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BaukunstBau-Lexikon 1881

Tempel in Antis. als Versammlungsbes. aber zu Aufbewahrung von Weihgeschenken u. Prozessionsgeräthschaften. In baulicher Beziehung ist zwischen beiden fein großer Unterschied. Die gewöhnliche Klassifizirung griechischer u. römischer T. datirt aus spätklassischer Zeit u. kann in Folgendem zusammengefaßt werden: . Nach der Gestaltung des Grundrisses. 1. Vier2 3818. Fig. 3319. Vorhalle, zwischen zwei rostylos. Amphyprostylos. Anten, s. unter Antae; meist stehen vorn zwischen den Anten nur zwei Säulen, Fig. 3316. ) Doppelantentempel, mit Pronaos, auch, wenn durch eine Thüre geschlossen, zumProdomos wird, u. Posticum, s. Fig. 3317. Y Prostylos, s. Fig. 3318.e) Amphiprostylos, mit Säulenhallen an beiden Fig. 3320. Peripteros mit Fig. 3821. Dipteral-Peripteros. Pfeudodipteros. Hexastylos. Dekastylos. se Enden, s. Fig. 3319. 1) Pseudoprostylos, isteine Cella, er freie Säulen, mit Halbsäulen an der Vorderfront; alle (s bisher genannten T. sind Apteraltempel (. d.), während he folgenden mit einem Umgang, lat. ambulatio, am- A pulacrum, gr. vreeia, Peridromos, versehen sind; jeder 3. folgende T. kann daher innerhalb der Säulenhalle nach E einer der obengenannten Gattungen gestaltet sein. g) Peripteros, griech. vaos meolerepog, von Manchen ungenau auch obos epiro)os genannt, mit einfacher Säulenhalle ringsum, s. Fig.3320, doch ist dies Beispiel an der Vorderseite schon als Pfeudodipteros gestaltet, Fig. 3322 hingegen ist ein Peripteros mit wirklichem Dipteros an den Schmalseiten, od. vielmehr es ist ein Amphiprostylos in ein Peripteron hineingesetzt; das Opisthodomos ist hier von der Cella getrennt, also vollständiges Abaton. h) Pseudoperipteros, mit Halbsäulen an der Langseite, kommt Fig. 3322. Amphiprostylos, Fig. 3328. Pseudodipteros. ripteros mit Prostylos. ) Dip teros (s. d.), mit doppelten Säulenhallen ringsum, wie Fig. 3321, wo in den Dipteros ein Amphiprostylos mit hypäthraler Halle und Opisthodomos hineingesetzt ist. k) Pseudodipteros, Nachahmung des Dipteros, mit blos einer Säulenhalle, aber in so großem Abstand von der Cellenmauer, daß sie auf den ersten Blick für doppelt gehalten wird, s. Fig. 3323 hier ist der Cellenbau hypäthral und hat ein Aedicula für das Götterbild mit zwei Nebenkammern es ist das diejenige griechische xem Fig. 3824. Fig. 3325. pelform, die sich am meisten der Grundrißdisposition christlicher Kirchen nähert; konnte natürlich nur mit sehr weit freitragendem Deckmaterial ausgeführt werden. I) Es kamen aber außer den hier schon erwähnten auch noch eichere Gestaltungen vor, indem man z. B. die Cella selbst Us Amphiprostylos mit Anten und zwischenstehenden Säulen hinter dem Prostylos ineine Dipteralhalle hineinetzte, so daß an beiden Schmalseiten vier Säulenreihen ntstanden, s. Fig. 3321. — 2. Runde C. a) Monopteron s. d.). b) Peripteron mit runder Cella und Säulenalle ringsum (Fig. 3324); beide Formen sind nur als l(gonaltempel anwendbar; s. auch d. Art. Centralbau. — C. mit abweichendem Grundriß; zu diesem gehört z. B. das srechtheion in Athen, welches übrigens jedenfalls nicht jothek Heidelberg DFC absichtlich und gleich anfangs so angelegt ist, sondern die Form durch spätere Anbauten erhielt; dann der breite und kurze T. zu Eleusis etc. B. Nach der Zahl der Säulen a) an der Vorderfront. Tekrastylos mit 4 Säulen (Fig. 3318 u. 3319), Hexastylos (Fig. 3320), Oktastylos (Fig. 3323), Dekastylos (Fig. 3321), Dodekastylos, s. d. betr. Art.; b) nach Gesamtzahl der Säulen; s. z. B. Hekatonstylos. C. Nach der Weite des Zwischenraumes der Säulen: Pyknostylos, s. d. Art. Dichtsäulig; Systylos, s. d. Art. Nahsäulig; Eustylos (s. d.); Diastylos (s.d.) u. Aräostylos (s. d.). Die in den angezogenen Artikeln gegebenen Bestimmungen sind übrigens nur als ungefähre Begrenzungen zu betrachten, wie denn überhaupt diese ganze Eintheilung, als nachträglich getroffen, durchaus nicht vollständig ist, vielmehr sich auch noch sehr viele zwischen den hier erwähnten Arten liegende Tempelformen vorfinden; vergl. auch d. Art. Etruskisch. III. Die Römer befolgten in ihren Tempelanlagen theils die griechische Anordnung, theils die etruskische, beide aber nicht streng, indem sie die Gestalt des Grundrisses reich u. manchfach moderirten, bes. seit sie in der Kunst des Wölbens so weit vorgeschritten waren, daß sie dieselbe auf T. anzuwenden unternehmen konnten, wo dann in Innen⸗ u. Außengestaltung des Grundrisses u. Aufbaues die reichsten Kombinationen zum Vorschein kamen. Eine der schönsten Grundrißdispositionen, die auch der altchristlicher Kirchen ziemlich nahe kommt, zeigt der T. des Mars Ultor in Rom, Fig. 3325, eine der wunderlichsten der halbkreisförmige T. zu Baalbek. Ueber die Konstruktion der T. ist Einiges schon in den betr. Stilartikeln gegeben. Mehr zu geben erlaubt hier der Raum nicht. Wir verweisen daher auf „Die Baustile“ von Karl Busch (Leipzig, Otto Spamer), und bes. auf Böttchers „Tektonik der Hellenen“ etc. Ueber die Bemalung der T. s. d. Art. Polychromie, Dorisch etc. Uebrigens vergl. noch d. Art. Baustil, Agalma, Agora, Forum, Kirche, Basilika etc. T. als Attribut erhalten z. B. St. Artemius, Zacharias, Theodorus Tyro, Martina etc.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 318Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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