Löbau, Kreisstadt im Regierungsbezirk Marienwerder der preuß. Provinz Westpreußen, an der Sandelle, ist Sitz eines Amtsgerichts nebst Strafkammer, hat ein Progymnasium, ein evang. Schullehrerseminar und Ruinen des ehemaligen bischöfl. Residenzschlosses, und zählt Awund 127 meist kath. E., welche Ackerbau treiben. L. wurde 1222 gegründet und war zeitweilig Residenz der Bischöfe von Kulm. Der Kreis Löbau zählt auf 971 gKm (1880) 53 835 meist kath. E., worunter 40000 Polen. öbau (wend. Lubij), Stadt in der Kreishauptmannschaft Bautzen des Königreichs Sachsen, eine der Wufen Sechsstädte der Oberlausitz, am Löbauer Wasser und am Fuße des 445 m hohen Löbauer Bergs gelegen, Station der Linien Dresden-Görlitz, L.⸗Ebersbach lund L.⸗Zittau der Sächsischen Staatsbahnen, ist der Sitz einer Amtshauptmannschaft und eines Amtsgerichts und zählt (1880) 6651 meist prot. E., worunter 132 Wenden. Der Ort bat zwei deutsch-evang. und eine wend. Kirche, ein hübsches Rathaus, ein königl. Lehrerseminar, eine Realschule und eine Bürgerschule. L. ist Knotenpunkt der Sächsisch-Schlesischen, L.⸗Zittau-Reichenberger und der Südlausitzer Eisenbahn. Die hauptsächlichsten Erwerbsquellen der Stadt sind NRotgarnfärberei, Zucker⸗, Pianoforte⸗, Knopffabrikation, der sehr bedeutende Handel mit Getreide, leinenen und baumwollenen Garnen, Leinwand und Strumpfartikeln, welche letztere jedoch größtenteils auswärts gefertigt werden, sowie Fabrikation landwirtschaftlicher Maschinen. Im J. 1877 wurde das sehr schöne Stadtbad eröffnet, bei welchem eine Stahl- und eine Salzquelle benutzt wird. Auf dem Löbauer Berge wurde 1854 durch einen Bürger der Stadt ein 32 m hoher eiserner Turm errichtet. Vgl. Knothe, «Urkundenbuch der Städte Kamenz und L.» (Lpz. 1883).