Treppe, Skiege, Steige, k., Aufftieg, m., frz. escalier, m., engl. stairs, pl., span. escalera, ital. scala, lat. scalae, scalera, stufenweise gangbare Verbindung eines niederen Gebäudetheils mit einem höher gelegenen. A Eintheilung nach dem Material. 1. Massive od. fenerfeste Tin haben den Vorzug der Dauerhaftigkeit u. Pas sirbarkeit bei Feuersgefahr. a) Steinerne T.n; dieselben sind unstreitig die besten. Man fertigt jede Stufe aus einem Stück Stein massiv und legt sie auf Wangenmauern, Wangensteine, steigende Bogen od. dgl. mit beiden Enden auf, wodurch resp. eine untermauerte T., frz. escalier en échiffre, «chiffré, Architrapstiege, Schwanenhalsstiege re. entsteht, oder man mauert sie mit einem Endeein, während sie mit dem andern sich gegenseitig stützen, wobei die T. eine freitragende, gewundene oder gerade, eine Spindelstiege mit voller oder hohler Spindel, eine Pfeilerstiege etc. sein kann, die Stufen werden auf der Unterseite entweder roh gelassen od. schräg abgearbeitet (ogl. d. Art. délardement), oder mit Gliederung versehen. b) Gemauerte Tin; hierbei kann man die Stufen als scheitrechte Bogen aus Ziegeln wölben od. man unterwölbt die T. mit einem HEIDELBERG O Universit steigenden Gewölbe und legt darauf die Stufen als Rollschichten an, oder man nimmt Schieferplatten zu den Auf⸗ „tritten und mauert die Zwischenräume zwischen denselben als Setzstufen schwach aus, kann sie jedoch auch offen lassen man kann die Steintreppen aber auch als romanische Tin (l. d.) gestalten. — 2. Hölzerne C.n; diese sind allerdings nicht feuersicher, steigen sich aber am besten wegen der großen Elastizität des Holzes, lassen sich auch am bequemsten in jede Form bringen, belasten das Gebäude sehr wenig u. sehen, wenn sie gut gearbeitel sind, recht elegant aus. Ueber die Konstruktionsweise s.sub E. — 3. Eiserne Cen; diese halten zwar ein nicht starkes Feuer aus, werden aber so heiß, daß sie nicht passirbar sind, sind auch ziemlich schwer un theuer, sehen aber sehr elegant aus u. brauchen wenig Platz. — 4. C. aus gemischtem Material; wo keine großen Steine zu haben sind und wo man doch feuerfeste Tin herstellen will, ohne viel Seitenschub auf die Mauern zu äußern, legt man Eisenschienen od. gußeiserne Podestträger, Wangenstücken, event. auch Mittellaufbäume und verlegt darauf Podestplatten und Steinstufen oder wölbt auch wohl die Podeste sowie die Stufen, die man dann mit schwachen steinernen Auftrittplatten (von Marmor Schiefer) verkleidet oder auch mit Holz belegt. Kellertreppen macht man häufig von Ziegelrollschichten und belegt sie mit Eichenpfosten, um das Abstoßen durch hinabzuschaffende Lasten zu verhüten. Weder solche noch massiv steinerne Tin darf man mit Erde unterfüllen, denn diese treibt im Frühjahr die Stufen aus einander. B. Eintheilung nach Ort, Bestimmung etc. 1. C.n außerhalb der Gebände, Greden, lat. gradus, frz. escalier hors Oeuvre a) Offene Freitreppen, s. d. Art. Freitreppe. b) Ueberbaute Freitreppen; diese findzweckmäßiger als die offenen, weil letztere im Winter durch das Glatteis leicht gefährlich werden. ) Parktreppen; dahin gehören die in Gärten vorkommenden Rasentreppen u. diejenigen, deren Stufen aus quergelegten Rundhölzern bestehen, die durch eingeschlagene Pfählchen gehalten werden, sowie die aus unverarbeiteten Steinen zusammengebauten und die in Felsen gehauenen. — 2. C.n innerhalb der Gebäude, frz. escalier dans oeuvre. a) Haupttreppe, 3. B. franz. Chef-escalier, engl. main stairs, principalstairs, soll dem Gebäudezweck entsprechend geräumig, darf 3z. B. nach der sächsischen Baupolizeiordnung für Städte bei kleinen, nicht über 2 Stockwerk hohen Gebäuden nicht unter 1,5, bei größeren und höheren, wie bei Schulen, nicht unter 1½½m. breit sein, muß sich bequem steigen und in jedem Geschoß einen breiten, bequemen Austritt haben. b) Nebentreppe, frz. Couloir, engl. back-stairs, auch Lauftreppe, Degagementstreppe (f. d.) genannt. o) Geheime T., frz. escalier dérobé, engl. private stairs, in Schränken od zwischen Wänden etc. verborgen. d) Keller⸗