Gummi, arabisches, Gummi arabicum, ein in farblosen, gelblichen bis bernsteingelben Körnern im Handel sich findendes Gummi, welches zum geringsten Teil aus Arabien stammt, sondern vorzugsweise aus Agypten, Nubien, Abessinien, Kordofan, ferner von der Somaliküste, Tunis, Marokko, vom Kap der Guten Hoffnung und von portug. Kolonien Afrikas zu uns kommt. Als Stammpflanzen wurden bislang verschiedene Akazien angegeben, doch ist von Schweinfurth erwiesen, daß alle guten Gummisorten der Nilländer nur von einem Baume Acacia Verek Gulll. et Perrott stammen. Als Sorten des arabischen G. werden unterschieden: Kordofan⸗-, Sennaar-⸗, Suakim⸗, Geddah⸗, Mogadorgummi, von denen die erste am meisten geschätzt ist. Nach Forschungen von Flückiger und von Wiesner sind mehrere andere Gummiarten, die früher von demselben unterschieden wurden, mit dem arabischen G. identisch, nämlich das Senegalgum mi, in sehr verschiedenen Sorten vorkommend, welches in Senegambien ebenfalls von Acacia Verek gewonnen wird, ferner das australische Gummi von Acacia pycnantha Benth. und das Ka pgummi von Acacia Karoo Haνne, Acaeia horrida Milid. und Acacia Giraffae P. Alle diese Gummiarten werden demnach als Akaziengummi zusammengefaßt. Alle Akazien-⸗Gummiarten bestehen aus saurem arabinsaurem Kalk, in Wasser bilden sie zunächst einen dicken Schleim (Gum mischleim), der sich aber beliebig zu farbloser Lösung verdünnen läßt, sie hinterlassen dabei, mit Ausnahme einiger schlechterer Sorten, keinen unlöslichen Rückstand oder nur geringe Mengen von pflanzlicher Substanz. Die Lösungen werden nicht von Bleizucker, wohl aber von basisch essigsaurem Blei gefällt. In Alkohol unlöslich. Die Körner und Stücke lassen sich leicht pulvern, selbst stark gefärbte Körner geben ein fast weißes Pulver. Die Lösungen der meisten Gummisorten lenken die Ebene des polarisierten Lichtstrahls nach links ab, doch kommen nach Scheibler auch rechtsdrehende Gummisorten vor. Beim Verbrennen hinterlassen sie 3—4 Proz. wesentlich aus kohlensaurem Kalk bestehende Asche. Die hierher gehörenden Gummiarten finden vielfache Verwendung, das arabische G. der Nilländer vorzugsweise in der Pharmacie, die übrigen als Appreturmittel für seidene und andere Gewebe, als Klebstoff, als Verdickungsmittel beim Zeugdruck, in der Tintenfabrikation.