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ErdkundeBau-Lexikon 1881

Steinbrocken, m. pl., frz. débris de pierres, pierres Conceassées, engl. shippings pl. of stones, broken stone, dienen z. B. zu Schotterstraße, zu Ausfüllung von Drainagegräben etc. Sieinbronzirung, f., s. d. Art. Bronzefarben. nek Heidelberg DFC Steinbruch, m., frz. carrière, perrière, latomie, engl. quarry, stonepit, latomy, lat. latomia, lapieidina, Cagehan, Pinke. Kennzeichen für das Dasein von Steinbrüchen in Gegenden, wo die Felsen nicht sichtbar, sind: Tannenholzwälder auf Abhängen, Quellen, die höher liegen als der nächste Fluß, feinsandiger Boden in nassem Grund, Thon u. Sand vermischt in nassem Grund, Mergelboden, kalkhaltige Erde, Salzquellen, metallhaltige Quellen, sehr gekrümmte Flüsse, Stromschnellen, Einsickerung fließenden Wassers, Erdbeben, blätteriger rauher Boden, seichte Flüsse, die sich bei starkem Gefäll doch sehr ausbreiten etc. An Stellen, wo eines dieser Anzeichen vorhanden ist, schlägt man eine spitze eiserne Stange in den Boden; wenn sie nach einiger Zeitdurchaus nicht weiter hineingeht, ist Wahrscheinlichkeit für Auffindung von Steinen da, u. man geht nun mit dem Bergbohrer an die eigentliche Untersuchung. Wenn die Steine sehr tief lagern, gewinnt man sie mittels Grubenbau; wenn es aber angeht, legt man lieber offene Steinbrüche an. Zu diesem Behufe wird das zu gewinnende Gestein von der solches überdeckenden Dammerde oder von anderen Schichten neuerer Entstehung entblößt, „man deckt auf“ oder „räumt ab“, und dann beginnt das Sprengen (s. d. 3.) oder das Ausbrechen mit Brecheisen etc. Steinbruchswinde, f., franz. roue de carrière, engl. crab, crane in quarries, s. d. Art. Winde. Steinbrücke, k. (Wasserb.), s. d. Art. Brücke. Steinbuche, f. (Bot.), s. v. w. Hainbuche. Steinbühler Gelb, n. (Mal), eine dem Chromgelbähnliche Farbe; es ist unreiner chromsaurer Kalk, dargestellt durch Fällen von chromsaurem Kali mit Chlorealeium in konzentrirten Lösungen. Steinbuhne, f. (Wasserb.), franz. quai en fleuve, engl. stone-Wharf, s. unter Buhne. Steinbutter, f. (Miner.), s. d. Art. Bergbutter. Steindach, n. (Hochb.), s. d. Art. Dach. Steindamm, m., 1. s. Chaussée und Schotterstraße. — 2. besser Steindeich, m., franz. digue de pierre, turcie, f., engl. pier, stone-dike (Deichb.), mit Steinen gepflasterter oder damit beschütteter Deich. Steindöbel, Steindübel, m., s. d. Art. Dübel. Steineiche, gergeiche, k. (Bot.), lat. carrasca, s. Eiche b. Steineisen, n. J. kurzer Steinbohrer. —2.s. Steinmeißel. Steiner, m., gewisse Hölzer beim Bau der Flußschiffe. Steinfarbe, f. (Mal.), 1. zu mischen aus gelbem Ocher, Umbra und Bleiweiß. — 2. s. d. Art. Anstrich C. 1. 3. Sttingrün, aus Kalk und grüner Erde oder Kupfergrün zu mischen. — 4. Steine zu färben, s. d. Art. Färben. Steinsichte, f. (Bot.), s. d. Art. Fichte u. Finus pinea. Steinflachs, m. (Miner.), s. d. Art. Amiant. Steinfourniere, v. pl., s. Marmorfourniere. Steingemälde, n., s. d. Art. Mosaik. Steingeröll, nu., Steingrus, m., Makulatur, s. d. Art. Grus, Halde, Schutt und Geröll. Steingevierte, n., s. d. Art. Gevierte. Steingrab, n., s. d. Art. Grab, Hünengrab u. Keltisch. Steingrund, m., s. d. Art. Baugrund und Grundbau. Steinguß, m., lat fusum lapideum, an der Luft erhärtende, weiche, mörtelartige Masse, zu Darstellung glatter Bausteine oder plastischer Arbeiten mittels Abformung; d. Art Steinmasse, Stuck, Marmor III. 7., sowie Cement, Baustein, Quader rce. Steingut, n., 1. frz. kalenge, f. engl. glazed eartben Ware, gebrannter Thon mit oberflächlicher harter Glasur, dadurch von dem durchgeschmolzenen Porzellan unterschieden. Die Sielugutfabrißen erfordern fast dieselbe Einrichtung wie Porzellanfabriken (s. d.). Die Steingutsliesen bestehen aus Pfeifenthon u. Kies, gebrannt und mit Salz glasirt (s. Fliese), sie halten keinen Frost und keine schnelle Abkühlung aus; s. d. Art. Kacheln u. Glasur. — 2. Auch Steiuflaschengut, s. Steinzeug. Steinkalk, m., s. unter Kalk und Kalkmörtel A. Steinkarre, k., s. d. Art. Karre. Steinkiste, f. s. d. Art. Keltisch 6. Steinkitt, m., s. d. Art. Kitt, Oelkitt, Sandsteinkitt, Marmor, Lithocolla, Bassin etc.; nachfolgend beschriebener S. dient für die verschiedensten Steine sowie für Porzellan, Glas etc., ferner zur Kittung von Holz auf Stein, von Holz oder Stein auf Metall etc. Es wird gewöhnlicher Tischlerleim in so viel Wasser mittels Wärme gelöst, daß man eine fast honigdicke Lösung erhält. In diese noch heiße Leimlösung trägt man unter Umrühren so viel feingepulverten gelöschten Kalk ein, bis die Masse zu dem bestimmien Gebrauch dick genug ist; zu feineren Gegenständen muß sie dünn sein, um die gekittete Stelle möglichst wenig sichtbar zu erhalten. Die zu kittenden Gegenstände werden vor dem Kitten gelinde erwärmt. Nach dem Kitten läßt man das Ganze einige Zeit in Ruhe, worauf man den etwa herausgepreßten, noch weichen Kitt über den Fugen mit nassen Lappen wegbringt. Ist der Kitt erhärtet, so belommt man die Stelle nicht mehr ganz rein. Obgleich Leim und Kalk für sich im Wasser löslich sind, so wird doch der daraus bereitete Kitt unter Mitwirkung von Wärme und Luft (besonders letzterer länger ausgesetzt) mit der Zeit unlöslich im Wasser. Bei Metallen giebt man dem warmen Kitt etwas Schwefelblumen bei. Steinklammer, k., frz. Crampon m. en pierre, engl. cramp-iron, s. d. Art. Klammer. Man vergießt sie mit Blei, mit Schwefel oder mit Kitt. Steinklaue, f., s. d. Art. Steinzange und Wolf. Steinkohle, f., Schwarzkohle, frz charbon m. de terre, houille f. noire, charbon minéral, engl. mineral coal, pit-co³l, black coal, stone-coal, Zersetzungsprobukt untergegangener Vegetationen. I. Zu Entstehung der mächtigen Kohlenablagerungen, wie wir sie in der Steinkohlenformation finden, sind außerordentlich große Zeiträume erforderlich gewesen, nach Bischofs Berechnung etwa 6 Millionen Jahre. Der ursprüngliche Bildungsprozeß der Kohlen aus den Pflanzen war zuerst ein langsamer Verbrennungsprozeß, eingeleitet unter Mitwirkung des Wassers u. des Sauerstoffs der Atmosphäre; dieser Oxydationsprozeß ist aller Wahrscheinlichkeit nach durch Luftabschluß gehemmt worden, denn sonst würde das Endresultat, ebenso wie bei der allmählichen Vermoderung des Holzes, eine vollständige Zersetzung der organischen Substanzen in gasartige Verbindungen sein. Nach Absperrung der Atmosphäre aber trat nun eine theilweise Zersetzung der noch übrigen Gase derart ein, daß nur der im Holz selbst enthaltene Sauerstoff zur Bildung oxydirter Bestandiheile auf Kosten eines Theiles des Kohlenstoffs diente. Infolge dieses Prozesses bildeten sich Kohlenoxydgas, Kohlenwasserstoff etc. bis auch diese Zerfetzung endlich zu einer Art Stillstand gelangte. II. Die S.nenthalten die nämlichen Elemente wie Holz, nur in einem andern Verhältnisse als die ursprüngliche Pflanzensubstanz. Der Gehalt an Kohlenstoff ist viel größer geworden, während sich der Wasserstoff⸗ und Sauerstoffgehalt vermindert hat. Nach Bischof können 100 Theile Holz von der Zufammensetzung 49, % Kohlenstoff, 6,% Waffserstoff und 44,%% Sauerstoff, durch Abscheidung von 57, Kohlenfäure und 20, Kohlenwasserstoff, oder durch Bildung von 54,½ Kohlensäure und 4, Wasserstoff, oder endlich durch Abscheidung von 15, Kohlensäure, 29, Wasser, im ersten Falle 22, im zweiten Falle 415, und im dritten Falle 54,,% S. von der Zusammensetzung 82, Kohlenstyff, 5,, Wasserstoff und 11, Sauerstoff liefern. Während bei der S. noch nicht alle nichtkohligen Elemente entfernt sind, ist beim Anthracit und Graphit (s. d.) die Verkohlung des Holzes eine nahezu volländige. Die S. n ibliothek Heidelberg sind mehr von Wasserstoff und Sauerstoff befreit als die Braunkohlen, enthalten aber immer noch hinreichende Mengen von diesen Körpern u. ebenfalls noch etwas Stickstoff, um bei der Verbrennung wasserstoff⸗ und stickstoffhaltige Gase neben gewissen Theerprodukten zu liefern, welcher Umstand die S. zu Anwendung in der Industrie o geeignet macht. III. Der Wertz einer S. hüngt nicht nur im allgemeinen von dem Gehalt derselben an Kohlen⸗ und Wasserstoff ab, sordern namentlich auch von der Menge der nach der Verbrennung übrig bleibenden Asche. Der Aschengehalt Anthraeit von Wales Splintkohle von Glasgow Pechkohle von Edinburgh Sar von Neweastle Cannelkohle von Wigan Durchschnitt von 18 Proben aus Neweastle. Durchschnitt von 28 Proben aus Lancashire Durchschnitt von 36 Proben aus Wales Wettiner Grube, Oberflötz Segen Gottes⸗ Grube, Waldenburger Revier Gräfl. Hochbergsche Gruben, Waldenburger Revier Oberschlesisches Revier: im Durchschnitt Ganrdeaer Revier: Gerhard-Grube Saarbrücker Revier: Duttweiler Grube Jaderevier bei Eschweiler: James-Grube, Flötz Graßtohi Wermsrevier bei Aachen: Neulauerweg-Grube Wermsrevier, Alte Grube, Großlangenberg Zwickau, Rußkohle vom Bürgerschacht Zwickau, Pechkohle vom Auroraschacht Zwickauer Kohlen har Fie ba⸗ den königl. Werken Charleroi Saus les Moulins Napoleon-Perier⸗ Flötz Courriérées, Pas de Calais Oeral, Departement Aveyron V. Gintheilung in Bezug auf gewisse rere Eigenschaften: 1. Die Pech- oder Hlanzkohlen, frz. Eouille picik5orme, houille luisante, seche, engl. piteh-oal, glance-C0⁴¹, sind hechschwarz, stark glänzend, leichtzersprengbar, von m zuscheligem Bruch. Man findet diese Kohlen außer in England, Spanien und Frankreich auch in Sachsen bei Planitz, in Schlesien bei Waldenburg u. . w. Ein besondere Abart dieser Kohle ist der Gagat (s. d.), der sich durch hesondern Gla nz u. durch Hürte ausz zeichnet; er ist politurüähig u. wird in England zu Schmuckfachen aller Art verarbeitet. — 2.Die Canwethohle, dichte S., frz. houille compacte, h. grasse à longue flamme, engl. cannel-coal, h³4ndle-coal, bei Bergleuten: splint- 60α, ist grau bis pechschwarz, weniger leicht zersprengbar, hat flachschiefeder Sin wechselt sehr. Gute Kohlen enthalten nur einige Prozente, auch manchmal unter 1%, schlechte bis zu 20% und mehr. Der Schwefelgehalt der Sen ist gleichfalls variabel; ein zu reicher Schwefelgehalt macht die Kohle fürgewisse Zwecke unbrauchbar. Kohlenstoff⸗ und wasserstoffreiche Sen werden stets von größerem Effekt sein als andere, welche ärmer an diesen sind, dagegen einen höhern Sauerstoffgehalt besitzen; der Sauerstoff drückt den Verbrennungswerth herab. Einen Mäßstab für die Verwendbarkeit der Kohle bildet endlich noch die Ausheute an Kohks. che Zusammensetzung der gebräuchlichsten Kohlen. Spez. Kohlen-Wasser-Stick⸗ Sauer-Schweö Gew stoff. stoff. stoff. stoff. fel. Asche. Kohls. rigen Bruch, harzigen Glanz, feste, gleichmäßige Textur; brennt, an der Luft erhitzt, leicht und mit schöner gelber Flamme; findet sich fast nur in England, sparsam in Schlesien bei Waldenburg u. Altwasser. Sie liefert reichliche Mengen gasförmiger Zersetzungsprodukte und wird bes. zu Gasfabrikation benutzt. Die Kohksausbeute ist gering. — 3. Die Faserkohle findet sich in England, bei Kusel in der Rheinpfalz, bei Planitz u. Potschappel in Sachsen derb, in dünnen Lagern und eingesprengt; ist weich, leicht zerreiblich, von faseriger Textur und graulich⸗ bis samtschwarz. — 4. Die Grobkohle ist gewöhnlich dickschieferig, grobkörnig u. von unebenem Bruch; wegen Beimengung von viel erdigen Theilen weniger brennbar als andere Sorten. Man findet sie im Plauenschen Grund bei Dresweniger glänzend als die Pechkohle, oft bunt angelaufen, graulich und bräunlich-schwarz; sie bildet derbe Massen von blätteriger oder schieferiger Textur mit unebenem bis unvollkommen muscheligem Bruch; wird in Schlesien an verschiedenen Orten, in Sachsen bei Zwickau u. Hainichen, im Saarbrückischen, in der Rheinpfalz etc. gefunden. — 6. Die Rußkohle ist matt, mürbe und zerreiblich mit unebenem bis feinerdigem Bruch, stark abfärbend. VI. Eintheilung in bergmännischer Beziehung: Die Dachkohle, obere, meist schlechtere S.; die Letten⸗ oder Bank kohle, die sich unter den Flötzen befindet u. meist mit Letten, Thon und Sand gemischt in unbedeutenden Lagern der Keuper⸗ u. Muschelkalkformation vorkommt. Die Brandkohle, eine sehr geringe Art von S., die beim Verbrennen

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 260Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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