Gros (vom frz. gros) bezeichnet im allgemeinen die dichten, schweren Tafte, welche im Einschlag und in der Kette besonders tarke, mehrfache Fäden enthalten und dadurch ein feinkörniges oder, falls dicke mit dünnen Fäden abwechseln, ein geripptes Aussehen zeigen. Die gewöhnlichste Art, bei welcher die Kette meist zweifädig ist, heißt Gros de Naples. Im Gros de Tours ist die Kette zwei⸗ bis dreifädig und der Einschlag auf eigentümliche Weise doppelt hergestellt. Grosgrain wird eine Sorte genannt, bei welcher der Einschlag nicht aus Seide, sondern aus einem einzigen, aber gezwirnten Faden von Baumwolle besteht.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 441Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei