treppen nicht zu empfehlen, weil es sehr ermüdet, wenn man mehr als 12 Stufen ohne Podest steigen muß und weil der Austritt (s. d. 1.) zu weit von dem Antritt (s. d. 2.) der nächsten kommt, u. dadurch leicht Platzverschwendung herbeigeführt wird. b) Gerade T. mit Podest, frz escalier droit à repos, engl.straight stairs with landing-places, steigt sich bequemer als a, hat aber denselben Nachtheil in Bezug auf Platzverschwendung. Beide Arten sind daher nur da zu empfehlen, wo sie an der Seite einer aus anderen Gründen ohnehin nöthigen Halle, Gallerie od. dgl. liegen und kommen daher im Mittelalter auch fast nur in dieser Situation, innerhalb der Mauern von Kirchen, Thürmen, Burgen ausgespart oder neben Laufgängen vor. — 2. Gr. brochene T., Podesttreppe, Flöhentreppe, abgeslöhle C., franz. escalier rompu en paliers, engl. stairs with landing-Pplaces, im Mittelalter selten, in der Renaissance häusiger. a) Zweiarmige T. mit Parallelarmen, also ohne Hohlraum, franz. escalier à deux rampes paralleles, engl. stairs with toparallel fligkts, dog legged stairs, muß Seitenlicht haben, An⸗ und Austritt liegen gleich neben einander, auf der Mitte der Höhe liegt ein Podest, der etwa doppelt so lang als breit ist, auch halbkreisförmig od. dgl. sein kann. b) Zweiarmige T. mit nicht parallelen Armen, frz. escalier vompu en trapèae, ist manchmal bei unregelmäßigem Bauplatz — nicht zu vermeiden, ja in solchen Fällen oft sogar sehr zu empfehlen, weil sie die Anbringung eines Oberlichtes und Versöhnung der Unregelmäßigkeiten im Grundriß möglich macht; nur muß man dabei darauf sehen, daß der Podest keine unangenehme Form erhält. e) Dreiarmige T. in vierseitigem Treppenhaus, auf einer Seite in der Höhe der Stockwerbe in langem Podest An-u. Austritt verbindend, die drei anderen hek Heidelberg * Seiten durch Arme, die Winkel durch Podeste besetzt; wenn der dem langen Podest gegenüberliegende Arm nur etwa 3—5 Stufen mißt, so wird diese Treppenart zu den zweiarmigen gerechnet, hat der kurze Arm nur 1 od. 2 Stufen, so wird die T. zur dog-legged stairs. d) Dreiarmige T.im halbpolygonen od. halbkreisförmigen Treppenhaus, frz. escalier eintré, engl. centered stairs, wird bei Verminderung od. Aufhebung des Zwischenraumes zwischen den Armen, bes aber bei Besetzung der Podeste mit Stufen, zur halbgewendelten T., s. sub 3., bei ganz gleichmäßiger Krümmung der Linien u. dadurch bewirkte Verschmelzung der Arme zu halber Wendeltreppe. e) Vierarmige T. mit Hohlraum u. vier Podesten. t) Gespaltene T.; zwei Arme vereinigen sich in einen, od. umgekehrt; platzraubend, aber großartig. Der eine Arm sei mindestens 1½mal so breit als jeder der anderen. Natürlich giebt es noch eine Menge anderer Kombinationen. — 3. Halbgewendelte C., gemischte C., franz. escalier à quartiers tournants, engl. stairs with winding quarters, ist eine gebrochene T., welche an den Brechungen statt der Podeste Wendelstücke hat. Es kann hier dieselbe Untereintheilung angenommen werden wie bei den gebrochenen Tin. — 4. Wendeltreppe, Schneckenstiege, frz. escalier à vis, engl. winding stairs, lat. cochlea, vis, so nennt man diejenigen Tin, die gar keinen geraden Lauf haben, mögen sie nun in einen runden, ovalen, polygonen oder viereckigen Raum eingesetzt sein; Podeste haben sie oft, aber meist nur beim Austritt ins Stockwerk. Vom 6.—9. Jahrh. noch ziemlich selten, vom 10.—12. etwas häufiger, vom 13.—15. Jahrh. ungemein beliebt. a) Spindelstiege, eigentliche Wendeltreppe, frz. escalier vis à noyau, engl. newelled winding stairs, hat eine volle Spille, welche bei Holztreppen durch eine Säule, bei Steintreppen durch an die schmale Endigung, den Hals (franz. collet) der Wendelstufen, angearbeitete Spindelstücken erzeugt wird. b) Hohltreppe, Wendeltreppe mit hohler Spindel, frz. escalier à noyau vide, noyau suspendu, engl. open newelled winding stairs; oder mit gewundener Spindel, franz. à noyau écreusé, 2 collet rampant, engl. with channeled twist newel; die Spindel besteht bei Holztreppen aus gewundenen Wangenstücken, Krümmlingen (s.d.), selten aus einem ausgehöhlten Stamm, einem durchgehenden Krümmling; bei Steintreppen aus an die Stufe angearbeiteten Wangenstücken, die dann bei größerer Ausladung gleich das Geländer bilden u. bes. im späteren Mittelalter oft mit ungemeiner Zierlichkeit ausgeführt wurden. ) Wendeltreppe mit ringförmiger Spindelmauer, frz. escalier en limaçgon, engl. cockle-stairs. d) Ringförmige Wendeltreppe ohne Spindel, frz. escalier en feràcheval, engl. Wwinding stairs without newel. e) Freitragende Wendeltreppe, frz. escalier suspendu dit vis à jour, engl. geometrical winding stairs, diese kann in Holz, Eisen oder Stein ausgeführt werden. In ersterem Fall besteht sie aus lauter Blockstufen, die, genau wie die steinernen Stufen, mit dem breiten Ende eingemauert werden, während die Verbindung an dem schmalen Ende auch wohl durch untergelegte oder hindurchgeschobene Eisenstangen hergestellt, oder durch Aufeinanderfalzen der Stufen erreicht wird. E. Eintheilung nach Konstruktion und Zusammenfügung der Stufen. Diese Eintheilung gilt für jede gerade, hohlspillige, gewendelte, halbgewundene, gemischte und gebrochene T. a) T. mit eingeschobenen Stufen, Leitertreppe, frz. escalier en échelier, engl. ladderstairs, blose Trittstufen, Auftrittstufen, franz. marches, von Holz oder schwachen Steinplatten sind in Nuthen der Wangen, resp. Treppenbäume oder Wände, eingeschobene Setzstufen fehlen; solche Tin sind unschön und geben das Gefühl der Unsicherheit. Diese Form ist für größere vor dem 12. Jahrh. zwar nicht sicher nachgewiesen, scheint aber für Nebentreppen doch schon viel früher beliebt gewesen zu sein, für welche sie im 16. Jahrh. fast allgemein VERSUATS- igi i-hei wurde. b) Blocktreppe, frz. escalier à marches pleines, engl.stairs witk block-steps, s. d betr. Art.; gewöhnliche Konstruktion der Steintreppe, wo aber nur selten, bei der sogenannten Architravstiege, Treppenbäume angewendet, vielmehr gewöhnlich durch Mauern od. durch aufsteigende Bogen (Schwanenhalsstiege) ersetzt sind. Diese Form scheint für Holztreppen die früheste gewesen zu sein, bis man im 14. Jahrh. darauf kam, bei den eingeschobenen Stufen die Lücken der Trittstufen durch Setzstufen auszufüllen und nun die schweren und holzraubenden Blockstufen ersparen konnte. ) T. miteingesetzten Stufen, Wangentreppe, abgepackte T., franz. escalier monté dans les limons, demboitement, engl. carriagedstairs; Wangen, frz. Iimons, engl. Pridge-boards, stringe pieces, u. Trittstufen bestehen aus Pfosten von 5—7, resp. 3½ —5 em. Stärke. Die Setzstufen, srz. Contre-marches, engl. risers, fertigt man nur aus Bretern u nennt sie dann auch Futterbord. Die Stufen sind in Nuthen der Wangen, in Einquartierung, frz. emmarchement, engl. step-grooves, eingesetzt, einquartiert, die Setzstufen außerdem noch in Nuthen der Trittstufen, dafern sie nicht stumpfan dieselben angenagelt sind. Die Trittstufen treten in der Regel mit der Vorderkante vor die Setzstufen (Futterborde) vor und haben einen Sims oder sind mindestens abgerundet; bei stumpf eingesetzten Futterborden wird die Fuge durch ein Leistchen verdeckt. Die Wangen werden mit Treppenhaken an die Wand des Treppenhauses befestigt, auch wohl, was aber nicht zu empfehlen ist, in dieselbe eingelassen. Die Wange muß oben u. unten mindestens 5 em. über die Ecken der Stufen hinausreichen, sonst springen die Backen der Nuthen aus. Eiserne Tin können ebenfalls auf diese Art konstruirt werden, steinerne nicht gut; letztere kommen daher nur höchst selten vor, während diese Form für Holztreppen seit dem 14. Jahrh. die am meisten ausgeführte ist. d) Aufgesattelte T., frz. escalier àcheval, monté sur des Iimons, engl. saddled stairs, set-up upou the carriages, die Wangen, die in diesem Fall Quartierbäume heißen, liegen blos unterhalb der Trittstufen, welche, auf dieselben genagelt od. geschraubt, an der Seite etwas überstehen, so daß das Gesims herumgekröpft wird. Die Setzstufen werden in die Trittstufen eingenuthet u. meist mit den senkrechten Wangenabsätzen auf Gehrung eingeschnitten. Die Quartierbäume, auch Laufbäume, Treppenbäume, Steigebäume gen., frz. Iimon, engl. carriage, stringer, müssen breiter als bei e und mindestens 16—19m. unter den Stufen stark sein. Solche Ten sehen leicht und elegant aus und können sehr nett verziert werden, müssen aber sehr gut gearbeitet sein, können auch nur da angewendet werden, wo freier Raum zwischen den Treppenarmen ist. Im Mittelalter erschienen sie noch ziemlich roh, wurden aber in der Renaissance sehr verfeinert. Beide, e und d, erhalten an den Krümmungen, resp. Winkeln, sowie bei voller Wendelung an der Innenseite entweder Krümmlinge oder Säulen, Spindeln, Spillen, Pilaren, die man auch durch Hängeeisen od. eiserne Träger, Konsolen etc. ersetzen kann; viel Tragfähigkeit haben die Krümmlinge in der Regel nicht, doch pflanzt sich die Spannung in solchen abgerundeten Ecken leichter fort als in rechtwinkligen, wo man ohne Säulen kaum auskommt. Bei Podesten, Pritschen, kann man häufig Wechsel (Trumpfe) einlegen. Aufgesattelte Tin kann man auch in Eisen und Stein (mit Trittstufe aus Marmor oder Schiefer) ausführen. e) Untermauerte T., franz. escalier en échisftre, échiffre, engl. stairs upon Walls, kann voll untermauert sein oder auf steigenden Bogen ruhen u. heißt dann f) Schwanhalsstiege, engl. stairs upon rising vault. g) Architravstiege, s. v. w. aufgesattelte T.mit steinernem Quartierbaum, der aber auch durch eine Eisenschiene ersetzt werden kann; wird dann auch der Podest durch Eisen getragen, so kann bei völlig massiver Konstruktion fast dieselbe Leichtigkeit, dieselbe Raumersparnis wie bei der Holztreppe othek Heidelberg i) Angereihte T., franz. escalier à chatne, engl. fliers upon iron-ties, ahmen die freitragenden nach, die Stufen Troppenantritt, m., s. d. Art. Antritt, Anfangsstufe, Blockstufe etc.