Gropius (Martin Karl Philipp), Vetter von Karl Wilhelm G., geb. zu Berlin 11. Aug. 1824, besuchte erst das Gömnasium, dann die Gewerbeakademie, wandte sich dem Studium der Baukunst zu und erhielt hierauf eine Stellung als Lehrer an der Bauakademie. Später war er als Privatarchitekt thätig. Durch Schinkel erhielt sein Kunststreben eine ideale Richtung, welche auch seine Privatbauten vielfach bekundeten, außerdem ist noch Karl Bötticher von entscheidendem Einfluß auf seinen Stil geworden; auch bildete er sich durch Reisen in Griechenland und Italien. Seit 1856 war er Professor an der Gewerbeakademie und seit 1869 Direktor der mit der berliner Akademie verbundenen, nach seinem Plan eingerichteten Kunstgewerbeschule. Nach seinen Entwürfen wurden viele Häuser reicher Familien in Berlin und viele Villen in der Umgebung ausgeführt. Zu seinen größern Arbeiten gehört das große Irrenhaus in Neustadt bei Eberswalde, der Bau des mit Hitzig entworfenen interimistischen Parlamentsgebäudes, die Pläne zu den Dekorationen der Via triumphalis für die Einzugsfeierlichkeiten 1871 in Berlin, zur berliner Domkirche und dem projektirten Irrenhause ebenda. Als Architekt wirkte er mit dem Baumeister Schmieden gemeinschaftlich. Er starb 13. Dez. 1880 in Berlin. Zu ihren besten Leistungen gehören: der Bau eines Militärlazaretts in Tempelhof, die Entwürfe zu Universitätsbauten in Greifswald und Kiel, der königlichen Bibliothek in Berlin und des deutschen Gewerbemuseums daselbst.