Blumenau, Dorf mit 900 E. im ungar. Komitat Preßburg, 4 km nordwestlich von Preßburg, an der nach Wien führenden Eisenbahn gelegen. Der Ort wurde bekannt durch das letzte Gefecht zwischen Osterreichern und Preußen im Deutschen Kriege 1866. Preußischerseits wollte man sich des Donau5455. bei Preßburg versichern, der durch die bei B. aufgestellte Brigade Mondl gedeckt wurde. General von Fransecky hatte 21. Juli dieser gegenüber die durch Teile der 8. Division verstärkte 7. Division versammelt, führte 22. Juli gegen die vom Feinde besetzte Stellung zunächst nur ein hinhaltendes Gefecht und ließ dieselbe durch General von Bose mit der 15. Infanteriebrigade auf dem rechten Flügel umgehen. Mit Hilfe kundiger Führer Dirasofa das 71. preuß. Regiment auf steilen Geirgspfaden unbemerkt auf den Gämsenberg, welcher Iie beherrscht, und trieb die —— Beatzung zurück. Die Brigade Bose stand im Rücken er österr. Stellung und drang gegen diese vor; doch machte die mit der Mittagsstunde eintretende Waffenruhe dem Kampfe ein Ende. lumenau, deutsche Kolonie in der Provinz Sta.⸗Catharina in Südbrasilien, wurde 1850 am Großen Itajahh von Dr. phil. Blumenau begründet, aber seit 1859 von der brasil. Regierung angekauft und besonders gepflegt. Dieselbe liegt 65 Km von der hnaus fahrt an dem für kleinere Seeschiffe bis B. hinauf fahrbaren Strome Itajahh, dessen Mündung bei der Villa do Santissimo Sacramento do Itajahyh einen guten m bildet, und besitzt ein gesundes und gemäßigtes Klima, einen großen Reichtum an gutem Boden und gutes Wasser. Die Umebung ist mit prachtvollem Urwalde bedeckt. Die nsiedelungen liegen durchweg im 600 — 1000 m breiten Thale des Itajahy, welches einen außerordentlich fruchtbaren Boden zeigt, während die steilen Abhänge und die Rücken der Berge für Viehzucht und Waldausnutzung sich eignen. B. hatte 1878 eine Bevölkerung von 12291 Seelen, darunter 9012 Deutsche. Das Ackerland aden sch auf 2370 ha aus. Längs des Stroms haben si in den letzten Jahren bereits an mehrern Stellen brasil., oui und deutsche Anbauer niedergelassen. Die Kolonisten am e, bauen besonders Mandioka, Knollengewächse, Zuckerrohr, Bohnen und Gemüse, dagegen nur wenig Kaffee, Tabak und Baumwolle; sie treiben Viehzucht und gewinnen ausgezeichnetes Nutzholz aus den benachbarten Waldungen. Die Zeg der Zuckermühlen, Branntweinbrennereien, Ziegeleien und ist im Doraeg begriffen. iur Kirche und Schule ist orge getragen; auch für Anlage von Wegen ist viel geschehen (fahrbare Straßen 56 Kkm). ö