Werfen, rückw. Z., frz. gauchir, deverser, voiler, se déjeter, engl. to distort, to cast, to warp, to bend. Wenn durch Einwirkung des Wetters eben bearbeitetes Holz windschief wird und so seine gerade Gestalt verliert, sagt man: „es wirft sich“. Die meisten Bäume nämlich drehen sich beim Trocknen zu einer Spirale. Verarbeitet man nun das Holz zu frisch, so tritt diese Drehung nach der Verarbeitung ein und wird oft dem Verband schädlich, indem kein Nagel oder Bolzen diese Bewegung aufzuhalten vermag. Eigenthümlich ist es, daß die meisten Stämme sich oben rechts herum drehen; s. übr. d. Art. Aufreißen, Reißen, Auslaugen, Bauholz D. o. Man spricht auch bei Blech, Glas etc. von „sich werfen“.
Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 474Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei