken V. b. c. d. — 2. S. der Bogen. Da sich jeder Bogen JJetwas senkt (f. d. Art. Senken u. Senkmäß), so muß man die Lehrbogen höher machen, als man den Bogen wünscht. Dieses Höhermachen heißt s. Das Spreugmäß ist gleich der Summe des Senkmaßes für den gemauerten Bogen und des für das Gerüste. Bei scheitrechten Bogen beträgt dies etwa ½ der Spannweite, so viel wird also der Steg ge⸗ „krümmt. Die Sprengung dient nicht direkt dazu, die Tragkraft zu vermehren, sondern nur dazu, daß der Bogen sein richtiges Mäß, wenn er sich gesetzt hat, behalte, obgleich allerdings eine übertriebene Senkung die Tragkraft vermindern würde. — 3. S. der Steine, srz. tirer, kaire sauter, engl. to shoot and blast. Freiliegende Steine zerschlägt man mit eisernen Schlägeln, zersprengt sie mit Pulver oder mit eichenen, in Wasser oder Essig getauchten „Keilen od durch Erbsen (s. d.). Man muß dabei die Lagerhaftigkeit der Steine berücksichtigen, indem sich manche „parallel, andere rechtwinklig zur Lagerfläche am leich1testen s. lassen. Schwieriger zu s. ist ein Stein, wenn er unter Wasser liegt; am schwierigsten, wenn er im Bruch mit dem Gestein od. Felsen noch zusammenhängt. a) Das S. mit Keilen wendet man an bei dichten und festen, nicht oder wenig zerklüfteten, sowie bei geschichteten oder in auf reinander liegende Bänke abgetheilten, also spaltbaren, schieferigen Gesteinen. Zuerst geschieht das Abschroten (. d. 2.), auch Abschlitzen genannt. Dann arbeitet man den Schlitz mittels einer Art scharfspitziger, flacher Keilhaue, der Picke (s. d.), 2—10 em. breit u. 7—30 om. tief aus und bringt die Keile, Sprengkeile, in nicht zu großen Entfernungen von einander an. Es ist zweckmäßig, jeden Keil (Fimmeh zwischen Futter (s. d. 7.) zu legen. Auch müssen die Keile entweder regelmäßig der Reihe nach od. alle gleichzeitig u. nicht zu rasch eingetrieben werden. Die Absprengung sehr umfangreicher Blöcke wird erleichtert und gesichert, wenn man von dem Grund des Schlitzes aus in der Fortsetzung von dessen Ebene eine Anzahl Löcher tief ins Gestein, auch wohl ganz durch dasselbe bohrt, mit Spitzeisen oder Sprengbohrer, einem großen Meißel, der während der Arbeit nach jedem Schlag gedreht wird und dessen Schneide die gewünschte Breite des Bohrlochs hat, bwährend der Schaft schwächer ist. d) Schießarbeit, Absprengen von Gesteinmassen mittels Schießpulver, neuerdings auch mit anderen Sprengmitteln (s. d.). Man bohrt ein cylindrisches Loch in der Richtung der gewünschten Absonderungsfläche von der Oberfläche aus ins Innere der Steinmasse mit dem Sprengbohrer (über die verschiedenen Arten der Sprenghohrer s. d. Art. Bohrer 1.). Dieses Syprengloch versieht man am Boden mit einer angemessenen Menge Pulver oder Sprengöl, besetzt oder versetzt es dann mit einem passenden Stoff und zündet durch eine Sprengleitung die Ladung an. Das Geräth (Gezähe), welches zur Herstellung der Löcher dient, heißt Bohrgezähe; zum Laden und Versetzen Schießgezähe. Man rechnet zu ersterem die Bohrer, Bohrfäustel und Krätzer, zu letzterem die Räum- oder Schießnadel und den Stampfer.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 240Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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