Hartig (Georg Ludw.), ausgezeichneter Forst mann und Forstschriftsteller, geb. 2. Sept. 1764 zu Gladenbach bei Marburg, wo sein Vater Forstmei ster war, widmete sich dem Forstfache, besuchte 1781 die Universität Gießen und erhielt 1785 den Acceß im Oberforstamte zu Darmstadt. Im folgenden Jahre kam er als Forstmeister des Fürsten von Solms nach Hungen in der Wetterau, wo er ein Forsttehrinstitut begründete. Im J. 1797 wurde H. Landforstmeister bei dem Fürsten von Oranien-Nassau, verlegte seine Lehranstalt nach Dillenburg, verlor aber nach Auflösung des Fürstentums Oranien-Nassau (1805) seine Stellung, weil er sich weigerte, Napoleon I. den Eid der Treue zu leisten. Darauf wurde er 1806 als Oberforstrat nach Stuttgart berufen, trat 1811 als Oberlandforstmeister in preuß. Dienste und machte sich namentlich in den neuerworbenen Landesteilen um das Forstwesen sehr verdient. Seine Forstlehranstalt brachte er nun mit der Universität zu Berlin in Verbindung. An der letztern 1831 zum Ehrenprofessor ernannt, starb er daselbst 2. Febr. 1837. Im Kranichsteiner Wildpark bei Darmstadt wurde ihm 1844 ein Denkmal in Form eines Obelisken errichtet. Außerdem existieren noch Hartig-Denkmäler bei Gladenbach und auf dem Schurwalde bei Hohenheim in Württemberg. Von seinen zahlreichen Schriften sind zu nennen: „Anweisung zur Holzzucht für Förster » (1791; 7. Aufl., Marb. 1817), „Anweisung zur Taxation der Forster (1795; 4. Aufl., Gießen 1819), Grundsätze der Forstdirektions (1803; 2. Aufl., 1813), CTehrbuch für Förster» (1808; 11. Aufl., 3 Bde., Stuttg. 1878),Lehrbuch für Jäger»(1810; 11.Aufl., Stuttg. 1877), «Kubiktabelleno (1815; 10. Aufl., Berl. 1871). Eine andere 11. Aufl. des Lehrbuchs für Förstervo wurde 1871 von Borggreve bearbeitet. Ienes sind erwähnenswert; Forstliches und naturwissenschaftliches Conversations-Lexikono (1834 mit seinem Sohne Theodor herausgegeben; 2. Aufl. 1836), Lexikon für Jäger und Jagdfreunden (4836; 2. Aufl., Berl. 1859—61), u. a. m. Zwei von H. begründete Zeitschriften waren das „Journal für das Forst⸗, Jagd⸗ und Fischereiwesenv(18068) und das Forst⸗ und Jagdarchiv von und für Preußen» (1816—20); ein sechster und siebenter Band des letztern erschienen noch 1822 und 1826 unter dem Titel «Allgemeines Forst⸗ und Jagdarchivo. Bartig (Theodor), Sohn des vorigen, bedeutender Forstmann und Naturforscher, geb. 21. Febr. 1805 in Dillenburg (Nassau), studierte 182⁴4—27 in Berlin; nach kurzer praktischer Thätigkeit 1831 als Docent der Forstwissenschaft nach Berlin berufen, wurde er 1835 zum außerord. Professor an der Universität ernannt. Im J. 1838 wurde er Professor der Forstwissenschaft an dem Collegium Carolinum in Braunschweig. Gleichzeitig trat er als Forstrat in die dortige Forstdirektion ein. Die Forstschule am Carolinum ging 1877 ein; H. trat 1878 als Oberforstrat in den Ruhestand und starb 26. März 1880 in Braunschweig. Außer der Bearbeitung zahlreicher neuer Auflagen der Werke seines Vaters veröffentlichte er namentlich Die Aderflügler Deutschlandsv, auch unter dem Titel Die Familien der Blatt und Holzwespeno (Berl. der forstlichen Kulturpflanzen Deutschlandso 1852), (System und Anleitung zum Studium der Forstwirtschaftslehres (Lpz. 1858), „Luft⸗, Boden⸗ „und Pflanz Auflagen bearbeiteten Lehrbuchs für Förstero von Georg Ludwig H., Stuttg. 1877), Anatomie und Physiologie der Holzpflanzenv (Berl. 1878).