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ErdkundeBrockhaus 1882

Löwenberg, Kreisstadt im Regierungsbezirk Liegnitz der preuß. Provinz Schlesien, mitten im hügeligen Vorlande des Riesen- und Isergebirges, anmutig am Bober gelegen, ist Sitz eines Landratsamts und eines Amtsgerichts und zählt (1880) 5197 meist prot. E. Der Ort besitzt zwei kath. und eine evang. Kirche, ein Hospital, ein Waisenhaus, zwei Krankenhäuser (das eine ein Gebäude der ehemaligen Malteser-Kommende) und ein Realprogymmnasium. Die hauptsächlichsten Erwerbsquellen der Bewohner sind Lein- und Baumwollweberei, Kattun- und Leinwanddruckerei, Bleicherei, Mehl-, Gips- und Lohmühlen sowie Wollspinnereien. Die Getreidemärkte zu L. sind von Bedeutung. Außerdem erstreckt sich der Handel auf mineralische Produkte, besonders auf Gips zur Düngung und bearbeitete Sandsteine. — Der Ort war einer der ältesten befestigten Plätze Schlesiens. Die ehemalige Burg, auf welcher Herzog Bolko J. 1292 residierte und welcher die Stadt ihren Ursprung verdanken soll, ist spurlos verschwunden. Durch den Dreißigjährigen Krieg kamen der ehemals blühende Tuchhandel und die Wollweberei sehr in Verfall. Etwa 2 kmeöstlich liegt das durch die Gefechte vom 21. und 29. Aug. 1813 bekannte Dorf Plagwitz (s. d.). Die Umgebungen der Stadt L. sind reich an Schönheiten. Etwa 6 km nordwärts liegt auf einer Bergspitze das Schloß Lauen oder Holenstein mit reizenden Parkanlagen. Der Kreis Löwenberg zählt auf 751 ꝗm (1880) 65084 meist prot. E.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 200Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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