FeedFettfell
HeilkundeBrockhaus 1882

Fettfell (Piuguecula) ist eine partielle Verdickung der Augapfelbindehaut in Form von gelblichem stecknadelkopf⸗ bis linsengroßen Knötchen, welche am innern oder äußern Hornhautrande, auch wohl auf beiden Seiten, öfter auch symmetrisch an beiden Augen sitzen. Das F. ist absolut unschädlich. rettgeschwulst oder Lipom heißt eine häusig vorkommende krankhafte Geschwulst, welche vorwiegend aus Fettgewebe (Bindegewebe und großen, mit fleischigem Fett gefüllten Zellen) besteht und anz der Fettmasse entspricht, die bei wohlbeleibten Menschen in großer Verbreitung im Körper, namentlich im Unterhautzellgewebe, vorkommt. Die Form dieser Geschwülste ist gewöhnlich eine länglichrunde, etwas platt gedrückte, mehr oder weniger gelappte; ihre Größe schwankt von der eines Hanfkorns bis zum Umfange eines Mannskopfes und darüber; ja wiederholt sind derartige Geschwülste beobachtet worden, die ein Gewicht von 15—20 kg und noch mehr besaßen. Am häufigsten kommen Lipome, welche vorwiegend eine Krankheit des mittlern und höhern Lebensalters sind, aber auch in jüngern Lebensjahren und selbst angeboren sich vorfinden, im Unterhautzellgewebe des Rückens, des Nackens, der Achselhöhle, der Oberschenkel und des Bauches, seltener an fettlosen Stellen vor; ihr Wachstum ist meist ein außerordentlich langsames. In der Regel machen Fettgeschwülste gar keine Beschwerden und werden vom Kranken gewöhnlich erst bemerkt, wenn sie bis zu einer erheblichen Größe herangewachsen sind; nur wenn sie sehr groß werden, können sie durch ihr Gewicht oder durch ihren Druck auf die benachbarten Organe lästig und beschwerlich fallen. Immer aber sind sie Ugel vrr-Geschwülste, die stets ein rein örtliches Übel darbieten und niemals an dem gleichen Ort oder in innern Organen wiederkehren, wenn sie einmal gründlich entfernt und ausgerottet wurden. über ihre Ursachen ist sehr wenig bekannt; nur so viel weiß man, daß sie sich gern unter solchen Hautstellen entwickeln, welche einen anhaltenden Druck von außen her oder einer beständigen Reibung ausgesetzt sind. Die Behandlung kann nur in der Ausschälung der Geschwulst vermittelst des Messers bestehen, da alle übrigen dagegen angewandten Mittel sich völlig nutzlos erwiesen haben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 744Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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