FeedWasserzoll
Handwerk & GewerbeBau-Lexikon 1881

Wasserzoll, m., frz. pouce m. d'eau, engl. waterinch. gUm bei Röhrenleitungen den Konsum und daraus die zu entrichtende Wassersteuer berechnen zu können, bedient man „sich eines Mäßes, welches (da es nach dem neuen Meter⸗ „mäß noch nicht geregelt ist, jetzt noch immer) Wasserzoll oder Wasserliniegenannt wird, je nachdem es gleich ist der Wassermenge, die in einer bestimmten Zeit durch eine Oeffenung von 1 Zoll od. 1 Linie Durchmesser bei bestimmtem „Druck ausläuft. Schon die Römer hatten zu diesem Behuf „das Quinarium, unter Nero Uncia genannt. Ueber die Bemessung der alfarda u. alema bei den Arabern s. Bewässerung. In Frankreich mißt man nach Mariotte's Wasserzoll; dieser ist die durch eine kurze Röhre von 1 Paüber dem Mittelpunkt (1 Linie über dem Scheitel) ausfließende Wassermenge und beträgt pro Minute 14 altfrz. Eintes oder 13,2345 Litres = 0, 12s Kubiksuß Wiener Maß, oder in 24 Stunden 594, 281 Kubikfuß Wienerisch = 18775,½3, Ltres; außerdem besteht noch ein W. in Frankreich-20 Stéerées in 24 Sunden od. 700, Pariser Kubikzoll = 13,33 Litres in der Minute. Nach Gerstner nimmt man aber jetzt 19195, Litres 607,15 W. Kubikfuß an, d. h. in der Minute 13,3 Litres, nach Hagen gar nur 520 Kubikfuß 16250,3634 Litres in 24 Stunden = 11,832 Litres in der Minute; nach Bornemann bei 1 Zoll Druckhöhe aber 642, Kubikfuß; unter Betrachtnahme des Wasserzusammenziehungs-Koeffizienten werden sich 603,3 Wiener Kubikfuß ergeben. Der W. wird in 144 Wasserlinien getheilt; die Wasserlinie liefert in 24 Stunden 4,½ Wiener Kubikfuß Wasser. Der neue Prony'sche W. beträgt 20bm. = 633,036 Wiener Kubikfuß in 24 Stunden oder 13,3½ Litres 0,39½ Wiener Kubikfuß pro Minute. Wenn der Mittelpunkt der Oeffnung 7 Linien, der höchste Punkt eine Linie unter dem

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 465Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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