FeedLinsa (lat.)
HeilkundeBrockhaus 1882

Linsa (lat.), Linie; L. alba (weiße Linie), in der Anatomie ein starker sehniger Streifen in der Mitte der vordern Bauchwand. Lineal, Instrument zum Ziehen gerader Linien; in der Geschützgießerei das Werkzeug zum Abmessen des Standes der Schildzapfen. Linealsystem nennt man das System der lehnrechtlichen Erbfolgeordnung, wonach bei der Erbfolge der Seitenverwandten die Nähe der Linie oder Parentel entscheidet. Alle Glieder einer Linie sollen so berufen werden, wie Descendenten bei einer Erbfolge, ohne Testament. Entscheidet innerhalb der Linie noch die Gradesnähe der Verwandtschaft zum Verstorbenen, so liegt Lineal-Gradualsystem vor; ist nur diese Gradesnähe für die Bestimmung der Erbberechtigung maßgebend, so handelt es sich um das reine Gradualsystem. Lineamente (lat.), die Linien in der innern dr der Hand und die linearen Abgrenzungen der Gesichtsteile, dann auch soviel wie Gesichtszüge und überhaupt Grundzüge. Linear (lat.), auf Linien sich beziehend, durch Linien darstellbar; Linearzeichnung, Umrißzeichnung; Linearzahl, eine Zahl, die geometrisch durch eine gerade Linie darstellbar ist, im Gegensatz von Flächen-und Körperzahl. Länge nach. Lineare Ausdehnung, die Ausdehnung der Linearperspektive, s. unter Perspektive. Lineartaktik, s. unter Linie (ogl. Fechtart, Bd. VI, S. 624%. Linearzahl, s. unter Linear. Lineen (Linéae), Pflanzenfamilie aus der Gruppe der Dikotyledonen. Sie umfaßt gegen 130 Arten, die eine weite Verhreitung über die ganze Erde haben. Die krautartigen wachsen meist in der nördl. gemäßigten Zone, die strauch- und baumartigen Formen finden sich dagegen vorzugsweise in den Tropengegenden. Sie haben sämtlich regelmäßig gebaute zwitterige Blüten, die in den meisten Fällen aus fünf Kelchblättern, ebenso viel Blumenblättern und Staubgefäßen und einem dreibis fünffächerigen Fruchtknoten mit drei bis fünf Griffeln bestehen. Die Frucht ist bei vielen eine Kapsel, bei andern eine Steinfrucht. Die früher als besondere Familie betrachteten Erythroxyleen werden von neuern Botanikern zu den L. gezogen. Zu den L. gehört als wichtige Kulturpflanze der Flachs oder Lein (Linum usitatissimum, s. Linum) und ferner der Cocabaum (Erythroxylon Coca), welcher die in Südamerika als Genußmittel wichtige Coca liefert (s. Coca). Ling (chines.), Berg, Gebirge. Ling, chines. Wassernuß, s. unter Trapa. Ling (Pehr Henrik), bekannt als schwed. Dichter wie als Begründer der Heilgymnastik, geb. 15. Nov. 1776 zu Ljunga in Smäland, fand nach langem Umherirren in seinem Vaterlande, Deutschland und Frankreich eine bleibende Stätte als Fechtmeister an der Universität in Lund. Seit 1813 war er in gleicher Stellung an der Kriegsakademie auf Karlberg bei Stockholm thätig, wurde aber später Vorsteher des durch seine Anregung neugegründeten gymnastischen Centralinstituts in Stocholm, wo er 3. Mai 1839 starb. L.s Ideal war die physische und geistige Regeneration seiner Landsleute. Durch die Dichtungen „Gylfer (Stockh. 1814) und Asarnen (3 Tle., Stockh. 1816 —26) wollte er dem Volke Epen bieten, in denen es den Ausdruck des Nationalbewußtseins fände. Doch so reich diese Dichtungen auch an einzelnen poetischen seine huihr sind, machen sie doch, ebenso wie auch seine histor. Dramen, in künstlerischer Hinsicht einen unbefriedigenden Eindruck. Einen größern Erfolg erreichte er dagegen durch seine Gymnastik, deren deutscher Ursprung jedoch nicht wegzuleugnen ist. Durch die Anwendung nannr übungen für Heilzwecke wurde er der Begründer der Heilgymnastik (s. d.). Bald wurden in mehrern schwed. Städten, 1. Stockholm, gymnastische Heilanstalten nach L.s System errichtet; auch in Deutschland folgte man diesem Beispiele (z. B. zu Wien, Berlin u. s. w.). L.s Werk «Allgemeine Begründung der Gymnastikv erschien schwedisch erst nach seinem Tode (Ups. 1840, deutsch von Maßmann, Magdeb. 1847). Unter den in Deutschland darüber veröffentlichten Schriften verdienen die von Richter (Dresd. 1845), Rothstein (5 Bde., Berl. 1848 — 59) und Neumann (Berl. 1852) Erwähnung. Lingaiten sind eine religiöse Sekte in Indien, die Verehrer des Lingam (s. d.), eine Unterabteilung der Sivaiten oder Anhänger des Siva (s. d.). Lingam heißt im Sanskrit, entsprechend dem griech. Phallus (s. d.), das Symbol der allgemeinen zeugenden und schaffenden Kraft der Natur (welches die Geschlechtsteile des Mannes und Weibes in ihrer Vereinigung darstellt). Die Verehrung desselben ist als ein der brahmanischen Religion ursprünglich fremdes, erst sekundär an den Sivadienst angeschlossenes Element zu betrachten. Man hat sie längere Zeit auf die nichtarischen Urbewohner des Dekan zurückgeführt, doch ist hiergegen neuerdings Kittel (liber den Ursprung des Lingamkultus in Indienv, Mangalore 1876) mit Erfolg aufgetreten. Unwahrscheinlich jedoch ist dessen Annahme, daß der Lingamdienst aus dem Phalluskult der Griechen hervorgegangen sei; er wird vielmehr, wie bei manchen andern Völkern, so auch bei den Indern von selbst entstanden sein und erst eine erhöhte Bedeutung bei denselben gewonnen haben, als sie den Phalluskult der Griechen kennen lernten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 90Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 2

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Heilkunde 6