FeedGroenlo (spr. Grunlo) oder Grol
ErdkundeBrockhaus 1882

Groenlo (spr. Grunlo) oder Grol, Stadt in der niederländ. Provinz Gelderland, 5 Km von der westfäl. Grenze, links von der Slinge, zählt 2400 E., die hauptsächlich Landbau und Kleinhandel treiben, und hat eine pror. Kirche, ein stattliches got. Gebäude aus dem 13. Jahrh., eine neue kath. Kirch und eine Synagoge. Schon 1277 ielt G. Stadtrechte; unter Karl V. wurde es 1550 sehr stark befestigt. Während des niederländ. der kriegs blieb es längere Zeit in der Macht der Spanier. Ein Versuch des Prinzen Moritz von Oranien 1575⁵, die Feste zu erobern, scheiterte, ein zweiter aber 1577 gelang; 1606 wurde die Stadt von dem span. Feldherrn Spinola zurückerobert, und erst 1627 ergab sie sich nach einer berühmten Belagerung dem Statthalter Friedrich Heinrich von Oranien. Im Kriege zwischen dem Bischof Bernhard Galen von Münster und der niederländ. Republik wurde G. 1672 von den münsterschen Truppen erobert, doch 1673 wieder geräumt. Seit der Schlei- und der Festungswerke im Anfang des 19. Jahrhunderts hat der Ort seine Bedeutung verloren.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 434Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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