Gregr (Eduard), eigentlich Greger, Gröger, wie sich der Vater, ein Deutscher, schrieb, ezechischer Politiker, zu Brezhrad bei Königgrätz 1829 geboren, wurde, nach absolviertem Studium der Medizin, Assistent des Physiologen Purkyns in Prag und habilitierte sich 1859 an der prager Universität. tit dem Erwachen des konstitutionellen Lebens in Osterreich (1860) wandte sich G. ausschließlich der Publizistik und Politik zu und verstand es, auf diesem Gebiete sich einen nicht geringen Einfluß im czechischen Volke, besonders bei der jüngern Generation und den untern Schichten der Bevölkerung zu verschaffen. Er ist der Mitbegründer und nach dem Tode Sladkowskys der begabteste Wortdie 2 der jungezechischen Partei, und bekämpft ie Altezechen und deren Führer Rieger besonders wegen ihrer Bundesgenossenschaft mit den reaktionären, ultramontanen und feudalen Fraktionen. Wiewohl liberalen Prinzipien huldigend, steht G. doch in einem unversöhnlichen Gegensatze zur deutschen Partei des Landes. Er strebt den Aufbau eines exclusiv czechischen Staates an und perhorresziert, im Gegensatz zu Rieger, neuestens in einer Broschüre die Erlernung der deutschen Sprache seitens der Czechen. G. ist seit 1861 Mitglied des böhm. Landtags, seit 1883 als Vertreter des raudnitzer Bezirks auch Abgeordneter des Reichsrats Als schlagfertiger und rücksichtsloser Redner wird er von den Altczechen gefürchtet, von den Klerikalen und Feudalen gehaßt, von den Deutschen aber mit gebotener Reserve beachtet. Julius G., Bruder des vorigen, geb. in Brezhrad 19. Okt. 1831, widmete sich nach kurzer jurist. Praxis beim Gericht und als Advokaturskonzipient in Friedland der Journalistik und gründete 1861 das Blatt Narodni listyo, das Organ der jungczechischen Partei, das unter allen czechischen Zeitungen das verbreitetste und einflußreichste ist. Unter dem Ministerium Schmerling wurde G. wiederholt in Preßprozesse verwickelt; 1862 verbüßte er eine Gefängnisstrafe von 10 Monaten. Seit dem System Taaffe richtet G. seine heftige Sprache weniger gegen die Regierung als vielmehr gegen das Deutschtum und gegen die Altezechen und deren Verbündete. G. ist böhm. Landtagsabgeordneter und war Mitglied des Reichsrats. Aus letzterm trat er im J. 1880 aus, da er der altezechischen Majorität im czechischen Klub mit seinen Prinzipien sich nicht unterordnen mochte. Als Redner trat er seltener hervor.