FeedHartleibigkeit
HeilkundeBrockhaus 1882

Hartleibigkeit (alvus sicca) nennt man die durch Trockenheit der im Dick- und Mastdarm befindlichen Ko oder Stuhlve gewöhnlich in einzelnen festen Knötchen (Schafknoten, scybala) von schwärzlicher Farbe, oft mit Schmerzen ab, sind auch manchmal mit Blutstreifchen bedeckt. gelnder Schleimabsonderung im Dick- und Mastdarm ab (3.B. bei Entzündung oder Hämorrhoidalkongestion derselben oder Schwund der Schleimbälge), teils von einer allzu trockenen fleischreichen, oft zu wenig voluminösen oder unverdaulichen Kost, Vernachlässigung des Trinkens oder willkürlicher Verhaltung der Stuhlgänge, ein Fehler mancher Gelehrten. Die H. kann hinwieder Hämorrhoiden, Mastdarmvorfälle und andere übel nach sich ziehen. Man belämpft sie durch diätetische Mittel, durch passende Auswahl der Speisen, fleißiges Wassertrinken, Pflege der Leibesbewegung. Den Stuhlgang kann man erleichtern durch Genuß fetter Speisen (Sl), Gebrauch leichter salinischer Abführmittel (Sodawasser, zu wenig Flüssigkeit). Einmaligen Stuhl führt man am besten durch laue oder kalte Wasserklystiere, in hartnäckigen Fällen durch Klystiere mit Ol herbei. Drastische Abjührmittel (Aloé u. dgl.) sind möglichst zu vermeiden, keinesfalls aber dauernd anzuwenden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 868Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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